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Ein „kirchliches Urgestein“: Bezirkspräses Winfried Müller geehrt

Von: g.s.
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Bezirksbundesmeister Josef Kouchen (l.) und Diözesanpräses René Mertens (r.) überraschten Bezirkspräses Winfried Müller mit der höchsten Auszeichnung, dem Ehrenschild am Bande, die der Historische Schützenverbund zu vergeben hat. Foto: Georg Schmitz
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Winfried Müller mit der Schützenplakette vor seiner Standuhr aus Britannien. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Eine Überraschung hielten Pfarrer René Mertens, Diözesanpräses Aachen, und Josef Kouchen, Bundesmeister für den 28 Bruderschaften umfassenden Schützenbezirk Geilenkirchen, beim Festakt in Würm für Pfarrer i. R. Winfried Müller bereit: „Heute wollen wir einen Schützenbruder ehren, der ein Vierteljahrhundert als Bezirkspräses die Schützen vertritt.“

So hatte René Mertens vor mehr als 300 Besuchern in der Bürgerhalle eine nicht alltägliche Ehrung angekündigt. Winfried Müller wurde für sein aufopferungsvolles Engagement als erster Präses im Kreis Heinsberg mit dem Sebastianus-Ehrenschild am Bande für Präsides des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften ausgezeichnet. Der Seelsorger, hieß es, sei ein „kirchliches Urgestein“ und tief im Glauben verwurzelt.

Studium bei Prof. Ratzinger

Am 18. April in Niederkrüchten geboren, wuchs Winfried Müller in Merbeck auf. Im Alter von neun Jahren wechselte er zum Gymnasium nach Erkelenz. Nach dem Abitur studierte Winfried Müller Theologie in Bonn und Innsbruck. Von dort erinnert er sich noch der Vorlesungen von Prof. Joseph Ratzinger, dem späteren Papst, und an einen weiteren Lehrmeister, Karl Rahner (SJ), ein bedeutender katholischer Theologe.

Nach dem Abschluss seines Studiums absolvierte Winfried Müller ein zweijähriges Priesterseminar in Aachen. Dort wurde er am 18. Februar 1967 im Dom von Bischof Johannes Pohlschneider zum Priesterweihe geweiht.

Auch mit solchen Erinnerungen sitzt der Pfarrer im Ruhestand in seinem Wohnzimmer und blickt auf die 1804 von McKennedy in Großbritannien gebaute Standuhr. Das historische Schätzchen ist nur eines von drei weiteren, von denen ein Uhrwerk viertelstündlich lautstark die Zeit ankündigt. Der Geilenkirchener schaut zurück auf 47 Jahre geistlichen Daseins und erwähnt seine erste, sechsmonatige Kaplanstelle in Rath-Anhoven. Fünf Jahre war er danach in Rheydt-West und etwas mehr als zwei Jahre in Kaldenkirchen tätig, bevor er am 1. September 1974 als – mit 32 Jahren – jüngster Pfarrer im Bistum Aachen die Gemeinde St. Mariä Namen in Geilenkirchen-Gillrath übernahm. Dort war er von Beginn an auch Präses der St.-Blasius-Schützenbruderschaft.

Ab 1977 kamen die Pfarren in Teveren, Tripsrath und Grotenrath hinzu. 1998 wurde Winfried Müller Pfarrer in Geilenkirchen und betreute seitdem fünf Gemeinden. „Die 25 Jahre in Gillrath habe ich knapp verpasst“, weist der Seelsorger auf nur ein fehlendes Jahr hin.

Erster beim Feuerwehr-Alarm

Am 30. Januar 1989 trat der Pfarrer sogar in die Löscheinheit Gillrath der Freiwilligen Feuerwehr ein. Viele Jahre lang wirkte er aktiv mit und war oft der Erste am Feuerwehrhaus. Das war auch dem Umstand gedankt, dass er gegenüber im Pfarrhaus wohnte. „Ich habe dann das Tor aufgeschlossen, bevor die ersten Feuerwehrleute ankamen“, erzählt Winfried Müller.

Seit Ende 1988 widmete sich der Pfarrer als Präses – geistlichen Betreuer – allen 28 im Bezirksverband Geilenkirchen beheimateten Bruderschaften: „Schon mein Vater und meine Brüder waren bei den Schützen.“ Und er werde weiterhin sein Augenmerk auf die Schützen legen, um sie zu ermuntern, gemäß dem oft erklärten und sichtbaren Leitspruch für „Glaube, Sitte und Heimat“ einzutreten. Als Regionaldekan (2005 bis 2010) hat sich Winfried Müller über die Grenzen von Geilenkirchen hinaus einen Namen gemacht. Während dieser Zeit hatte er sein Büro in Mönchengladbach.

Das Wort „Ruhestand“ wird der aktuellen Rolle des 72-Jährigen nicht gerecht, denn er ist fast täglich als Subsidiar in verschiedenen Pfarren tätig. Dazu ist er seit 2009 erster Vorsitzender des regionalen Caritasverbandes und dafür ebenfalls häufig unterwegs. „Ich mache meinen Dienst gerne und habe Ehrungen eigentlich abgelehnt“, sagt Winfried Müller bescheiden.

„Was getan werden muss, muss getan werden“, wären Worte seiner Mutter gewesen; dem könne er heute noch zustimmen. So hat der Ehrenschild auch einen Ehrenplatz im Geilenkirchener Heim des Pfarrers bekommen.

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