Ein gewagtes Experiment: Schlagzeuger allein auf der Bühne

Von: Jan Mönch
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Hier entstand „Drums on Mars“: Schlagzeuger Daniel Plum sowie Komponist und Tontechniker Heiko Mürkens (rechts) freuen sich auf die Live-Premiere ihres Projekts am Freitag.
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Drummer aus Leidenschaft: Andreas Plum beim Trommeln auf dem E-Schlagzeug in der Aldenhovener Tonhöhle. In der Übach-Palenberger Rockfabrik wird natürlich auf analoge Kessel geklopft. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/Aldenhoven. Lampenfieber? Für einen Berufsmusiker mit mehr als einem Vierteljahrhundert Bühnenerfahrung ist das normalerweise nicht mehr das ganz große Thema. Der kommende Freitag ist für Schlagzeuger Andreas Plum dennoch zumindest eine Premiere: Erstmals in seiner Karriere wird der 46-Jährige allein auf der Bühne stehen – pardon: sitzen – und die Drumsticks schwingen.

Ohne Gitarristen, ohne Sänger, Andreas Plum solo. Auch andere Instrumente als Andreas Plums Schlagzeug werden zu hören sein, die kommen aber vom Band. „Drums on Mars“ nennt sich das Projekt des Übach-Palenbergers, das seinen Ursprung unter der Oberfläche des Aldenhovener Ortsteils Siersdorf hat.

Dort betreibt Heiko Mürkens seit 2010 sein Tonstudio, die „Tonhöhle“. Der Name trifft ziemlich genau, worum es dort geht: Um das Produzieren von Tönen, klar, und das auf nur wenigen, dadurch aber umso gemütlicheren Quadratmetern. Eine Höhle eben. Anders als Kompagnon Andreas Plum bestreitet Heiko Mürkens seinen Lebensunterhalt mit einem „weltlichen Job“, wie er es selbst bezeichnet. Nach Feierabend aber zieht es den gelernten Automatisierer hinunter in seine Höhle.

„Hier verbringe ich schon mal ganze Nächte“, sagt Mürkens. Drei komplette Alben verschiedener Interpreten entstanden in seiner Tonhöhle bereits, außerdem zahlreiche kleinere Projekte. Nicht nur Musik, sondern auch Werbetexte oder Kindermärchen. An der Wand hängt eine Urkunde über den Sieg beim Deutschen Rock & Pop-Preis in der Kategorie „Bestes Metal-Album“.

Die Entstehung des Projekts „Drums on Mars“ ist in ihrem Ursprung eher ein Zufallsprodukt. Vor einem knappen Jahr wollte Heiko Mürkens, der sich als Musiker selbst dem Keyboard verschrieben hat, ein E-Schlagzeug für seine Höhle anschaffen, und fragte Andreas Plum um Rat. Auf der Fahrt zum Fachhändler berichtete der von seiner Idee, als Schlagzeuger solo das Publikum zu unterhalten. Allein: Es fehlte der richtige Produktionspartner – der damit gefunden war. Das war im Januar. Mittlerweile hat die gemeinsame Autofahrt eine CD namens „Far away and still here“ nach sich gezogen. Und eben den Konzerttermin am Freitag.

Wie es wird? Darauf sind Plum und Mürkens selbst gespannt. Jedenfalls haben sie fachkundige Mitstreiter für ihre recht außergewöhnliche Idee begeistern können. Das renommierte Aachener Bühnentechnik-Unternehmen „Showlight“ griff den beiden beim Präparieren der Rockfabrik zum Freundschaftspreis unter die Arme, die Rockfabrik selbst stellte den Konzertraum zur Verfügung. Untermalt wird der Auftritt mit Lichtshow und Videomaterial.

Musiker haben es an sich, dass sie ihre Kunst ungern in eine Schublade stecken. Plum und Mürkens versuchen es dennoch: Von „deftigen Rockriffs“ ist dann die Rede, von Weltmusik und vor allen Dingen von „vielen überraschenden Momenten“ und einer progressiven Grundausrichtung. Auch sphärisch werde es mitunter. Kurzum: „Jeder, der gern Livemusik hört und sich gern überraschen lässt“, darf sich für Plums Begriffe als Teil der Zielgruppe verstehen. Erst im Anschluss wird sich zeigen, ob seine Premiere als Solo-Musiker eine einmalige Angelegenheit bleibt, oder doch für wiederholenswert befunden wird. „Das ist aber im Moment noch Zukunftsmusik“, sagt Andreas Plum.

Promo-Clips zum Konzert sind bei Youtube zu sehen, wenn man die Suchbegriffe „Drums on Mars Andreas Plum“ eingibt.

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