Gangelt-Breberen - Ein Doppelpass wie aus dem Lehrbuch

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Ein Doppelpass wie aus dem Lehrbuch

Von: Jan Mönch
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Sie haben nur Fußball im Kopf: FSJlerin Sabine Lindt mit einigen ihrer Schützlinge von der Nikolaus-Schule Breberen. Foto: Jan Mönch
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Unterschrift drunter, Hand drauf: Schulleiterin Claudia Seidel und Vereinsvorsitzender Manfred Peters beim Unterschreiben des neuen Kooperationsvertrags. Foto: Jan Mönch

Gangelt-Breberen. Im Fußballjargon würde man wohl von einem Doppelpass sprechen. Und zwar von einem mit anschließender Torchance. Einer hundertprozentigen sogar? Das muss sich zeigen. Fest steht, dass alle Beteiligten von der Kooperation zwischen Nikolaus-Schule Breberen und den Nachbarn vom SV Breberen momentan sehr zufrieden sind.

Das gilt auch und insbesondere für Sabine Lindt, die seit mittlerweile zwei Monaten ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leistet – bei beiden.

Sabine Lindt ist 19 Jahre alt, fußballbegeistert, hat ihr Abitur in der Tasche und möchte später mal „was mit Sport“ machen. Ob eher Richtung Management oder doch in die Lehre ist noch offen. Als Sabine erfuhr, dass der SV Breberen händeringend nach einem FSJler oder einer FSJlerin suchte, fackelte sie nicht lange – und nutzte die Chance.

Momentan sieht es ganz danach aus, als habe sie „in die Fünf“ getroffen, wie man auf dem Bolzplatz sagen würde. Nachmittags unterrichtet sie den kickenden Nachwuchs an der Grundschule in Sachen rundes Leder. Und am frühen Abend geht es rüber zum SV Breberen, wo die Mädchen aus der D-Jugend und die (noch gemischt spielende) F-Jugend auf sie wartet.

Froh über Kooperation

„Sie versteht es, die Kinder zu begeistern“, lobt Schulrektorin Claudia Seidel. „Wir sind froh über die Kooperation, weil wir im Alleingang keine FSJlerin beschäftigen könnten“, freut sich Frank Bienwald vom SV. Und die Protagonistin des Doppelpasses zwischen den Institutionen? Fühlt sich ebenfalls pudelwohl: „Es macht Spaß, etwas an die Kinder weiterzugeben. Es erinnert mich daran, wie ich selbst angefangen habe.“

Ganz neu ist die Idee nicht mehr. Bereits im vorvergangenen Jahr (beziehungsweise der vorvergangenen Spielzeit) teilten die Nachbarn vom Breberener Heidweg sich einen Zivildienstleistenden. Der hieß Philipp Wienen, war zur jener Zeit ebenfalls 19 Jahre alt und erbrachte den Beweis, dass die damals noch neue Idee gut und überaus wiederholenswert war.

Sein designierter Nachfolger allerdings sprang dann vergangenes Jahr kurzfristig ab, weil er eine Ausbildungsstelle gefunden hatte. „Aus seiner Sicht sicher nachvollziehbar“, sagt Frank Bienwald. Dennoch sind er und der Vereinsvorstand umso glücklicher darüber, dass das FSJ für Sabine kein Plan B, sondern eine nicht unwesentliche Etappe ihrer beruflichen Laufbahn ist. Diese Etappe soll nun dazu beitragen, sportliche Laufbahnen anderer in Fahrt zu bringen. Denn wem das Kicken in der Schule Spaß macht, so der Hintergedanke des Vereins, der ist auch vom Eintritt in den Verein nur noch einen kurzen Sprint weit entfernt.

Sportanlage teilt man sich

Zumal wenn der nächste Verein sich gleich nebenan befindet und sich mit der Schule die Sportanlagen teilt. Gerade über weiblichen Zuwachs freute der SV Breberen sich in der jüngeren Vergangenheit. 30 Mädchen seien seit 2010 neu beigetreten. Vereinsgeschäftsführer Manfred Peters hat keinen Zweifel daran, dass die enge Kooperation mit der Schule da einen gehörigen Teil zu beitrug.

Und eine Männerdomäne, das beteuert Schulleiterin Seidel, ist der Fußball an ihrer Schule längst nicht mehr. Das zeige sich etwa bei den für Mädchen vorbehaltenen Spielzeiten auf dem Kleinspielfeld vor der Schule: „Die sind heiß begehrt.“ Ob Mädels kicken wollen, habe schlicht und einfach viel mit dem Prinzip von Angebot und Nachfrage zu tun.

Mittlerweile wird der Wert von Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen auch vom Deutschen Fußballbund (DFB) erkannt – und mit bereitgestellter Ausrüstung gefördert (siehe Infobox). Klar, dass auch die Breberener Akteure nun ihre Unterschrift unter den vorgefertigten Vertrag setzten. Verändern wird sich dadurch natürlich wenig, es ist gewissermaßen bloß offiziell, was ohnehin schon selbstverständlich war.

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