Eichendorff-Kolleg: Junge Osteuropäer erkämpfen sich Abitur

Von: g.s.
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Sie halten ihre Abitur-Zeugnisse fest in der Hand: die jungen Frauen und Männer aus osteuropäischen Ländern, hier mit ihren Lehrern, vollzogen in der Geilenkirchener Gesamtschule einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Zwölf junge Frauen und Männer osteuropäischer Herkunft haben es geschafft. Sie beschreiten nun den Weg in einen neuen beruflichen oder schulischen Lebensabschnitt. Die Winter-Abiturientia des Eichendorff-Kollegs in Geilenkirchen nahm zum dritten Mal ihre Zeugnisse in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Empfang. Für den seitens der NRW-Landesregierung im Jahr 2008 auf den Weg gebrachten Sonderlehrgang für spät ausgesiedelte Abiturienten hat die Stadt Geilenkirchen die Trägerschaft übernommen.

Das Eichendorff-Kolleg mit seinen zwei Einschulterminen im Sommer und im Winter ist als Abteilung IV der Gesamtschule angeschlossen. Deren Schulleiter Uwe Böken beglückwünschte die Abiturienten mit dem „allerhöchsten Respekt“ zu dem Erreichten. „Sie sind mit Abschlüssen in unser Land gekommen, die nicht ohne weitere Bemühungen anerkannt werden konnten“, ließ Uwe Böken wissen. Daher hätten sich die Schülerinnen und Schüler vier Semestern und einer abschließenden Prüfung stellen müssen. Diese zwei Jahre seien nicht einfach gewesen, denn die Abiturienten hätten neben sprachlichen Problemen auch familiäre Schwierigkeiten lösen und lange Schulwege in Kauf nehmen müssen.

Uwe Böken: „Sie haben sich davon nicht abschrecken lassen und sind den gewählten Weg bis zu Ende gegangen.“ Hartnäckigkeit und Konsequenz sei für den weiteren Lebensweg die Grundlage, um die nächsten Etappenziele zu erreichen. Vor den Schülern liege nun die Zeit der beruflichen Weichenstellung, vielleicht auch ein Hochschulstudium. Der Schulleiter vergaß nicht den Kolleginnen und Kollegen zu danken, die die Abiturienten auf dem Weg durch die zweijährige Kollegzeit begleitet haben. „Es ist des Lernens kein Ende“, zitierte Abteilungsleiter Ulrich Peinkofer einen Schriftgelehrten und wies die Absolventen auf ständiges Lernen hin. „Jedes Mal, wenn du die Antworten weißt, wechseln sie die Fragen“, brachte Ulrich Peinkofer die jungen Frauen und Männer zum Schmunzeln und wünschte den Abiturienten alles Gute für die Zukunft.

Im Namen der Entlassschüler dankte Lena Rudomski den Lehrerinnen und Lehrern. „Endlich ist der Zeitpunkt gekommen. Wir haben es geschafft. Unser Leben liegt jetzt alleine in unserer Hand“, sagte die junge Frau.

Auch Klassenlehrerin Uta Thelen-Ise verabschiedete sich von ihren Schülerinnen und Schülern und beglückwünschte sie zum Abitur. Gemeinsam überreichten die Lehrer Anerkennungsgaben des Fördervereins, der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Deutschen Mathematiker Vereinigung, bevor die Abitur-Zeugnisse ausgehändigt wurden.

Hervorgehoben wurde auch der hohe Notendurchschnitt, wobei eine Schülerin auf ihre Note 1,2 verweisen konnte. Die Abitur-Feier wurde musikalisch umrahmt von Marc Reyans und Markus Jansen (Gitarre und Gesang) sowie Benedikt Jansen (Percussion).

Folgende Abiturienten hielten am Ende die Zeugnisse in der Hand: Alexander Braun, Hans Gaus, Igor Ivanov, Vitalij Knaub, Jana Kozin, Eugenia Popkov, Valeriya Reimer, Lena Rudomski, Julia Samsonov, Marta Sasim, Ivan Schulz und Paul Widowski.

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