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Ehrenamtlich im Blindenverein

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
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Die Braille-Blindenschrift verwendet sechs Punkte, um das Alphabet tastbar zu machen. Blinde „fliegen” mit ihren Fingerspitzen über die Punkte und lesen so Texte wie die der Bibel. Foto: defi

Geilenkirchen. Die sprechende Uhr, der abtastbare Zollstock oder die piepsende Eingießhilfe, all dies und noch viel mehr hilft blinden und stark sehbehinderten Menschen, ihren Alltag selber zu meistern.

Hilfe leistet auch der Blinden- und Sehbehindertenverein Kreis Heinsberg, der sich regelmäßig in Geilenkirchen trifft. Er informiert über die verschiedenen Blindenhilfsmittel und das Langstocktraining, bietet aber auch die Möglichkeit des Austausches und der Geselligkeit. Marlies Rzepka ist seit 1985 Mitglied dieses Vereins und seit März 2002 dessen zweite Vorsitzende. Sie ist, wie ihr Mann Theo, stark sehbehindert. Gemeinsam

wohnen sie seit 25 Jahren im elterlichen Haus von Marlies Rzepka in Straeten. Haus und Hof kennen sie wie ihre Westentasche. Da ist es auch kein Problem für Theo Rzepka, mal eben auf den Dachboden zu klettern und die Bibel in Blindenschrift herunter zu holen.

„Blindenschrift”, erklärt Marlies Rzepka, „müssen Sie sich vorstellen, wie einen umgedrehten Sechserpack-Eierkarton.” Louis Braille entwickelte 1825 aus sechs Punkten diese nach ihm benannte Punktschrift. Marlies Rzepka erlernte die Schrift in der Blindenschule in Düren, nachdem sie acht Jahre lang die Volksschule besucht hatte.

In der Blindenschule wurde sie als Verpackungsarbeiterin angelernt und übte diese Tätigkeit dann vier Jahre lang in einer Wassenberger Kartonagenfabrik aus. Das „Eifelgewächs”, wie ihr Mann Theo sich selber scherzhaft bezeichnet, „entführte” die junge Marlies dann in die Eifel. Zwei Kinder wurden dem Ehepaar geboren.

Marlies Rezepka lebte nun als Ehefrau und Mutter. Als ihre sehbehinderte Tochter in der Blindenstudienanstalt in Marburg studierte, begann Marlies Rzepka, sich erstmals ehrenamtlich zu engagieren und zwar im Elternbeirat der Blindenstudienanstalt in Marburg, kurz Blista.

„Man muss da erst reinwachsen”, sagt Marlies Rzepka. „Reinwachsen” heißt, erst einmal lernen, wie man „das Wort ergreift”, seinen Standpunkt vertritt und sich im sozialen Umfeld zurecht findet. Ihr Engagement bei Blista kam Marlies Rzepka auch im Blinden- und Sehbehindertenverein zugute. Zusammen mit ihrem Mann war sie schon Jahre lang „normales” Mitglied im Verein, doch dann musste der Posten des 2. Vorsitzenden neu besetzt werden.
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