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Diebstähle, Drogenhandel und Hausfriedensbruch

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Helmut Bongartz einen 28-jährigen Angeklagten aus Geilenkirchen.

Der aus Kasachstan stammende Mann, der sich seit Mai 2000 in der Bundesrepublik aufhält und bereits zu neun Vorstrafen verurteilt worden war, hat die Möglichkeit, aus der Haft heraus seine Drogensucht zu bekämpfen.

„Bei Antritt der schon beantragten Drogentherapie wird die Strafe ausgesetzt, aber jetzt bleibt der Haftbefehl weiter bestehen”, sagte der Richter nach der Urteilsbegründung. Dieses Urteil ergebe sich zwangsläufig aus den Taten, die der Angeklagte begangen habe. Eine Aussetzung zur Bewährung verbiete sich bei den vielen Vorstrafen, aber auch bei den nicht unerheblichen Diebstahlstaten zur Finanzierung der Drogensucht.

Staatsanwalt Peter Jansen hatte dem 28-Jährigen, der sich seit dem 25. Januar 2010 in Untersuchungshaft befindet, eine Vielzahl von Diebstahlstaten vorgeworfen. In der Zeit von Dezember 2008 bis Anfang 2010 war der Angeklagte immer wieder in Supermärkte, Drogerien und Baumärkte gegangen, um schnell umsetzbare Waren wie Whisky oder Wodka, aber auch Rasierklingen oder Zigaretten im Wert von mehreren 100 Euro je Diebstahl zu entwenden. Derartige Läden suchte der Angeklagte in Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Selfkant, aber auch in Herzogenrath, Linnich oder Würselen auf.

Gescheiterter Versuch

Der Versuch, im Geilenkirchener Extramarkt zwei Fernseher und ein DVD-Gerät zu entwenden, scheiterte allerdings. Andererseits hatte sich der Angeklagte auch des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht, als er sich trotz Hausverbots im Geilenkirchener Rewe-Markt aufhielt. Außerdem warf Staatsanwalt Jansen dem Angeklagten vor, fast täglich in der Zeit von Ende 2008 bis zu seiner Inhaftierung und somit in 210 Fällen im niederländischen Sittard jeweils mindestens ein Gramm Heroin, durch die vorherigen Diebstähle finanziert, erworben zu haben. Die Drogen seien allerdings öfters in den Niederlanden konsumiert worden.

Die Straftaten gab der Angeklagte in der Verhandlung zu. Er habe seit 2004 vier Jahre und zwei Monate in Haft verbracht, habe vom 6. Mai 2008 bis Oktober gearbeitet, um dann aber wieder in Kontakt mit Drogen zu kommen. „Ich habe jetzt eine Therapie in Duisburg-Rheinhausen beantragt, die Zusage dazu liegt noch nicht vor”, erklärte der 28-Jährige.

„Der Angeklagte hat das Verfahren erheblich abgekürzt durch seine umfassenden Angaben zu den Straftaten”, begann der Staatsanwalt sein Plädoyer. Zehn einfache Diebstähle, aber auch der Versuch des Diebstahls elektronischer Geräte und Hausfriedensbruch seien wie 210 Heroinkäufe in den Niederlanden zu bewerten. „Es handelt sich um eine Vielzahl von Straftaten.”

Eine günstige Sozialprognose könne dem Angeklagten derzeit nicht gestellt werden. „Deshalb beantrage ich eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann.”

Ähnlich bewertete Strafverteidiger Udo Nobis den Sachverhalt. „Die Anklage ist aufgrund der Angaben des Angeklagten zustande gekommen.” Ursächlich für die Diebstahlstaten sei die Drogenabhängigkeit seines Mandanten gewesen. „Ich halte die vom Staatsanwalt geforderte Strafe für angemessen, wobei mein Mandant aus der Haft heraus die Therapie in Angriff nehmen wird. Dem Antrag, den Haftbefehl aufrecht zu erhalten, kann ich nicht widersprechen.”
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