Geilenkirchen - Die verschwundenen Bäume von Waurichen

Die verschwundenen Bäume von Waurichen

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
Das Mysterium für Dr. Stephan
Das Mysterium für Dr. Stephan Evertz und Jürgen Benden (v.l.) von den Grünen scheint geklärt. Die Straßenmeisterei ließ die vier Bäume fällen.

Geilenkirchen. Jetzt ist der Fall schon bei der Landesregierung bekannt. Auf Anregung der Geilenkirchener Bündnisgrünen hatte deren Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidl im Verkehrsministerium angefragt, ob in der Region Auffälligkeiten über „verschwundene Straßenbäume” bekannt wären.

Dass es sowas gibt, ist jetzt aus der Peripherie des Stadtteils Waurichen öffentlich geworden. Die Geilenkirchener Ratsfraktion der Grünen hat sich des - zunächst - mysteriösen Falls angenommen. Was sie erfahren hat, schildern Dr. Stephan Evertz und Fraktionssprecher Jürgen Benden. Ein paar Meter vor dem Ortseingang des Dorfs auf der Südseite der Landesstraße 240 stehen Bäume.

Vor einigen Wochen noch, ergab eine Befragung von Einwohnern Waurichens, waren es allerdings vier Gehölze mehr. Zwei Eichen und zwei Linden sind weg, die Stämme 15 bis 18 Jahre alt, ca. 40 Zentimeter im Durchmesser. Davon sind nur noch die Stümpfe übrig, die unter Häckselmaterial verborgen waren. Die Linden jedoch, und das fiel nun auf, hatten neue Triebe entwickelt.

Trotz einiger Anfragen sei es nicht feststellbar gewesen, ob eine Behörde einen Fällauftrag gegeben habe. Was bleibt dann übrig? „Zunächst mal kann man ja nichts ausschließen”, bedauert Stephan Evertz, sollte sich da jemand mit Kaminholz eingedeckt haben. Ein solch kräftiger Baum hat einen Marktwert von rund zweieinhalbtausend Euro.

Was den besorgten Kommunalpolitikern weiterhin rätselhaft erscheint, ist das Fehlen jeglicher Ausgleichs- oder Ersatzpflanzung. Aufklärung konnten weder der Kreis Heinsberg („Keinerlei Zuständigkeit”) noch die Stadt Geilenkirchen leisten. Auch eine Anfrage beim Landesbetrieb Straßen NRW hatte keine erhellende Wirkung. Bis Freitag.

Pflanzen ausgeschrieben

Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Straßenmeisterei in Heinsberg, dass die vier beschriebenen Baum bei Waurichen bereits im Januar „in erlaubter Frist” niedergelegt worden seien. Aufgrund von Baumfäulnis sei die Standfestigkeit nicht mehr garantiert gewesen, sagte Dienststellenleiter Rainer Gies. Das sei bei den üblichen und ständigen Kontrollen festgestellt worden. Auch die Nachpflanzung sei geregelt. Für alle Baumlücken werde gebündelt eine Ausschreibung formuliert, im Sommer sei dann Pflanzzeit.

Diese Frist sei normal, wundert sich Rainer Gies über die „Hektik” um den Fall. „Wir bringen ja keine Minigewächse aus. Acht bis zehn Zentimeter Durchmesser soll der Stamm schon haben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert