Die Tafeln: In der Werkstatt des Weihnachtsmannes

Von: gs/mabie
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Sie hatten am Dienstag am Abgabetermin alle Hände voll zu tun, was aber nicht von einem kleinen Spiel mit Ukulele oder Pferd abhielt: Turgut Karakavuz, Ismail Kirmizgül, Emrah Kör und Antonio Adao (v.l.). Foto: Markus Bienwald (4), Georg Schmitz (4)
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Anfangs lief es recht schleppend an, doch nach ein paar Stunden hatten sich die Tische im Bauchemer Pfarrzentrum mit Paketen gefüllt.
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Uwe Kunau nahm in Gangelt Pakete entgegen.

Geilenkirchen. Als das Ehepaar aus Hünshoven am Dienstagmorgen gegen 10.30 Uhr sein Weihnachtspaket zur Geilenkirchener Tafel brachte, waren die Tische noch fast leer. In diesem Jahr lief die Anlieferung der Gaben etwas schleppend an. Doch am Nachmittag reihte sich dann Karton an Karton im Pfarrsaal der St.-Josef-Kirche in Bauchem.

Wie auch die anderen Tafeln im Umland, hatte die Geilenkirchener Tafel kurz vor Weihnachten die Bürger aufgerufen, den Menschen, deren Gabentisch ansonsten nicht so reichlich gedeckt ist, eine kleine Vorfreude auf das Fest zu bereiten. Nicht nur Lebensmittel waren es, die sich für die auserwählten Familien auf den Tischen präsentierten. Auch Spielzeug, Stofftiere und sogar Schlafanzüge waren diesmal dabei. Der Adventskranz mit drei brennenden Kerzen empfing die Spender im Eingangsbereich, und hier griffen auch die Helfer der Tafel zu, um den Besuchern die oftmals schwere Last abzunehmen.

Seit sieben Jahren unterstützt die Geilenkirchener Tafel Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Unentwegt arbeiteten am Dienstag auch Kirsten Kurzweg und ihr Team am Annahmetag im Pfarrzentrum Bauchem. Edeltraud Thuro, Petra Carboni, Rita und Sabrina Henz, Angelina Yildirim, Kai Glienke, Dominic Klaßen, André Rüffer und Andreas Ziethen unterstützten die Leiterin der Geilenkirchener Tafel an diesem Tag.

Alle freuten sich über jedes Paket. Einige Menschen brachten auch zwei, ja sogar drei Pakete, die sie weihnachtlich verpackt hatten. Viele Pakete waren für Familien mit Kindern zusammengestellt worden. Bis zum Abend nahm das Tafel-Team die Spenden an, am heutigen Mittwoch findet die Ausgabe statt.

Ismail Kirmizgül griff sich bei der Übach-Palenberger Tafel die Ukulele, zupfte ein paar Saiten und begann zu singen. Seine Kollegen Turgut Karakavuz, Emrah Kör und Antonio Adao waren gleich dabei und summten mit. Die kurze Pause machte den Männern sichtlich Spaß, denn die vier Helfer von der Übach-Palenberger Tafel hatten an diesem Dienstag alle Hände voll zu tun.

Sie ergänzten das Team der vielen Freiwilligen, die in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) die Pakete für die heutige Abholung der Weihnachtspaketaktion packten. Und da wusste Roswitha Bischhaus-Trotnow vom Tafel-Vorstand jede Hilfe zu schätzen, auch wenn sie von nicht erwarteter Seite kommt. „Wir haben eben sage und schreibe 41 Umzugskartons voll mit Waren bekommen, die von der Willy-Brandt-Gesamtschule und dem Carolus-Magnus-Gymnasium gesammelt wurden“, sagte sie stolz.

Während unter anderem Renate Frings, Thomas Schiffmann Christel Busch und Christel Kampen die Pakete so packten, dass am Ende drei Größen bereitstanden, rollte immer wieder Nachschub in die Lohnhalle. Die glich mittlerweile der Werkstatt des Weihnachtsmannes, überall stapelten sich fertig verpackte Kartons mit leckerem Inhalt, hier und dort fanden sich noch unverpackte Waren, die aber schnell in weihnachlich dekorierte Kisten verpackt wurden.

„Meine Jungs müssen gleich noch los, ein paar Kartons besorgen, denn mit so viel Zuspruch hatten wir gar nicht gerechnet“, sagte Roswitha Bischhaus-Trotnow lachend. Sie ist froh über jeden, der sich interessiert, einbringt oder etwas vorbeibringt, schließlich wird es am heutigen Ausgabetag rund 200 Empfänger geben. „Auch in diesem Jahr können wir wieder viele gespendete Stofftiere verteilen“, freute sie sich, „und besonders toll finde ich auch, dass alle an den Spenden beteiligten Schüler persönliche Karten oder Zettel geschrieben haben, die den Menschen zeigen, dass sie auch an Weihnachten nicht alleine sind.“

Nicht alleine war auch Uwe Kunau, der mit „seinen“ Freiwilligen die Hilfspakete in der evangelischen Kirche in Gangelt annahm. Er freut sich schon, wenn am Mittwoch rund 100 Kunden vorbeikommen und ihre Pakete in Empfang nehmen. Allerdings weigert sich Kunau zu akzeptieren, dass es immer mehr Menschen gibt, die Hilfe benötigen, sie aber nicht in Anspruch nehmen. „Die Zahl der Bedürftigen hat nicht so sehr zugenommen“, weiß er, „allerdings wächst die Zahl derer, die sich schämen, zu uns zu kommen, obwohl sie sehr wenig haben.“

Einer, der am Dienstag gerne was hereingebracht hat, ist Sebastian Erfurth. Er ist Koch und hatte gerade eine Ladung Mehl reinbekommen, „schön abgepackt“, wie er ergänzte und brachte das, was er zu viel hatte, spontan vorbei.

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