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Die „Sonnenblume” gibt Kraft

Von: Markus Bienwald
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Marie-Theres Reichert (l.) und Hannelore Leiendecker vom Ambulanten Kinderhospizdienst für Aachen und den Kreis Heinsberg informierten im Städtischen Jugendzentrum von Ubach-Palenberg über ihre Arbeit. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. „Nur da zu sein, das hört sich banal an, ist aber mitunter das Schwerste”, sagt Marie-Theres Reichert. Die sympathische Frau ist Koordinatorin des Ambulanten Kinderhospizdienstes für Aachen und den Kreis Heinsberg mit dem Namen „Sonnenblume”.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Hannelore Leiendecker stellte sie die Einrichtung im Gruppenraum des Städtischen Jugendzentrums am Palenberger Bahnhof vor. Offiziell leisten sie dabei, so titelt auch der Informationsflyer „Unterstützung für lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Familien”.

Was als Begrifflichkeit so technisch daherkommt, hat für Reichert und ihre Mitarbeiter beinahe unendlich viele Facetten. Als Basis dient vor allem die ehrenamtliche Arbeit von zuvor geschulten Mitarbeitern. „Dabei gibt es keine Voraussetzungen”, unterstreicht Hannelore Leiendecker. Was jemand beruflich macht oder gelernt hat, ist nicht wichtig, vor allem die Bereitschaft, sich im Schnitt vier Stunden pro Woche für die Arbeit des Hospizdienstes einzusetzen, zählt. Dabei ist die Arbeit nicht nur für die Kinder wichtig, sondern auch gerade für Eltern und Geschwister. „Wir unternehmen im Rahmen der vorhandenen Fähigkeiten gemeinsame Aktivitäten wie Vorlesen, Spielen, Spaziergänge, Ausflüge oder Kino”, weiß Marie-Theres Reichert aus der täglichen Arbeit.

Dem Kind als Gesprächspartner ein Ohr anzubieten, wie auch die Lebensqualität zu unterstützen, gehört für die Kinder mit unheilbaren, lebensverkürzenden Krankheiten auch dazu. Auf Elternseite steht vor allem die Entlastung im Vordergrund. „Wir entlasten von alltäglichen Dingen, stehen für Gespräche bereit, informieren, vermitteln und stehen unterstützend in vielen Fragen zur Seite”, ergänzt Hannelore Leiendecker. Nicht vergessen werden in der Arbeit vor allem auch die Geschwisterkinder.

Hier wird sich seitens der Ehrenamtler Zeit genommen, etwas zu unternehmen oder einfach nur auch da zu sein, um Trauer und Erlebnisse zu verarbeiten. Um all dies leisten zu können, braucht der Kinderhospizdienst ehrenamtliche Unterstützer und auch Spenden.

„Wir bekommen lediglich eine Refinanzierung von zwölf bis 15 Prozent”, weiß Hannelore Leiendecker, „denn das, was wir leisten, kann nicht durch eine Krankenkasse wirklich abgerechnet werden”. Vor dem Eintritt der Ehrenamtler in ihren Dienst, die im Einzugsgebiet derzeit neun Familien betreuen, werden sie umfassend geschult.

Krisenbewältigung

Themen wie Abschied, Trauer, Sterben und Tod stehen dabei ebenso auf dem Programm wie der besondere Umgang mit schwerst mehrfach behinderten Kindern oder auch Kommunikation, Krisenbewältigung und Beziehungsgestaltung in der Familie. Unterm Strich steht die Arbeit des Kinderhospizdienstes so für das Begleitungsangebot vom Tag der Diagnose bis über den Tod hinaus, um den individuell immer unterschiedlichen Trauerprozess zu unterstützen.

Darüber hinaus soll natürlich auch die Lebensqualität der betroffenen Kinder verbessert werden, wozu es auch immer wieder interessante Angebote der Deutschen Kinderhospiz-Akademie gibt. Letztlich werden die Eltern dabei aber immer eng mit eingebunden. „Denn wir sehen und respektieren die Eltern als Fachleute für die Belange ihrer Kinder und handeln in enger Absprache mit ihnen”, schließt Marie-Theres Reichert.
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