Gangelt-Birgden - Die Pieta in einem zauberhaften Licht

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Die Pieta in einem zauberhaften Licht

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In der Gangelter St. Nikolaus-Kirche hat Stefan W. Knor mit Licht schon herrliche Anblicke geschaffen. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Birgden. Der Lichtinstallationskünstler Stefan W. Knor wird Ende November in der Birgdener Pfarrkirche St. Urbanus eine ganz besondere Arbeit zeigen.

Stefan W. Knor ist in der Weggemeinschaft kein Unbekannter, hat er doch schon einige Male in der Gangelter St.-Nikolaus-Kirche und in St. Maternus in Breberen mit seinen fantastischen Beleuchtungsaktionen für Aufsehen gesorgt.

Für Birgden wird es jetzt noch spannender. Der unterfränkische Künstler Balthasar Schmitt (1858-1942) hat im Jahr 1904 eine lebensgroße, farbige Pieta für die St.-Paul-Kirche in München geschaffen. In den 1980er Jahren entzündete ein Kirchenbesucher vor dieser Plastik unsachgemäß Opferkerzen, wonach die Pieta brannte und völlig verkohlte.

Man hatte sich damals entschieden, das zerstörte Original durch eine Kopie zu ersetzen, bildete die verkohlten Strukturen auf den Resten des Originals mit Modelliermasse nach, fertigte von dem wiederhergestellten Stück einen Abdruck, den man ausgoss und in Anlehnung an das zerstörte Original farblich nachbildete.

Auf dem Dachboden eingelagert

Das verkohlte Original wurde auf dem Dachboden der Paulskirche eingelagert und geriet dort in Vergessenheit. Bei einer Licht- und Kunstinstallation wurde das Original von Stefan W. Knor zufällig entdeckt und ihm für seine künstlerische Arbeit als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Die Skulptur wurde in den Kirchenraum von St. Thomas im Exerzitienhaus des Bistums Trier gebracht. Dort hat der Künstler zunächst die gesamte Modelliermasse in mühevoller Arbeit heruntergekratzt. Dann wurde auf die neu zum Vorschein gekommene verkohlte und verrußte Struktur partiell Blattgold aufgetragen. Für ihn ein „Spannungsfeld von Verfall und Zerstörung, von Erhabenheit und Würde”.

Wunschzettel in die Kiste

Diese Skulptur behält nun ihre Heimat im Kirchenraum von St. Thomas, wechselt jedoch zu Licht- und Kunstinstallationen in andere Kirchen - nun nach Birgden. Dort wird die Pieta während Adventszeit ausgestellt. Die Heiligenfiguren aus dem Altarraum werden umgesetzt, der Platz für die Pieta und die Arbeit von Stefan W. Knor vollständig geräumt.

Bei der Installation findet eine alte Militärkiste ihren Platz. Hier ist jedem Besucher die Gelegenheit gebeten, ein Gebetsanliegen auf einem kleinen Zettel aufzuschreiben und diesen in die Kiste zu werfen. Für die Messfeiern wird ein beweglicher Altar verwendet, der nach jedem Gottesdienst wieder entfernt wird, um der Pieta den Raum ungestört zu überlassen. Am Samstag, 27. November, wird die Pieta vom Birgdener Pfarrgemeinderat in Trier abgeholt und nach Birgden gebracht.

Altarraum ausgeräumt

Dort werden Helfer den Altarraum bereits ausgeräumt haben und dem Künstler bei Aufbau und Positionierung der Pieta und der Installation helfen. Zu sehen ist die Pieta in Birgden vom 28. November bis zum 19. Dezember. Unabhängig von den Gottesdiensten ist die Kirche von 9 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Rund um die Kunstaktion gibt es zahlreiche weitere Termine in der St.-Urbanus-Kirche.
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