Die Nerven liegen blank bei den Landwirten

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Kreis Heinsberg. „Wann wirds mal wieder richtig Sommer?” sang Rudi Carell schon 1975. Diese Frage stellen sich in diesem Jahr nicht nur sonnenhungrige Urlauber und Daheimgebliebene, sondern insbesondere auch viele Landwirte im Rheinland.

Über die Hälfte des Weizens steht noch auf dem Feld und muss dringend gedroschen werden. Auch in den nächsten Tagen soll es immer wieder regnen, so dass die Landwirte nicht ernten können, hieß es aus der Landwirtschaft.

„Die Nerven liegen blank”, beschrieb Bernhard Conzen, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg, die Lage. „Die Bauern warten dringend auf trockene Tage. Die Getreidebestände sind reif und teilweise sogar schon überreif.” Während das außerordentlich trockene Frühjahr das Wachstum des Weizens hemmte, bedeutet der nasse Sommer eine weitere Herausforderung für das Getreide.

„Bei Regen werden die Qualitäten nicht besser”, so der Vorsitzende. Die Landwirte würden derzeit sorgenvoll in den Himmel schauen. Das Ernten war bisher aufgrund des wechselhaften Wetters eine echte Hängepartie. Der Regen verhinderte die kontinuierliche Arbeit auf den Feldern.

„Das können die Verbraucher auch an der Landschaft sehen: Normalerweise würden die Mähdrescher auf einem Feld in einem Zug durchfahren und den gesamten Bestand ernten. In diesem Jahr wurde oft auf einem Feld mit dem Dreschen begonnen und die Arbeiten mittendrin unterbrochen, als Regen einsetzte. Allein das zeigt, wie schwierig die Erntesituation in diesem Jahr ist”, schilderte Bernhard Conzen die Situation.

In wenigen Wochen müsse auch mit der Rapsaussaat begonnen werden. Daher könnte es zeitlich sehr eng werden, die Ernte einzufahren und weitere anstehende Bodenarbeiten rechtzeitig zu verrichten. „Die Weizenernte wird bei den ersten trockenen Sonnentagen innerhalb kürzester Zeit unter Dach und Fach gebracht werden müssen”, kündigte der Vorsitzende an und sprach von einer regelrechten Blitzernte.

Besonders in diesem Jahr würden die Landwirte spüren, dass Landwirtschaft nicht wie andere Wirtschaftszweige in einer Halle stattfände, sondern unter dem freien Himmel. Die Landwirtschaft sei der einzige Sektor, in dem die Produktionsfaktoren so unberechenbar und risikoreich seien.

„Das prognostizierte Wetter rund um den Siebenschläfertag scheint sich zu bewahrheiten.” In der ersten Juliwoche war es wechselhaft und so ist das Wetter getreu der Bauernregel „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt” auch die folgenden Wochen geblieben.

Mitte August müsste die Schlechtwetterperiode zumindest nach der Bauernregel enden. „Jetzt hoffen wir auf einen warmen Spätsommer”, so Conzen.
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