Gangelt - Die Naturschützer wagen sich aufs Eis

Die Naturschützer wagen sich aufs Eis

Von: hama
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nabu gang bild gr
Das Eis hält: Die Naturschützer können jetzt auch unzugängliche Biotope im Gangelter Bruch pflegen. Doch nicht immer sprangen die Motorgeräte bei den Minusgraden sofort an. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Die Ortsgruppe Rodebach-, Saeffelbach-, Kitschbachtal des Nabu, die Feucht- und Grünbereiche in den Gemeinden Gangelt und Selfkant betreut, hat sich aufs Eis gewagt - zu handfester Naturschutzarbeit.

Mit Kettensäge und Freischneider können sie jetzt nach dem langen Frost auch das sumpfige Biotop zwischen der Schinvelder Straße Mindergangelts und den Fahnenstangen am Parkplatz des Wildparks Gangelt pflegen.

Hier haben sie - lange vor der Verwirklichung des Projektes Naturpark Rodebach/Roode Beek - das alte Rodebachbett wieder hergestellt und eine natürliche Idylle geschaffen. Durch seine Lage abseits der Wege und den starken Bewuchs, ist für Ortsfremde kaum zu erkennen, dass es hier um ein nahezu perfektes Rückzugsgebiet für bedrohte Flora und Fauna handelt.

Aber die sich selbst überlassene Natur wuchert dort dermaßen, dass die Nabu-Leute ab und an eingreifen müssen. Von der Landseite aus ist das kein Problem. Aber es haben sich auch Inseln gebildet, die bei normalen Witterungsverhältnissen nur sehr schwer zugänglich sind. Da kam der Frost der letzten Tage gerade recht: „Wenn nicht jetzt, wann dann?”, fragte Franz Oschmann sich und seine Mitstreiter. So schritten die Naturschützer kurzfristig zur Tat.

Denn „ein Amphibiengewässer braucht Sonne”, so Oschmann. Daher wurde der Aufwuchs aus Erlen und Weiden kräftig gestutzt. „Aber ich habe das Gefühl, je öfter wir hier schneiden, desto schneller wächst das wieder nach”, berichtete Oschmann. Um den Besuchern wieder einen besseren Blick auf das Naturschutzgebiet bieten zu können, wurde auch an der Aussichtsplattform gearbeitet.

Welchen Erfolg die Arbeit über die Jahre hat, zeigt die Ansiedlung seltener Pflanzen und Tiere.

Während man 1983 das erste Biotop an der Dahlmühle errichtet hatte, begannen 1990 die Arbeiten in dem Bereich, der jetzt bearbeitet wurde. „Damals haben wir händeringend um jedes Stück gekämpft”, um das Rodebachtal zu renaturieren.

„Ein Glücksfall für die Umsetzung solcher Ideen in Gangelt war die uneingeschränkte Bejahung dieser Naturschutzgedanken durch unsere Gemeinde: Schon früh konnte zum Beispiel erreicht werden, dass bestimmte Bruchwiesen nicht mehr intensiv gedüngt und genutzt bzw. zu Ackerland umgebrochen werden durften. Frei werdende Flächen wurden dem Nabu zur Verfügung gestellt, eine größere Fläche in Mindergangelt sogar für Renaturierungsmaßnahmen und Biotopvernetzung angekauft.”

Ein Problem bleibt aber, dass die Tiere zwischen dem Naturpark und dem Biotopverbund in Mindergangelt wandern und dabei die Straße am ehemaligen Zollamt überqueren müssen. Oschmann: „Da wäre ein Amphibientunnel nicht schlecht.”
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