Die ganze stimmliche Pracht entfaltet

Von: Johannes Gottwald
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Der Männergesangverein Teveren begeisterte mit seinem Konzert rund 300 Besucher in der Turnhalle. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Teveren. Einen kalten Winterabend mit Sturm und Schneetreiben hat sich der MGV Teveren für sein Jahreskonzert ausgesucht. Trotzdem war die Sporthalle der Grundschule Teveren bis auf den letzten Platz gefüllt.

Und den rund 300 Besuchern wurde sogleich warm ums Herz, denn Gerd Geradts brach mit seinen Mannen in sonnige Gefilde auf. Das mexikanische „La Golondrina” und ebenso „La Paloma” zeigten sogleich die Richtung des Programmes, das diesmal vor allem die leichte Muse, also die Welt von Schlager und Operette zum Inhalt hatte. Mit dem „Friesenlied” - im norddeutschen Dialekt vorgetragen! - ging es dann allmählich wieder in die Heimat zurück.

Und da in Friesland die Küste nicht fern liegt, war es nur folgerichtig, dass sich mit „O John” ein ruhig-sentimentales Seemannslied anschloss. An dieser Stelle muss man hervorheben, dass der MGV Teveren insgesamt über eine vorzügliche Textaussprache verfügt - selbst auf den hintersten Plätzen konnte man jedes gesungene Wort verstehen. Schade nur, dass im Programm kein einziges a-capella-Stück enthalten war.

Dann wurde es Zeit für die ersten Soloauftritte. Der Bariton Eduardo Kwon trug zunächst die Arie „O du mein holder Abendstern” aus der Wagner-Oper Tannhäuser vor. Hier hätte man sich allerdings mehr Helligkeit und stimmliche Transparenz gewünscht.

Weitaus besser gelang die Arie des Escamillo aus der Oper „Carmen”, die dem Temperament des Interpreten mehr entgegenkam. Auch eine Sopranistin hatte man für den Abend engagiert: Svetlana Abramova sang mit dezenter, aber klangvoller Stimme „Una voce poco fa” aus Rossinis „Barbier von Sevilla”.

Auch der nächste Programmblock des MGV führte in die Neue Welt. „El Condor pasa” beschwor die einsame Berglandschaft der peruanischen Anden herauf, während „Ave Maria no morro” das Schicksal eines Bettlers auf den Straßen von Rio de Janeiro beschrieb, dem die Mutter Gottes unerwartet eine Spende zukommen lässt. Das idyllische Leben einer Schäferin kam dagegen in „La Pastorella” zum Ausdruck.

Nach der Pause zogen mit „Stragers in the night” und „Spanish eyes” zunächst zwei bekannte Schlagermelodien vorüber. Dann konnten sich die zwei Solisten nochmals präsentieren. Mit „Pres des remparts de Sville” war die Oper Carmen nochmals vertreten - Svetlana Abramova gelang hier nochmals eine überzeugende Leistung. Bei der bekannten Arie „O sole mio” konnte Eduardo Kwon auch sein schauspielerisches Talent zeigen, bei dem er sehr gekonnt die Lachmuskeln der Zuhörer strapazierte und dafür großen Sonderapplaus bekam.

Ebenso stürmisch beklatscht wurde das Duett „Lippen schweigen” aus der „Lustigen Witwe” von Léhar, das nicht weniger bühnenwirksam dargestellt wurde. Bei diesen Stücken musste auch Stefan Palm, der wie immer souverän für die Klavierbegleitung des ganzen Konzertes sorgte, sein ganzes pianistisches Können aufbieten.

Den musikalischen Schlussakkord setzte dann wieder der MGV Teveren mit drei Vorträgen von von Johann Strauß. Der Kaiserwalzer wurde überraschend zunächst von Stefan Palm im Vierertakt eingeleitet, erst mit dem Einsatz des Chores hörte man den vertrauten Walzer-Rhythmus.

In dem groß angelegten Stück konnte der MGV dann seine ganze stimmliche Pracht entfalten. Auch der „Feuerstrom der Reben”, ein Loblied auf den Champagner aus der Operette „Die Fledermaus” verfehlte unter dem temperamentvollen Dirigat von Gerd Geradts seine Wirkung nicht. Der „Donauwalzer” war - ebenso wie der Kaiserwalzer - ursprünglich ein reines Instrumentalstück, das aber seiner Beliebtheit wegen schon bald mit einem Text unterlegt wurde. Hier hätte das Publikum zum Gesang des MGV am liebsten mitgeschunkelt und bedankte sich am Ende mit minutenlangem Beifall - worauf auch noch die versprochene Zugabe folgte.
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