Deutschkurs: Ein Weg aus der Isolation

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. Sie kommen aus aller Herren Länder, aus Sri-Lanka, aus Ex-Jugoslawien, aus der Türkei. In Geilenkirchen haben sie eine neue Heimat gefunden.

Ihre Kinder besuchen die Tagesstätten und Schulen, und sie lernen die deutsche Sprache. Wer sie oft nicht lernt, sind die Mütter. Es sind Mütter mit Schwellenängsten, Mütter in der Isolation. Dem treten derzeit das Familienzentrum Teveren, die Katholische Grundschule Teveren und die Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen entgegen. In Kooperation mit dem Jugendemigrationsdienst Düren-Heinsberg und dem Sozialdienst Katholischer Frauen, die das Projekt finanzieren, bieten sie in der Gemeinschaftsgrundschule an der Sittarder Straße in Geilenkirchen für Mütter aus ihren Einrichtungen einen Sprachkurs an. Etwa 25 Frauen werden hier von Athina Roubert, Lehrerin aus Heinsberg und in der Erwachsenenbildung erfahren, unterrichtet.

„Wir hatten schon einmal in Zusammenarbeit mit der VHS einen solchen Sprachkurs angeboten. Jedoch hatten die Mütter nach drei Semestern kein Interesse mehr”, erklärt Annette Maxheim, Leiterin der GGS Geilenkirchen. Gleiche Erfahrung hat Stefanie Nießen, Leiterin des Familienzentrums Teveren, gemacht. „Wir haben es versucht, aber es kamen zu wenig Mütter.” Nun ziehen die drei Einrichtungen an einem Strang. „Mittlerweile ist das Interesse der Frauen auch größer, weil der gesetzliche Druck da ist”, haben die Beteiligten übereinstimmend festgestellt.

„Das Angebot, die deutsche Sprache hier zu lernen, ist wichtig. Aber auch, dass sich die Frauen hier austauschen können und aus ihrem Alltagstrott herauskommen”, sagt Annette Maxheim. „Und aus der Isolation”, ergänzt Monika Lichtenberg, Leiterin der Katholischen Grundschule Teveren. Neben den „klassischen Migrantinnen”, wie es Maxheim ausdrückt, drücken auch Frauen von Awacs-Angehörigen nun 20 Stunden lang die Schulbank. „So treffen unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Lebensweisen aufeinander”, meint Annette Maxheim. „Aber was bei allen Frauen gleich ist, ist die Isolation”, ergänzt Monika Lichtenberg.

Bei diesem ersten gemeinsamen Deutschkurs handelt es sich um eine Staffel von 20 Unterrichtsstunden. Aber die Beteiligten hoffen, dass der Sozialdienst katholischer Frauen Düren das Projekt weiter fördert und weitere Kurse angeboten werden können. „Wir wollen die ausländischen Mütter in die Lage versetzen, dass sie ihre Kinder in der Schule unterstützen können”, sagt Stefanie Nießen, die die gute Zusammenarbeit ihrer Einrichtung mit den Schulen betont.

Wer an einem Deutschkurs Interesse hat, wende sich an eine der beteiligten Einrichtungen. Vorwiegend angesprochen sind Mütter, deren Kinder die Grundschulen Geilenkirchen und Teveren oder die Kindertagesstätte Teveren besuchen. „Miteinander lernen verbindet auch. So können die Mütter untereinander Kontakte knüpfen. Schön wäre es natürlich, wenn es ein Café für ausländische Eltern geben würde, in dem sie sich treffen und austauschen können. Die Räumlichkeiten sind schließlich da, es fehlt nur das ehrenamtliche Personal”, bedauert Monika Lichtenberg.
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