„Der Talisman“: Theater-Gruppe arbeitet Bühnenstück auf

Von: Georg Schmitz
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Alle sind einheitlich gekleidet, aber Gänsemagd Salome fällt – im Nachspiel der Nestroy-Posse auch bei der Theateraufführung in St. Ursula – mit ihren roten Haaren „aus dem Rahmen“ und wird von den anderen gesellschaftlich ausgegrenzt. Foto: Georg Schmitz
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Jonathan Schweizer spielt als Titus Feuerfuchs die Hauptrolle. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mit der Inszenierung von Johann Nestroys Bühnenstück „Der Talisman“, entstanden im Jahr 1840, hat die Theater-AG des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula ein auch heute aktuelles Thema an das Publikum herangebracht.

Es ging um nichts Geringeres als die Ausgrenzung von Menschen, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung nicht in den Rahmen einer mit Klischees behafteten Gesellschaft passen. Seit dem vergangenen Herbst haben die 27 Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen diese Posse in drei Akten einstudiert.

Die Proben für den von Teresa Lütgemeier und Jonathan Schweizer überarbeiteten „Talisman“ wurden intensiviert. „Es geht um rote Haare, die ich eigentlich immer schön gefunden habe“, erläuterte der stellvertretende Schulleiter Bernward Coers die Thematik bei seiner Begrüßungsansprache in der Aula des Gymnasiums.

Aber die Akteure hatten mit diesen roten Haaren ein Problem. Bei dem Theaterstück handele es sich um Klamauk mit Tiefsinn, es gehe um Vorurteile und Ausgrenzung. „Diese Schüler haben Freude am Spiel“, war sich Bernward Coers sicher. So eine Aufführung sei aber auch mit viel Arbeit verbunden, vor und hinter der Bühne.

Für die zweistündige Inszenierung unter der Spielleitung der St.-Ursula-Lehrer Katrin Mader-Bleimann und Lars Krömeke haben die Schüler Textteile selbst geschrieben und den Gesang auf die Neuzeit abgestimmt. Jonathan Schweizer (Q2) stach mit der Hauptrolle aus der Schauspielerschar hervor. Er spielte den Barbiergesellen Titus Feuerfuchs und wurde wegen seiner roten Haare von der Gesellschaft nicht akzeptiert. Auch die rothaarige Gänsehüterin Salome Pockert, gespielt von Teresa Lütgemeier (Q2), wurde von allen gemieden. „Wer etwas gegen die Farbe Rot hat, der weiß nicht, was schön ist“, bekundete sie ihre Meinung. Da gehe sie doch lieber zu den Gänsen, denn die schauten nicht auf die Haare, sondern auf die Hände, die sie fütterten.

Titus Feuerfuchs war sich sicher, dass die Menschen anscheinend nur auf die Haare schauen würden, um andere einschätzen zu können. Machten graue Haare etwa intelligent? Die rothaarige Gänsehüterin traf zufällig auf Titus und fand Gefallen an ihm. Seine roten Haare waren „so schön“ – und überhaupt, fand sie alles schön an ihm.

Eines Tages rettet Titus dem Friseur Marquis das Leben, dessen Kutsche verunglückt war. Der Marquis war ihm zu Dank verpflichtet und schenkte Titus einen Talisman. Der entpuppte sich als schwarzhaarige Perücke, und von nun an änderte sich das Leben von Titus gewaltig. Die auf einem Gut lebende Witwe offerierte Titus eine hohe Stellung, und so stieg er bis zum Sekretär auf. Doch mit dem Verlust seiner schwarzen Perücke geriet sein Aufstieg in Gefahr. Er versuchte es mit blonder und grauer Perücke, aber erst nach dem späteren Verzicht auf seinen „Talisman“ findet er sein Glück zurück. Starker Applaus für das Ensemble und die Mitwirkenden!

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