Geilenkirchen - Der Abriss des alten Stellwerks rückt näher

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Der Abriss des alten Stellwerks rückt näher

Von: Wilfried Rhein
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Kommt endlich Bewegung in die
Kommt endlich Bewegung in die Debatte um das alte Stellwerk (Bild) am Bahnhof Geilenkirchen? Bahn-Dienststellen sprechen von „Abstimmung mit der Stadt”. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Das Problem schien für die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) in Essen überschaubar. „In etwa vier Wochen” besitze man klarere Informationen, wie es mit der Zukunft des alten Stellwerks vor der Nikolaus-Becker-Stube aussehe.

Die Geilenkirchener Ratsfraktion der Grünen nämlich hatte den Abriss des nutzlosen Zweckbaus gefordert. Aber eine Absichtserklärung ließ auf sich warten.

Diesen zeitlichen Rahmen nach Antrag der Grünen genannt hatte Diplom-Ingenieur Carsten Kirchhoff von der BEG, ein Unternehmen, das sich aus Land NRW und Bahn AG gegründet hat, um aufgelassene Bahnliegenschaften zu überplanen. Darüber hatte diese Zeitung in der Ausgabe vom 18. Januar berichtet. Unterstützer des Antrags ist beispielsweise auch Gastronom Franz-Willi Jansen, der aus der Tür seines Restaurants an der Konrad-Adenauer-Straße direkt auf den braungeziegelten Klotz schaut. Ein Blick auf Mauer- und Sprayerschäden, auf Lochbleche vor ehemals Türen und Fensterhöhlen.

Die Situation ist jetzt, rund ein halbes Jahr nach dem Antrag der Geilenkirchener Grünen, unverändert. Die Frage war, ob sich auf den verschiedenen Verwaltungsebenen der Entscheidungsträger in dieser Sache etwas tut. Entsprechende Anfragen dieser Zeitung aber führten in Essen zu keinem Ergebnis. Auch die Stadtverwaltung Geilenkirchens zeigte sich trotz „zahlreicher Gespräche mit Vertretern der Deutschen Bahn” ratlos, wie Jürgen Benden, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erfuhr.

Einen weiteren Versuch, in die Abriss-Bewegung Fahrt zu bringen, haben die Grünen Anfang Juni unternommen, jetzt bei der DB Netz AG in Duisburg. Auch dieser Dienststelle wurde geschildert, dass das Stellwerk seit dem Jahr 2007 ohne Funktion ist. Die technischen Aufgaben zur Sicherheit von Bahnübergang, Weichen und Signalen werden zentral und elek­tronisch von Duisburg aus übernommen.

„Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass die meisten Menschen kein Verständnis mehr dafür haben, dass dieser Schandfleck nun schon seit Jahren an der Hauptdurchgangsstraße unserer Stadt steht”, formuliert Jürgen Benden an die Bahn-Adresse. Weil offenbar ohne weitere Bedeutung für die Bahn AG, „wurde die Pflege nach meinem Empfinden und dem vieler Bürgerinnen und Bürger von der Deutschen Bahn ganz eingestellt”, vermutet Jürgen Benden und fügt hinzu: „Es ist nicht länger hinnehmbar, dass die Entscheidung einfach ausgesessen wird.”

Als eine eher „kleinere Entscheidung” bewerten die Grünen die Konsequenz bei der Bahn AG, dem Abriss endlich zuzustimmen, auch mit Blick auf Aufwand und Kosten. Deshalb sei das zögerliche, verweigernde Verhalten der Bahn für eine klare Auskunft „nicht nachvollziehbar”, so Jürgen Benden, und würde wohl kaum zu einem positiven Image der Deutschen Bahn AG beitragen.

Die DB Netz AG in Duisburg hat den Brief zwar zur Kenntnis genommen, fühlte sich aber nicht in direkter Verantwortung. „Das Verfahren liegt ganz bei der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft”, sagte Netz AG-Sprecher Jürgen Kugelmann auf Anfrage dieser Zeitung, „dort wird selbstständig entschieden.” Gleichwohl sagte die Netz AG zu, sich über den aktuellen Stand der Sache zu informieren. Aus dem aktuellen Kenntnisstand heraus teilte Jürgen Kugelmann am Donnerstag dieser Zeitung mit, dass „zurzeit in Abstimmung mit der Stadt Geilenkirchen der Abriss des Stellwerkes geprüft” werde. Ein exakter Termin dafür aber sei jetzt noch nicht zu nennen.

Eine Auskunft, mit der Grünen-Fraktionschef Benden erst mal leben kann. Er will mit der Stadtverwaltung in Kontakt bleiben, wann diese eine Abbruchgenehmigung geben wird.
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