Geilenkirchen - „De-Icing-Team” sorgt für sicheren Awacs-Start

„De-Icing-Team” sorgt für sicheren Awacs-Start

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
awacs-seitedrei
Rotodom und Tragflächen waren Dienstagmorgen voller Schnee und mussten aus Sicherheitsgründen mit gezieltem Strahl von der „weißen Pracht” befreit werden. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Schnee und Eis sind Gründe für den Einsatz des „De-Icing-Teams” der Nato Airbase. „De-Icing” steht für Enteisung, und die Männer der im Winter zum Einsatz kommenden Abteilung sind derzeit pausenlos mit dem Beseitigen von Eis und Schnee auf Flugzeugen beschäftigt.

Diese Beseitigung ist zwingend notwendig, damit die E-3A-Maschinen wie auch Training-Cargo-Aircrafts (TCA) des Verbandes und die US-Tanker der Air National Guard problemlos starten können.

Fünfköpfiges Team

Die De-Icing-Section ist genauso alt wie der Nato E-3A-Verband selbst. Für Supervisor Geert jan van der Gaauw begann der Arbeitstag Dienstagmorgen um 6.30 Uhr. Zusammen mit seinem fünfköpfigen Team startete er mit den Vorbereitungen für die Enteisung der Flugzeuge an diesem Tag. „Die Anzahl der zu enteisenden Flugzeuge erfahren wir einen Tag vorher, heute sind es neun”, sagt der niederländische Crew Chief.

Rückhaltebecken

Eine halbe Stunde vor dem Takeoff muss jede Maschine von Eis und Schnee befreit sein. Dies geschieht auf einer eigens für das De-Icing vorgesehen Fläche unweit von Hangar IV. Hier muss die Entsorgung des aus Schnee und Eis sowie des Enteisungsmittels entstandenen, flüssigen Gemischs gewährleistet sein. Über eine Abflussrinne werden die vom Flugzeug fließenden Rückstände in ein unterirdisches Rückhaltebecken geleitet, dort aufgefangen und später fachgerecht entsorgt.

Um 8 Uhr wird die erste Awacs-Maschine mit dem markanten „Radarpilz” in Position gebracht. Zwei große Trucks mit der Bezeichnung „Elephant B” und „Elephant B-15” nähern sich dem Flugzeug. Einen Spitznamen haben die Fahrzeuge auch: „Ellie” und „Nancy” prangt in großen Lettern an den Türen. Die mit einem „Vestergaard De-Icing-System” ausgestatteten Lkw verfügen je über einen 2000-Liter-Tank, in dem das je nach Temperatur, Vereisungsgrad und Schneemenge unterschiedlich gemischte und auch mit Wasser verdünnte Enteisungsmittel Platz findet. „Typ 1” des „Anti-Icing-Fluid”, wie es offiziell heißt, sieht farblich aus wie dickflüssiger Orangensaft.

Per Joystick

„Der bleibt lange auf den Tragflächen haften”, erklärt van der Gaauw. „Typ 2” sei klar und leichter und komme unter anderen Voraussetzungen zum Einsatz. Noch während des Abspritzens der Flugzeuge besteht die Möglichkeit, das Mischungsverhältnis über ein Touch-Screen-Display manuell zu verändern, so dass sich der „De-Icer” jeder Situation flexibel anpassen kann. Heinz Tholen steuert an diesem Tag den „Elephant B-15”, sein Kollege „Tito” aus Puerto Rico betätigt von der auf einem Teleskoparm angebrachten, ausfahrbaren Kabine per Joystick die Enteisungsvorrichtung.

General an Bord

Aus dem Sprühkopf an der Spitze des „Rüssels” spritzt ein dicker Strahl des De-Icing Mittels. Mit rund um den Sprühkopf verteilten Scheinwerfern wird der Einsatzbereich ausgeleuchtet. Durch Hin- und Herbewegungen verteilt Tito die Flüssigkeit über Rumpf, Tragflächen und Rotodom der E-3A Maschine, wobei es auch schon mal 15 Meter in die Höhe geht. Eis und Schnee lösen sich in Sekundenschnelle von der bearbeiteten Fläche, fließen auf den Betonboden ab und gelangen in das Auffangbecken.

Gegen 9.40 Uhr ist das dritte Flugzeug an der Reihe. Der Kommandeur der Awacs-Flotte, Generalmajor Stephen D. Schmidt aus Mons/Belgien, befindet sich an Bord und erlebt als Pilot die Enteisung hautnah mit. Im Abstand von etwa 25 Minuten rollt eine Maschine nach der anderen auf den Platz und muss sich derselben Prozedur unterziehen. Darunter sind auch zwei Tankflugzeuge der US-Air-Force. Am Dienstag benötigte das Team insgesamt 13000 Liter Spezialgemisch zum Enteisen der neun Flugzeuge. Alle neun Flugzeuge erheben sich anschließend problemlos in die Luft, und daran sind auch die Männer der De-Icing-Abteilung maßgeblich beteiligt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert