Geilenkirchen - Das traurigste Kapitel in der Geschichte der Airbase

Das traurigste Kapitel in der Geschichte der Airbase

Von: Georg Schmitz
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Rund 15 Minuten nach dem Absturz ragte das rauchende Leitwerk des zerstörten Stratotankers aus dem Dunkel des Waldes. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Mittwoch, 13. Januar 1999 - es ist ein Datum, das in trauriger Erinnerung bleibt. Ab 20.42 Uhr gingen an diesem Tag dutzende Anrufe bei Polizei und Feuerwehr ein: „Ein Flugzeug ist abgestürzt!”

Vor zehn Jahren, geschah das tragische Unglück am Rande der Geilenkirchen Airbase, bei dem die vier amerikanischen Besatzungsmitglieder Pilot Major David W. Fite (41), Co-Pilot Captain Kenneth F. Thiele (31), Navigator Major Matthew F. Laiho (40) und Boom-Operator Sergeant Richard D. Visintainer (48) ihr Leben lassen mussten. Weltweit sorgte der Absturz des Tankflugzeuges für Bestürzung.

Die Stratotanker vom Typ KC-135, eine Version der ursprünglichen Boeing 367-80, ist mit vier Triebwerken ausgerüstet und führt maximal 90000 Liter Kerosin mit sich. Über einen „Rüssel” werden andere Flugzeuge während des Fluges in der Luft betankt. Die Tankerbesatzungen rekrutieren sich aus Mitgliedern der „Air National Guard”. Im Falle des verunglückten Stratotankers gehörten die vier Soldaten zum „141. Air Refueling Wing” der „Air National Guard” Washington.

Ein kalter Wintertag

Auch heute erinnern sich die Menschen in der Region noch an das schlimme Unglück, das damals tagelang die Schlagzeilen aller Zeitungen füllte. Der 13. Januar 1999 war ein kalter Wintertag. Zeugen hörten um 20.39 Uhr ein lautes Aufheulen der Triebwerke, das dann abrupt abbrach. Wenige Sekunden später sahen sie einen Feuerball nahe dem Ende der Landebahn in Richtung Niederlanden aufsteigen.

Die späteren Ermittlungen ergaben, dass die Crew der von einem Übungsflug zurückgekehrten US-Maschine mit dem Rufnamen „Esso 77” um 20.31 Uhr um Landeerlaubnis für den Flugplatz in Teveren gebeten hatte. Schon zur Landung ansetzend, erreichte den Tower um 20.39 Uhr ein erneuter Funkspruch „Ich starte durch”. Der Pilot zog das Flugzeug über der Landebahn wieder hoch.

In steilem Winkel zog der noch mit rund 10.000 Litern Kerosin beladene Stratotanker nach oben, wurde instabil und kippte über den rechten Flügel ab und fiel „wie ein Stein” aus etwa 400 Meter Höhe in ein neben der Neutralen Straße gelegenes Waldstück auf deutscher Seite. Diesen Verlauf hatte der damalige Kommandeur des Nato E-3A-Verbandes und heutige Inspekteur der Luftwaffe, Klaus-Peter Stieglitz der versammelten Presse mitgeteilt.

Vier Kreuze als Erinnerung

Das Flugzeug ging sofort in Flammen auf, die vier Besatzungsmitglieder waren auf der Stelle tot. In dem Waldgebiet lagen auf relativ engem Raum die Trümmer des Flugzeuges verstreut, aus einigen Teilen schlugen auch eine knappe Stunde später noch Flammen. An der Absturzstelle war auch der Baumbestand dem Erdboden gleichgemacht.

Anfangs war in der Bevölkerung die Rede vom Absturz einer Nato-E-3A-Maschine, also eines Awacs-Flugzeuges mit 17 Besatzungsmitgliedern. Ein Großaufgebot von Kräften des Rettungsdienstes, von Feuerwehr und Polizei aus Deutschland und den Niederlanden eilte sofort nach dem Absturz zur Unfallstelle.

Die Feuerwehrmänner des Nato-Fire-Departments hatten sich schon Sekunden nach dem Unfall in Bewegung gesetzt. Über 200 Helfer waren wenige Stunden nach dem Absturz eingebunden. Zwei der getöteten Soldaten konnten noch am gleichen Abend geborgen werden, ihre beiden Kollegen erst einen beziehungsweise zwei Tage später. Amerikanische Spezialisten übernahmen die Ermittlungen an der Unglücksstelle. Erst zwei Tage nach dem Absturz landete wieder das erste Awacs-Flugzeug in Teveren - bis dahin war die Landebahn gesperrt.

Bis zum Abschluss der Untersuchungen vor Ort und der Bergung der letzten Trümmer drei Wochen später stand der Bereich der Absturzstelle unter ständiger Bewachung von Polizei und Feldjägern.

Am Montag, 18. Januar 1999, fand ein erster Gedenkgottesdienst auf der Airbase für die Todesopfer statt und auch heute erinnern noch vier ineinander verschmolzene Kreuze aus Metall am Rande der Absturzstelle an das schwerste Flugzeugunglück in der Geschichte des Flugplatzes Teveren.
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