Das „Tor zur Fastenzeit” für vierzig Tage

Von: Andrea Schever
Letzte Aktualisierung:
aschmit1_bu
Buchsbaumzweige sind die Grundlage der für die Liturgie verwendeten Asche. Wenn sie verbrannt sind, wird nach einem Gebet die Asche mit Weihwasser besprengt. Die Flüssigkeit ist auch nötig, um eine streichfähige Paste zu bekommen. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei...” - Diese Textzeile kennt ein jeder. Und so gut wie jeder weiß auch, was man am Aschermittwoch tut: in die Kirche gehen. Aber weniger Leute wissen dann wiederum, warum man gerade an diesem Tag die Kirche aufsucht und dort das Aschekreuz empfängt, auf die Stirn gezeichnet. Der Name Aschermittwoch kommt aus dem Lateinischen: „Dies Cinerum”, der „Tag der Asche”.

Die Asche wird an diesem Tag auf die Häupter der Gläubigen gebracht. Dass es sich stets um den Mittwoch vor der Fastenzeit handelt, liegt am immer gleich bleibenden Abstand zu den restlichen Feiertagen, die ebenfalls an bestimmte Tage und nicht Daten geknüpft sind.

Bereits im zehnten Jahrhundert, als die reinigende Wirkung von Asche schon längst bekannt war, war eine Bestreuung des Hauptes mit Asche ein Zeichen von Sündeneingeständnis und Buße. Damals wurden die Sünder noch in „Sack und Asche” öffentlich und symbolisch aus den Kirchen vertrieben und vom Sakrament der Eucharistie ausgeschlossen, bis sie geläutert am Gründonnerstag in weißen Gewändern wieder in die Gemeinde aufgenommen wurden.

Trotz dieser jahrhundertealten Tradition ging die öffentliche Vertreibung der Sünder während des zwölften Jahrhunderts verloren, wobei das Zeichen der Asche und des daraus gestreuten Kreuzes Dank Papst Urban II. nicht in Vergessenheit geriet.

„Aschermittwoch ist das Tor zur vierzigtägigen Fastenzeit, zur österlichen Bußezeit”, erläutert Pastor Peter Frisch aus Geilenkirchen die Bedeutung dieses Tages im Kirchenjahr. Das Fest hat sogar so eine hohe Stellung, so dass Schulleiter und Arbeitgeber ihren Schülern bzw. Angestellten die Möglichkeit bieten, den Gottesdienst zu besuchen. Ob dies jedoch immer und überall so umsetzbar ist, bleibt natürlich offen.

Die Zweige, die für die Asche benötigt werden, stammen entweder, bereits gesegnet, aus dem vergangenen Jahr oder werden nach Bedarf durch Pastor Frisch und Küsterin Claudia Jacobs an einem Busch nahe der Sakristei frisch gepflückt. Eigentlich handelte es sich dabei seit dem zwölften Jahrhundert um Palmzweige. Da diese aber in unseren Breitengraden nicht so häufig vertreten sind, verwendet man hier die Zweige des Buchsbaumes.

So zusammengetragen, werden die Ästchen angezündet, bis nur noch die Asche übrig bleibt. Dann wird über das Pulver ein Gebet gesprochen: „Barmherziger Gott, du bist den Demütigen nahe und lässt dich durch Buße versöhnen. Neige dein Ohr unseren Bitten und segne alle, die gekommen sind, um das Aschekreuz zu empfangen. Hilf uns, die vierzig Tage der Buße in rechter Gesinnung zu begehen, damit wir das heilige Osterfest mit geläutertem Herzen feiern. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.” Eine erste Überlieferung eines Textes zur Asche-Segnung stammt bereits aus dem elften Jahrhundert.

Hinzu gibt der Geistliche noch Weihwasser. So entsteht die Paste, die den nach vorne Tretenden in Kreuzform auf die Stirn aufgetragen wird. Dazu spricht der dieses Zeichen Spendende: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium” oder auch „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert