Das Auge der Nato blickt auf die Ukraine

Von: Udo Stüßer
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Sie haben rund um die Uhr die Situation in der Ukraine im Blick: die Aufklärer des Awacs-Verbandes. Trotzdem will die Nato ein Flugzeug einsparen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im nächsten Jahr wird die Anzahl der in Geilenkirchen stationierten Awacs-Flugzeuge von 17 auf 16 reduziert. Wie Major Johannes Glowka, Sprecher des Verbandes, erklärt, sollten eigentlich aus Kostengründen drei Flugzeuge ausgemustert werden.

Jetzt habe der Nato-Rat „aufgrund der weltpolitischen Lage“ entschieden, im nächsten Jahr erst einmal eine E-3A-Maschine auszumustern, die Entscheidung über die Aussonderung von zwei weiteren Flugzeugen sei um ein Jahr aufgeschoben worden.

Hauptsächlich ist es die Ukraine-Krise, die den Awacs-Verband derzeit beschäftigt. Die Geilenkirchener Frühwarnflugzeuge sind rund um die Uhr über Polen und Rumänien im Nato-Luftraum im Einsatz. „Wir unterstützen und rückversichern unsere alliierten Nato-Partner“, so der Sprecher, der ausdrücklich betont: „Wir fliegen nicht im ukrainischen Luftraum.“ Von Mitte März bis zum 20. November sei der Geilenkirchener Verband 310 Einsätze über Polen und Rumänien geflogen, jede Mission dauert durchschnittlich zehn Stunden.

Im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise sei der E-3A-Verband, so Glowka, mehr Einsätze geflogen als für den ISAF-Einsatz im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Krieg im gleichen Zeitraum. Am 25. September ist die letzte Awacs aus Mazar-e-Sharif nach Geilenkirchen zurückgekehrt. Über drei Jahre war der Verband in Afghanistan im Einsatz und hat insgesamt 1240 Flüge und 12 240 Flugstunden absolviert. Für die am 1. Januar beginnende Ausbildungs- und Unterstützungsmission hält die Nato einen Einsatz von Awacs-Frühwarnflugzeugen nicht für erforderlich.

Es ist aber nicht nur die Ukraine-Krise, die den Verband derzeit beschäftigt. Hinzu kommen die Trainingsflüge und Unterstützungseinsätze für andere Nato-Staaten, ob über Italien, Portugal oder den USA. Obwohl der Verband gut ausgelastet ist, soll das Personal auf dem Geilenkirchener Flugplatz aus Kostengründen weiter reduziert werden. Derzeit sind noch 1900 Soldaten und Zivilisten in Teveren beschäftigt. Wie weit das Personal auf dem Flugplatz runtergefahren wird, ist derzeit allerdings noch offen. Steigen wird im kommenden Jahr hingegen mit Sicherheit die Zahl der Flugbewegungen: Bis Ende November gab es in diesem Jahr 1291 Flugbewegungen über Deutschland und 1090 über die Niederlande, bilanziert Glowka. Allerdings wurde die 3000 Meter lange und 45 Meter breite Start- und Landebahn im Sommer saniert, so dass der Geilenkirchener Flugplatz zeitweise geschlossen war.

Auch durch die Rückverlegung aus Afghanistan muss mit einem höheren Flugaufkommen in Geilenkirchen gerechnet werden. Für An- und Abflüge über niederländisches Gebiet habe man sich, so der Verbands-Sprecher, bereits festgelegt: 2600 Flugbewegungen werden im kommenden Jahr die Obergrenze sein. An- und Abflüge über Deutschland sind nicht limitiert.

Die Zahl der Flugbewegungen insgesamt wurde in den vergangenen Jahren reduziert. Waren es im Jahr 2009 4286, so wurden sie bis zum Jahr 2013 auf 2958 gesenkt.

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