Übach-Palenberg - Damit die kleinen Igel im Winter überleben

Damit die kleinen Igel im Winter überleben

Von: Christina Kolodzey
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Übach-Palenberg. Ein leises Rascheln im Laub auf dem Hof. Was könnte das sein? Im dichten Laub entdeckte die Tierfreundin ein hungriges Igelchen, das sich schmatzend an Futterresten unserer Katze gütlich tat. Doch wieso tagsüber? Igel sind Nachttiere, das weiß jedes Kind. Und müsste er sich nicht längst im Winterschlaf befinden? Er war zudem recht klein, kaum größer als eine Männerfaust.

Besorgt rief die Tierfreundin bei der Igelstation in Heinsberg an. Fachkundig erklärte man ihr, so wie sie das Tier beschreibe, könne es den Winterschlaf nicht überleben. Es müsste mindestens 600 Gramm Körpergewicht aufweisen, sonst reichten die Fettreserven nicht bis zum Frühjahr. Die Finderin könne den Igel entweder gegen eine kleine Spende vorbeibringen oder auch bei ihr zu Hause überwintern lassen. Für den Fall, dass sie ihn selbst betreuen möchte, gab man ihr Tipps, wie sie dies bewerkstelligen könne, denn der Igel dürfe dann keinen Winterschlaf halten. Erst im April oder Mai nächsten Jahres könne er wieder ins Freie.

Die Tierfreundin entschied sich dafür, das Igelchen den Experten anzuvertrauen. Gleich nach der Ankunft in der Igelstation Heinsberg-Aphoven musste ihr neugierig schnuppernder Findling auf die Waage, und die Skala zeigte gerade einmal 370 Gramm an. In der freien Natur wäre somit seine Überlebenschance gleich Null gewesen. Fein säuberlich notierte der Leiter der Station, Wilfried Overhoff (68), das Gewicht mit Datum und Namen des Finders in ein Heft.

Wenn die Finderin möchte, könne sie den Kleinen im Frühjahr wieder abholen, erklärte Overhoff. Ansonsten habe er schon eine Warteliste mit Igel-Interessenten. Die Aufnahme-Prozedur ging noch weiter: Eine Wolke Anti-Floh- und Zeckenspray hüllte das Igelchen ein, und es bekam ein Breitbandantibiotikum verabreicht, das noch vier weitere Tage gegeben wurde. Das Spezialfutter mit einem Wurmmittel schmeckte ihm offensichtlich prima, obwohl es sich zunächst sicherheitshalber in einem Karton mit Papierschnipseln verkroch. Er schien sein neues Heim akzeptiert zu haben, und die Tierfreundin war beruhigt, den kleinen Herumtreiber in guten Händen zu wissen.

Wilfried Overhoff und seine Frau Marina betreuen seit über zehn Jahren die Stacheltiere in einer alten Schmiede. Momentan befinden sich 87 kleine Igel in ihrer Obhut. Der Experte hält Vorträge in Kindergärten und Schulen. Es liegt ihm sehr am Herzen, dass die Kinder etwas über diese Nützlinge, deren Lieblingsspeise Schnecken sind, erfahren. Meist zeigt er ihnen eines der Tiere, damit sie es nicht nur in totem Zustand auf der Straße kennenlernen. Er und seine Frau lieben die Tiere und nehmen die damit verbundene Arbeit gerne in Kauf. Doch die immensen Ausgaben bereiten Probleme: Ein Igel kostet pro Tag rund 1,50 Euro für Futter, Medikamente, Heizung und Müllentsorgung.

Jede Unterstützung – auch in Form von Katzenfutter – ist willkommen, um die stacheligen Gesellen durch den Winter zu bringen.

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