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Cannabis-Prozess: Inhaftierte Zeugin unauffindbar, Gerichtstermin platzt

Von: hk
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Cannabis, Schöffen und Zeugen: Es sollte eine Verhandlung vor dem Schöffengericht werden, aber diesmal ging wohl alles schief, was nur schiefgehen kann.

Verhandelt werden sollte gegen einen 43-jährigen Angeklagten aus Heinsberg, dem von der Staatsanwaltschaft Aachen dem Vernehmen nach vorgeworfen wird, in Waldfeucht eine Drogen-Plantage betrieben zu haben. Es handelt sich um eine Cannabis-Plantage, die während der Zeit Juni/Juli 2009 im beschaulichen Waldfeucht nicht nur angelegt, sondern auch schon mindestens einmal abgeerntet worden ist.

Wo ist der zweite Schöffe?

Üblich sind bei einer Verhandlung vor dem Schöffengericht neben dem Richter zwei Schöffen, aber Richter Thomas Schönig trat zu dieser Verhandlung nur mit einem Schöffen in den Raum. „Wir kommen sozusagen mit Zweidrittelbesetzung”, erklärte der Richter vor Eintritt in die Verhandlung. „Was mit dem zweiten Schöffen ist, haben wir bisher nicht klären können. Er ist ordnungsgemäß informiert und müsste eigentlich hier sein.”

Im Übrigen könne die Verhandlung ohnehin nur stattfinden, wenn der Angeklagte ein Geständnis ablege. „Denn es gibt auch Probleme mit zwei Zeugen, die sich in Haft befinden.” Die Justizvollzugsanstalt Köln habe mitgeteilt, dass man keine Kapazitäten frei habe, den in Haft befindlichen Zeugen von Köln zur Schöffengerichtsverhandlung nach Geilenkirchen zu bringen.

Inhaftierte Zeugin nicht auffindbar

Außerdem sei eine ebenfalls geladene Zeugin, die sich gleichfalls in Haft befinde, derzeit nicht auffindbar. „Diese Zeugin werde nicht nur mit Haftbefehl gesucht, nach ihr wird auch mit einer Vermisstenanzeige gesucht”, erläuterte der Richter, der dann weiter erklärte, dass es „bisher immer üblich war, dass Zeugen, die sich in Haft befinden, angefordert werden und dann selbstverständlich zur Verhandlung gebracht werden.”

Strafverteidiger Jürgen Frese erklärte, dass es nach der vorliegenden Anklageschrift kein Geständnis seines Mandanten geben werde. „Auf den Polizeibeamten als Zeugen kann ich sicherlich verzichten, aber die anderen Zeugen sind für diese Gerichtsverhandlung absolut erforderlich”, nahm der Strafverteidiger Stellung.

So war die angesetzte Verhandlung nicht möglich. Schnell war ein neuer Termin für eine Verhandlung gefunden: Am 28. Juni treffen sich die Parteien wieder.
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