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Busfahrer lenkt Feuerwehrleute in eine Katastrophe

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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Grauenvolles Ende einer Ausflugsfahrt der Aphovener Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr im Juli letzten Jahres: Die 22-jährige Freundin eines Feuerwehrmannes wurde bei dem schweren Unfall mit einem Reisebus tödlich verletzt. Foto: ddp

Moers/Heinsberg. Es sollten drei wunderschöne sonnige Tage werden, auf die sich die Mitglieder der Löschgruppe Aphoven aus Heinsberg gefreut hatten. Neben dem Besuch der Bochumer Feuerwache nahmen sie im Juli letzten Jahres am spektakulären Projekt der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 - „Still-Leben Ruhrschnellweg” teil.

Doch die Heimreise mündete in einer Katastrophe. Bei einem durch den 65-jährigen Busfahrer verursachten Unfall verlor eine 22-jährige Insassin ihr Leben, 21 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Am Dienstag verurteilte das Schöffengericht des Amtsgerichts Moers den Busfahrer aus Heinsberg wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in 21 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung. Außerdem wurde eine Fahrerlaubnissperre von weiteren acht Monaten angeordnet.

Dass die von der Staatsanwaltschaft ursprünglich angenommene Übermüdung des Fahrers als Ursache des Unfalls nicht bewiesen werden konnte, spielte wohl am Ende keine entscheidende Rolle, wie Peter Schminke, stellvertretender Leiter des Amtsgerichts, gegenüber unserer Zeitung bestätigte.

Das Schöffengericht gelangte zu dem Ergebnis, dass der Busfahrer auf der A 42 am Autobahnkreuz Kamp-Lintfort in südlicher Richtung auf der A 57 weiterfahren wollte, aber die falsche Abfahrt Moers-Nord benutzte.

Mit 100 km/h über den Standstreifen

Auf Zuruf eines Mitfahrenden brach er sein Abbiegemanöver ab und fuhr über etwa 800 Meter auf dem Standstreifen mit einer Geschwindigkeit von rund 100 km/h weiter. Selbst als er mit dem Bus rechts gegen die Leitplanke und mit den rechten Rädern auf den unbefestigten Boden geriet, verlangsamte er sein Tempo nicht.

Der Bus fuhr schließlich eine Böschung hinunter. Doch auch dort hielt der Angeklagte nicht an, sondern entschloss sich, die Böschung wieder hinaufzufahren. Dabei stürzte der Bus um.
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