Geilenkirchen - Bundesforst und Nato wollen die Stadt ins Boot holen

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Bundesforst und Nato wollen die Stadt ins Boot holen

Von: Udo Stüßer
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Geplante Forstmaßnahmen in der Heide sollen frühzeitig vorgestellt werden. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Der Bundesforstbetrieb wird jährlich die geplanten Forstmaßnahmen im Bereich der Anflugschneise Ost zum Nato-Flugplatz Teveren in einem städtischen Ratsgremium vorstellen. Außerdem wird er eine strukturierte Vegetationsplanung vorlegen. Dies hat Florian Zieseniss vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser dem Umwelt- und Bauausschuss zugesichert.

Nach dem jüngsten Kahlschlag in der Teverener Heide und den Protesten hatte Bürgermeister Thomas Fiedler Florian Zieseniss und den Dienstältesten Deutschen Offizier des Awacs-Verbandes, Oberst Werner Nemetschek, eingeladen, um das Thema Hindernisfreiheit und die damit verbundenen Forstarbeiten zu erläutern. Es sei viel berichtet und besprochen worden, „was nicht durch Sachkenntnis geprägt war“, erklärte Nemetschek. Das wolle er gemeinsam mit dem Bundesforst richtigstellen. Er gestand aber: „Das wird nicht immer auf Gegenliebe stoßen.“

Die Anforderungen an die Flugsicherheit seien im Jahr 2008 verschärft worden. Hätten bis dahin die militärischen Vorschriften gegolten, müssten seitdem militärische und zivile Richtlinien beachtet werden. Dies habe zur Folge, dass die Bäume, die bis dahin zwölf Meter in den Himmel ragen durften, nur noch fünf Meter hoch sein dürfen.

Bei dem jüngsten Antrag auf Herstellung der Hindernisfreiheit hatten, so Nemetschek, „alle Beteiligten ein anderes Bild im Kopf“. Dazu hat sicherlich ein Schreiben des Nato-Verbandes im August 2013 beigetragen. Darin heißt es, der E-3A-Verband habe festgestellt, dass im Bereich des Anfluges Ost einige Bäume die Freiflächen für An- und Abflüge durchstoßen. „Das wird so nicht mehr geschehen. Wir stellen nur noch den Antrag auf Herstellung der Hindernisfreiheit.“ Der Verband habe jetzt eine Karte erstellt. Auf ihr sei ersichtlich, welche Waldabschnitte künftig die Hindernisfreiheit gefährden könnten. „Im Herbst werden wir Messungen vornehmen, dann zu einer Informationsveranstaltung einladen und der Bundesforst wird mitteilen, wie vorzugehen ist.“

Florian Zieseniss schließlich ging auf den Kahlschlag in der Heide ein: 40 Prozent der betroffenen Bäume seien Eichen, Birken und Kiefern, alle etwa 45 Jahre alt, gewesen. Bei 60 Prozent des Baumbestandes habe es sich um etwa 18 Jahre alte Kiefern, Aspen und Weiden gehandelt. „Bei der Kappung einzelner Bäume habe ich nur noch Totholzstümpfe, also stehende Stämme ohne Grün, denn Kiefern und Birken treiben nicht mehr aus.“ Durch das „auf den Stock setzen“ der Bäume erreiche man eine niederwaldige Bewirtschaftung. „Der Niedrigwald ist ökologisch wertvoller als die Produktion von Totholz“, sagte er.

Dr. Stefan Evertz (Grüne) hofft auf eine langfristige Planung und forderte, schnellwüchsige Bäume aus dem Wald rauszuhalten und nur solche Bäume zu pflanzen, bei denen man nicht mehr eingreifen muss. „Die starkwüchsigen Bäume werden bald wieder auf Stock gesetzt“, sagte er. Das Fällen einzelner Bäume sei möglich gewesen, kritisierte er. „Der Bestand war geschlossen gleich hoch“, entgegnete Zieseniss. Zum Vorschlag, niedrigwachsende Pflanzen zu setzen meinte er: „Das Waldgesetz schreibt vor, was zu pflanzen ist. Man kann in einen Wald keine Hecke setzen.“

Protest kam vom Teverener Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus (CDU): Im Jahre 2008 und in den Jahren zuvor habe es gleichgelagerte Fälle gegeben, „bei denen uns eindeutig der Nachweis gelang, dass Kahlschläge ganz und gar nichts mit der Flugsicherheit zu tun hatten“. Damals hätten die Vertreter der beteiligten Behörden schwerwiegende Versäumnisse eingeräumt. Er forderte, für den Kahlschlag im Naturschutzgebiet Große Heide Eichen und Buchen aufzuforsten, im Bereich der Einflugschneise wieder die ehemals auf der sandigen Wanderdüne vorhandene Heide anzupflanzen. Evertz forderte eine Aufforstung unter ökologischer Fachplanung. Die Diskussion wird fortgesetzt, wenn der Bundesforst seine Planung vorlegt.

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