Bürgerhalle in Würm: „Luftschloss” hat nun Dach und Boden

Von: Georg Schmitz
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Feierlicher, bewegender Augenb
Feierlicher, bewegender Augenblick: das Anstimmen zum Großen Zapfenstreich zur Übergabe der Bürgerhalle im Stadtteil Würm. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Würm. „Das Werk ist vollbracht! Heute ist Eröffnung, heute ist die Einweihung”, sagte Ortsvorsteher und Fördervereinsvorsitzender Leonhard Kuhn bei der Inbetriebnahme der Bürgerhalle in Würm voller Begeisterung.

Mit ihm freuten sich mehr als 300 Besucher aus der Fünf-Dörfer-Gemeinschaft Flahstraß-Honsdorf-Leiffarth-Müllendorf-Würm über die nun fertig gestellte Veranstaltungshalle für die Bürger.

Zahlreiche Ehrengäste würdigten durch ihre Teilnahme an der Einweihungsfeier mit anschließendem Großen Zapfenstreich das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für die Veranstaltungsstätte. Unter der Regie der im Förderverein zusammengeschlossenen Ortsvereine entstand in 20-monatiger Bauzeit eine Begegnungsstätte in eingeschossiger Bauweise mit Außenabmessungen von 31 mal 18,5 Metern. Die Halle verfügt über eine Nutzfläche von 600 Quadratmetern, inklusive der 13,8 mal sechs Meter großen Bühne und einem Sitzplatzangebot im Veranstaltungsraum von 220 Stühlen nebst Tischen.

Leonhard Kuhn hob in seiner Rede die rund 15 000 Arbeitsstunden der vielen freiwilligen Helfer hervor, die alleine Kosten in Höhe von 350 000 Euro erspart hätten. Dafür dankte der Vizebürgermeister auch den Lebenspartnerinnen der Aktiven, die über eine lange Zeit geduldig ihre Männer zu den Arbeiten an der Bürgerhalle entlassen und auch selbst mit Hand angelegt hätten.

„Vom Luftschloss zur Bürgerhalle. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. Mit der Bürgerhalle hat das gesellschaftliche Leben in der Pfarre Würm die lang ersehnte neue Heimat bekommen”, sagte Leonhard Kuhn. Die Erfüllung des Wunsches der Bürger schien stets in weiter Ferne, eben wie ein Luftschloss. 30 Jahre lang sei viel geredet, diskutiert und beraten worden, und das Thema Bürgerhalle kam immer wieder auf den Tisch. Nun gleiche der Bau dieses Hauses geradezu einer Schaffung aus dem Nichts. Aber wie sei dies möglich gewesen?

„Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt”, zitierte der Ortsvorsteher einen Vers aus dem 9. Kapitel des Markus-Evangeliums. Leonhard Kuhn war überzeugt, dass in diesem Satz das Geheimnis zu sehen sei. „Es waren unsere Mitglieder, die des Fördervereins, die Sponsoren, also ihr alle, die von Anfang an an das Projekt geglaubt haben”, so Leonhard Kuhn. Der Glaube könne nicht nur Berge versetzen, sondern auch eine Bürgerhalle bauen: „Er kann Kraft und Energie entfalten, die Fantasie entzünden, die nötig ist, um einen solchen Plan in die Tat umzusetzen” so der Ortsvorsteher weiter. Er dankte auch der Verwaltung und dem Rat der Stadt Geilenkirchen, die mit 300 000 Euro das Projekt unterstützt hätten. Auch Landrat Stephan Pusch sei zu danken, denn er habe als Pate der Bürgerhalle mit der Kreissparkasse Heinsberg und der NEW/West zwei Sponsoren gewinnen können, die je 10 000 Euro zur Verfügung stellten. Stephan Pusch schilderte seine Version vom Unterschied zwischen Patenschaft und Schirmherrschaft: „Schirmherrschaften habe ich schon viele übernommen, an Patenschaften aber nur diese eine.”

Mit Blick auf die fertiggestellte Begegnungsstätte kam der Landrat zu dem Ergebnis, dass Visionen und Optimismus gefragt seien, um ein solches Werk in bürgerschaftlichem Engagement zu vollenden. „Und wenn in den nächsten Jahren Probleme auftauchen sollten - die Patenschaft hört nicht heute auf”, versicherte der Landrat sehr zur Freude der Würmer Bürger.

„Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kunden nur raten, Efeu zu pflanzen”, zitierte Bürgermeister Thomas Fiedler eine französische Schriftstellerin. Diese pikante Feststellung möge viele Gründe haben, auf die Bürgerhalle in Würm treffe sie jedoch nicht zu.

Zu Beginn seiner Amtszeit sei er mit der Bürgerhalle Würm als erstes Projekt dieser Art konfrontiert worden. Das Konzept habe ohne Probleme die Beratungen in den städtischen Gremien passiert, in der Ratssitzung vom Februar 2010 sei sogar festgestellt worden: „Das Engagement und das Vorgehen der Ortsvereine und des Fördervereins kann ein Maßstab für zukünftige Projekte sein.”

Wie auch in der folgenden Ansprache des Kreistagsabgeordneten Franz-Michael Jansen hob Thomas Fiedler die Kreativität, Beharrlichkeit und optimale Vernetzung durch Ortsvorsteher Leonhard Kuhn hervor. „Er ist die Personifizierung des Projekts, und ihm ist an erster Stelle zu danken”, so der Bürgermeister, der damit auch die Meinung der Bürger wiedergab. „Das war Deine Vision, Leo, Du hast alle Bürger der Dörfergemeinschaft und auch alle Parteien hinter Dich gebracht”, lobte Franz-Michael Jansen unter anhaltendem Beifall der 300 Besucher.

Kaplan Adalbert Lippa erbat den Segen Gottes für die Begegnungsstätte, die zukünftig die Menschen zusammenführen wird. Franz-Josef Krichel, 2. Vorsitzender des Fördervereins, hatte zu Beginn der Feier zusammen mit seinem Kollegen Toni Bierfeld mit einem humoristischen Beitrag die Besucher ebenso unterhalten wie die Roten Funken mit einer musikalischen Darbietung.

Das Musikkorps Würm und das Trommlercorps Dürboslar sowie die Männer der örtlichen Feuerwehr als Fackelträger waren für die Gestaltung des Großen Zapfenstreichs verantwortlich, der einen krönenden Abschluss der offiziellen Feierlichkeiten bildete.
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