Bürger der Fliegerhorst-Siedlung üben massive Kritik

Von: Udo Stüßer
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Norbert Grimm, Sprecher der Bürgerinitiative, übt Kritik an der Bima. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen-Teveren. „Sie müssen harte Bandagen anlegen. Mietkürzungen bis zum Abwinken helfen“, forderte Norbert Grimm, einer der Sprecher der Bürgerinitiative Neu-Teveren, die Mieter der in der Fliegerhorst-Siedlung gelegenen Häuser auf. In der Gaststätte Führen machten die Bewohner der Siedlung ihren Unmut deutlich.

Spricht man mit diesen Menschen, so schildern sie die Missstände gleich oder ähnlich: Sie reden über undichte Türen und Fenster, über 20 Zentimeter hohe Wasserstände im Keller bei Regen, über marode Dächer und rostiges Trinkwasser, das aus dem Wasserhahn kommt.

Löcher in der Straßendecke und Unkraut auf den Bürgersteigen sind da nur Randnotizen. Und so zeigte sich Norbert Grimm kämpferisch: „Auch wenn die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein Dinosaurier ist, kann man ihn mit einer Nadel stechen“, sagte er. Und er versicherte den Anwesenden: „Ich habe noch nie meine Nebenkostenrechnung so bezahlt, wie sie ausgestellt war.“

Doch die Bima, Eigentümerin der 294 Wohneinheiten aus den 1950er-Jahren, in denen etwa 550 Menschen leben, hatte die Einladung ausgeschlagen. Die Bima begrüße die Gründung der Bürgerinitiative und freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit, hatte sie in einem höflichen Brief mitgeteilt.

„Die gegründete Bürgerinitiative trägt nach hiesiger Einschätzung dazu bei, dass die gebündelten Interessen und Belange der Mieter und Neueigentümer frühzeitig in die konzeptionellen Überlegungen zur städtebaulichen Entwicklung der Wohnsiedlung in Neu-Teveren einfließen können“, heißt es in dem Brief. Allerdings stehe man noch am Anfang des Prozesses, es bestehe noch umfangreicher Abstimmungsbedarf. Eine Teilnahme der Bundesanstalt an der Sitzung werde „für nicht zielführend“ erachtet. Ansprechpartner sei für die Bürger die Stadt Geilenkirchen.

Grimm zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der Bima. „Das wäre doch die Chance gewesen, keine Brücke abzureißen, sondern neue aufzubauen“, meinte er mit Blick auf wenig erfolgreiche Gespräche in den vergangenen Jahren.

Bürgermeister Thomas Fiedler nahm die Bima in Schutz: „Sie hat sich im ganzen Bundesgebiet nie beliebt gemacht, weil sie aufgrund eines Gesetzes durch Verkäufe dem Finanzministerium Geld zuführen muss. Sie kann nicht anders. Sie muss für das Ministerium Geld produzieren.“ Anders als in vergangenen Jahren sei die Bima aber nun zu einer positiven Einstellung zum Stadtumbau gekommen, sie sei jetzt ein kooperativer Partner und verkaufe nur den linken Teil der Siedlung. Fiedler erklärte aber auch: „So lange nicht klar ist, wie die Planung aussieht, nehmen wir als Stadt kein Geld in die Hand, um Straßen und Kanäle zu sanieren“

Konkrete Fragen zur Planung konnte auch Technischer Beigeordneter Markus Mönter nicht beantworten: „Ich kann dem Planer nicht vorgreifen.“ Die Planung wird im nächsten Jahr erstellt. Die CDU-Stadtverordnete Theresia Hensen forderte die Bürger auf, nicht rückwärts zu blicken. „Haben Sie Vertrauen in die Verwaltung und in die Politik.“

Teverens Ortsvorsteher Hans Josef Paulus forderte die Bürgerinitiative auf, auch die anderen Fraktionen mit ins Boot zu holen. „Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir viel erreichen.“ Grimm war anderer Ansicht: „Wir bleiben parteilos. Die Grünen haben nur das Bestreben, parteipolitisches Kapital aus der Bürgerinitiative zu schlagen.“ Und: „Parteien haben die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen zu machen. Ich bin mal gespannt, ob da auch so viele Menschen hinkommen.“

Es gab noch viel Kritik am Zustand der Häuser und Straßen, vieles blieb offen. Aber eines stellte Mönter nach der Frage eines Anwohners klar: Die Stadt zahlt Autobesitzern keine neuen Stoßdämpfer, wenn sie mit ihren Pkw durch tiefe Schlaglöcher fahren. „Jeder hat die Pflicht, die Straßen aufmerksam zu benutzen“, sagte er.

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