Gangelt-Breberen - Bündnisgrüne üben scharfe Kritik an der Massentierhaltung

Bündnisgrüne üben scharfe Kritik an der Massentierhaltung

Von: sev
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Vor einem Legehennenstall: Jö
Vor einem Legehennenstall: Jörg van den Dolder, Landtagskandidat der Grünen, Bettina Herlitzius MdB, Willi Mispelbaum von den Heinsberger Grünen und Friedrich Ostendorff MdB (v.l.). Foto: Severins

Gangelt-Breberen. Die Grünen üben scharfe Kritik an der Massentierhaltung. So auch beim Pressetermin im „Café aan de Müehle” in Breberen.

Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Bettina Herlitzius, Sprecherin für Stadtentwicklung der grünen Bundestagsfraktion, waren auf Einladung des Heinsberger Kreisverbandes zu Gast.

Kritisiert wird die stetige Zunahme großer Tierhaltungsanlagen in Deutschland und den damit einhergehenden Belastungen von Natur, Wasser, Boden und Luft. Grüne und Tierschützer monieren eine nicht artgerechte Haltung in intensiven Tierhaltungsanlagen. Hinzu kommen Geruchs- und Lärmbelästigung für Anwohner. Sichtbar wird nach Einschätzung der Grünen der zunehmende Unmut an der steigenden Zahl der Bürgerinitiativen und an den Proteste gegen Tierhaltungsanlagen. Die beiden Grünen-Landtagskandidaten für den Kreis Heinsberg, Ruth Seidl und Jörg van den Dolder, hatten deshalb zum Pressetermin geladen. Bettina Herlitzius erklärte, dass „die Kommunen heute keine baurechtlichen Grundlagen haben, einen Bau für Massentierhaltung zu verhindern.”

Das einzige Instrument sei nur die Ausweisung von Vorrangflächen. „Die tierischen Produkte seien nicht nur für den eigenen Markt bestimmt, sondern hauptsächlich für den Export”, fügte sie weiter hinzu. Deshalb empfahl sie einen bewussteren Konsum der Produkte. Willi Mispelbaum vom Grünen-Ortsverband Heinsberg stellte hierbei den Tierschutz in den Vordergrund, die Tiere seien oftmals mit Medikamenten „vollgepumpt, um die Tortur in den engen Käfigen zu überleben”; die Medikamente würden sogar in der Nahrungskette an den Menschen weitergegeben.

Ostendorff gab zu bedenken, dass vielerorts die Massentierhaltung explosionsartig ansteige. Denn zurzeit liege der Grenzwert für den ökologischen Landbau bei zwei Großvieheinheiten je Hektar, im Kreis Borken liege er schon bei drei Einheiten je Hektar, dies sei sehr bedenklich. Des Weiteren sei auch immer wieder eine Keim-Übertragung auf Menschen festzustellen, die in einer Massentierhaltung arbeiten; die Keime könnten zudem durch die Lüftung verbreitet werden. In diesem Zusammenhang müsste auf Bundesebene auch einmal über die Installation von Filtern und Brandschutz für die Tiere nachgedacht werden. Für Landtagskandidat Jörg van den Dolder ist ein Großbetrieb in der Landschaft nicht gerade eine Attraktion für eine Tourismusregion. Ob die nächste Novellierung im Baugesetzbuch den Kommunen in die Karten spiele, bleibe abzuwarten.
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