Börse für Karnevalskostüme: Giraffenhals mit der Taille lenken

Von: a.s.
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Horst Jagmeng aus Gillrath trägt eins der Kostüme zur Schau, die er auf der Kostümsbörse anbot.
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Irmgard Karoli aus Immendorf zeigt den handgemachten Giraffenkopf mit zugehöriger selbstkonstruierter Tragevorrichtung. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Von da vorn strahlten die kräftigen Farben des Chinesen-Kostüms, von dort hinten glitzerte die Hexenrobe. Am Ständer hing das Moorhuhn, und nebenan lugte ein Giraffenkopf hervor. Wer noch auf der Suche nach einem ausgefallenen und dazu mehr als gut gearbeiteten Kostüm für die fünfte Jahreszeit war, hatte Auswahl bei der Börse der katholischen Frauengemeinschaft der Pfarre St. Peter in Immendorf.

Denn die 23 aktiven Mitglieder aus Immendorf – wie auch einige Karnevalskollegen, die um einen eigenen Stand im Pfarrheim an diesem Tag gebeten hatten – hatten ihren Kostümfundus einmal richtig durchgeforstet.

Auf den zahlreichen Kleiderständern hingen Verkleidungen der zurückliegenden zehn bis zwölf Jahre, jedoch jeweils nur ein bis zwei Exemplare. Die Kleidergrößen der restlichen Gruppengarnitur waren auf Listen aufgeführt, die Stücke gut verpackt. Dennoch wirkte die Präsentation alles andere als langweilig. Mit Farbfotos versehen, auf denen man die Kostüme in karnevalistischer Aktion sehen konnte, kam schnell Begeisterung auf.

Organisatorisch lag – nicht nur an diesem Tag – der Hauptteil in der Hand der Vorsitzenden Paula Herff aus Waurichen. Neben vielen ehrenamtlichen Aufgaben besteht die Hauptaktivität der Frauengemeinschaft aus der Realisierung zweier Karnevalssitzungen pro Session. Beide erfreuen sich – teils sogar mit treuen Gästen aus dem Raum Aachen – stets guter Resonanz. Und da zu einer richtigen Karnevalsgemeinschaft auch eine Gruppe beim Rosenmontagszug gehört, sammeln sich über die Jahre – die Frauengemeinschaft besteht seit 1967 – eben viele Kostüme, die man beim Durchforsten eben ausdünnt.

So finden sich dann Giraffen-Kostüme mit Köpfen, die annährend einen Meter über dem Kopf thronen. Befestigt mit einer Eigenkonstruktion um die Taille, lerne man auch schnell, sich damit zu bewegen, erzählt die Schneiderin des Vereins, Irmgard Karoli: „Man läuft höchstens zweimal gegen eine Tür, danach hat man das schon drin, sich zu ducken.“ In jedem einzelnen Kostüm steckt viel Engagement. Denn fast alle Kostüme sind Selbstanfertigungen. In andere, teils gekaufte Verkleidungen, wurden dann durch zusätzliches Verzieren etwas Eigenes eingebracht.

Auch Karnevalsfreunde aus Gillrath besuchten den Basar, um eigene alte Kostüme zu verkaufen und neue zu erstehen. Gerne präsentierte Horst Jagmeng dann auch seine mittelalterliche Tracht, die er anbieten konnte. Welches Kostüm er selbst erstanden hat, will er jedoch nicht verraten, es soll ja schließlich der Überraschungseffekt gewahrt werden.

Zwischen den Kleiderständern drängten sich an diesem Tag eine ganze Reihe Menschen. Und wenn sie sich mal eine Verschnaufpause gönnen wollten, um nachzudenken, ob nun doch das M&M-Kostüm oder das Ara-Kostüm zu ihnen passt, konnten sie bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen ganz in Ruhe überlegen.

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