Bischöfliches Gymnasium St. Ursula entlässt leistungsstärksten Jahrgang

Von: g.s.
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Mit 179 Schülerinnen und Schülern der 13. Klassen kann das Bischöfliche Gymnasium St. Ursula auf einen der stärksten Jahrgänge seit Bestehen des Hauses verweisen. Die jungen Abiturienten bekamen am Samstag ihre Zeugnisse. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Jetzt seid ihr ,Ehemalige‘“, schickte Schulleiter Matthias Küsters 179 Abiturientinnen und Abiturienten der 13er Klassen in einen neuen Lebensabschnitt. Die Entlassfeier für die Abiturientia 2013 ebnete den jungen Damen und Herren des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen am Samstag den Weg in Studium oder Beruf.

Schon in der vergangenen Woche hatten 118 Schülerinnen und Schüler des 12er Jahrgangs ihre Zeugnisse bekommen. In der Summe verabschiedete das St. Ursula Gymnasium in diesem Jahr 297 junge Menschen, ein Rekord für Geilenkirchen und Umgebung.

Schulleiter Matthias Küsters hatte seine Ansprache in der Turnhalle unter das Motto „Eine nur auf Wohlstand ausgerichtete Gesellschaft“ gestellt. „Möge euer Wohlstand erhalten bleiben, damit offenbar werde, wie heruntergekommen ihr seid“, zitierte er den griechischen Philosophen Heraklit.

„Saint-Ex“ im Zitat

Der vor dem Ruhestand stehende Direktor ließ auch Antoine de Saint-Exupéry zu Wort kommen, der 1943 schrieb: „Unsere Zeit ist krank! Ich bin traurig für meine Generation, die jeder menschlichen Substanz leer ist, die nur Bars, Mathematik und Rennwagen als Form geistigen Lebens kennengelernt hat. Was wird aus der Epoche der Robotermenschen, die hin und her pendelt zwischen Fließbandarbeit und Skatspielen ?“

Die Menschen seien programmiert für Arbeit und Konsum, seelenlos wie Roboter, bewertet nach Leistung, versorgt mit Errungenschaften des Wohlstands, aber schrecklich arm. So empfunden schon vor 70 Jahren, „armer Reichtum“, resümierte Matthias Küsters.

Heute jedoch habe die Versuchung, sich zur Entspannung mit oberflächlichem Genießen zufrieden zu geben, in der Fülle der Möglichkeiten sehr viel größere Ausmaße angenommen: „Dementsprechend werden immer mehr Menschen vom Sog des Konsumzwangs mitgerissen und sind seinen Folgen oft hilflos ausgeliefert.“

Armer Reichtum, fragte Matthias Küsters, was habe er eingebracht? Volle Kühlschränke und leere Seelen? Gesunde Bilanzen und kranke Menschen?

Der Schulleiter stellte die Frage, ob Reichtum und Wohlstand in sich schlecht sei und kam zu dem Ergebnis: „Natürlich nicht!“ Selbst im neuen Testament habe Jesus nicht den Besitz, sondern den falschen Umgang mit Geld und Wohlstand verurteilt.

Die Zahl derer, die sich „freischwimmen“ würden von Zwängen, die man sich selbst und andere ihnen auferlegt hätten, steige aber. „Ich muss nicht alles haben, um vor anderen jemand zu sein“, so der Direktor weiter. Er wünschte den Abiturienten, dass deren Leben einen größeren und besseren Sinn erfahre als Geld und Konsum.

Zu guter Letzt konnte er einen erfolgreichen Jahrgang vorstellen, von dem alleine acht Schülerinnen und zwei Schüler den Durchschnitt 1,0 aufweisen konnten, die Jahrgangsstufe habe einen Notendurchschnitt von 2,27 erreicht. Beste Abiturientin in diesem Jahr ist Anna Franken mit der höchst erreichten Punktzahl von 875.

„Würde man die Formel zur Bestimmung der Durchschnittsnote anwenden, käme man auf 0,8“, freute sich Matthias Küsters und zog weitere Vergleiche heran. Um eine solche Punktzahl zu erreichen, müssten von den 60 eingebrachten Wertungen 35 Noten „Eins plus“ und die restlichen 25 glatt „Eins“ sein. 852 Punkte seien zudem 52 Punkte mehr, als für die Durchschnittsnote 1,0 benötigt würden. Oder: Man könnte auf dem Zeugnis vier mal „sehr gut“ durch „mangelhaft minus“ ersetzen und die Durchschnittsnote bliebe trotzdem 1,0. Aufgrund ihrer besonderen Leistungen erhielt Anna Franken einen Buchgutschein.

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