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Bilder, die vor lauter Lebensfreude strahlen

Von: Andrea Schever
Letzte Aktualisierung:
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Künstlerin Claudia Grafen, Laudator Johannes Bindels (l.) und Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage bei der Vernissage. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Meist planen Künstlerinnen und Künstler ihre Ausstellungen genau: Welches Bild hängt neben welchem? Welches Format passt auf welche Wand? Dies sind nur zwei Punkte bei einer solchen Planung. Dabei stehen die auszustellenden Bilder in der Regel schon fest.

Dem war bei den Vorbereitungen für die Ausstellungseröffnung der Künstlerin Claudia Grafen im Geilenkirchener Krankenhaus St. Elisabeth in der vergangenen Woche jedoch nicht so.

Zwar standen die Anordnung und die Auswahl der bunten Leinwände schon fest, doch hinderte dies die spontane Künstlerin aus Geilenkirchen nicht daran, zwei ihrer Bilder noch am Nachmittag vor der Ausstellungseröffnung bereits an der Wand hängend abzuändern. Mit gelber Pastell-Kreide entstanden Skizzen des Aachener Doms und eines Haies auf zwei kunterbunten Grundflächen. Davon überrascht zeigte sich am Donnerstagabend auch Meinolf Schrage, Krankenhausseelsorger und Leiter der ehrenamtlichen Gruppe „Kunst im Krankenhaus“, die die Ausstellung veranstaltete.

Die Bilder, die vor Farbintensität und Lebensfreude nur so strahlen, sollen den Patienten, Besuchern und dem Personal des Krankenhauses eine kurzweilige, aber intensive Abwechslung zum Krankenhaus-Alltag bieten. Ausgewählt hat sie dafür unterschiedliche Motive, die von einer lichten Allee über einen Fischschwarm oder einen Herbstbaum bis hin zu einem Segelboot und noch weiter reichen. Dass es Grafen gelingt, eine Abwechslung zu schenken, bemerkte die Künstlerin bereits beim Aufhängen der Bilder, als immer wieder Patienten und Krankenschwestern stehen blieben und sich für eine kurzen Moment ganz in die Bilder vertieften, bevor sie weiterzogen.

Eine Besonderheit bei Claudia Grafens kreativem Schaffen betonte auch Laudator Johannes Bindels: Sie nutzt keine Pinsel, sondern nur Spachtel, um die Farbe auf die Leinwände zu bringen. „Mich stört die Struktur des Pinsels, die in der Farbe zurückbleibt“, erklärt die Geilenkirchenerin. Bisweilen streicht sie auch schon einmal zwei Leinwände übereinander, sollte kein Spachtel groß genug für ihre Absichten sein. Dass sie derartige grobe Werkzeuge nutzt, heißt jedoch nicht, dass sie nur grobe Linien malen kann: Im richtigen Winkel gehalten können die Metallkanten auch feine Striche erzeugen und filigrane Motive auf die Leinwand zaubern.

Farbe hat es der Künstlerin nicht nur hinsichtlich der Wirkung angetan, sondern auch von ihrer Materialität her. Lachend erzählte sie den Vernissage-Besuchern, wie gern sie mit der bunten Paste arbeitet, allein beim Mischen schon „tiefenentspannt“ wird und nach dem kreativen Arbeiten von oben bis unten mit Farbe besprengt ist.

Dafür, welche Motive es seit 20 Jahren auf die Leinwand schaffen, gibt es zwei erkennbare Prinzipien: Sie hat zum einen eine Vorliebe für Bäume und Menschensilhouetten, zum anderen lässt sie Themen und Motive, die sie beispielsweise nach dem Schauen einer Reportage im Kopf präsent hat, einfach zu. Auf diese Weise hat sich bei der Diplom-Innenarchitektin ein vielfältiges Repertoir an Bildern herausgebildet, das sogar schon in der Schweiz, in Bremen und in Spanien ausgestellt wurde. Diese farbenfrohen Bilder von Claudia Grafen sind noch bis zum 18. Januar während der Besuchszeiten im Lichthof der Stationen C3/B3 zu bewundern.

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