Übach-Palenberg - „Bewahren wir uns die Aufbruchstimmung in der Stadt”

„Bewahren wir uns die Aufbruchstimmung in der Stadt”

Von: Markus Bienwald
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Der stellvertretende Bürgermeister der französischen Partnerstadt Rosny-sous-Bois, Serge Denneulin (l.), und Ehefrau Dominique brachten ihr Neujahrs-„Prosit” mit Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und dessen Kollegen Bert Janssen (r.) aus der niederländischen Partnergemeinde Landgraaf aus. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Natürlich durfte das herzliche und schwungvolle „Glück Auf!” am Ende der Rede nicht fehlen. Doch auch sonst zeigte sich Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch bei seiner persönlichen Premiere anlässlich des 29. Bürgerempfangs der Stadt am Samstagvormittag ausgesprochen souverän.

Vor mehr als 500 Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen sowie örtlichen und überörtlichen Verbänden freute er sich, dass trotz der winterlichen Witterungsverhältnisse so viele Gäste den Weg ins weite Rund des Pädagogischen Zentrums gefunden hatten. Die durften sich nicht nur an der Musik vom Instrumentalverein Herbach erfreuen, sondern genossen auch die Bewirtung durch die fleißigen Hände der städtischen Mitarbeiter.

Doch der Bürgermeister verstand es als seine Pflicht, in seiner vielseitigen Rede kurz auf das ereignisreiche Jahr 2009 und das vor ihm liegende Jahr 2010 zu blicken. „2010 hat begonnen - aber ist das Alte wirklich alt und das Neue wirklich neu?”, fragte er zu Beginn. Natürlich kam er auf die Wahlen zu sprechen, die für ihn ein „schönes Ende”, aber auch eine Wahlbeteiligung von nur 57 Prozent bedeuteten.

Das Thema Euregionale 2008 durfte nicht fehlen, wenn auch die Klangbrücke den Jubel in der ehemaligen Zechengemeinde bis heute verstummen lässt. „Fehler sind hier auf vielen Seiten gemacht worden. Die gilt es sachbezogen und emotionsfrei aufzuarbeiten”, versprach er und formulierte gleichzeitig das Ziel, die Brücke noch in diesem Jahr für die Öffentlichkeit freizugeben.

Ein tragfähiges Marketingkonzept für das gesamte „Ü-Bad” mit Halle und Außenflächen stellte er ebenso in den Fokus wie die für den Herbst 2010 angekündigte Eröffnung des ersten Teilstücks der Schokoladenfabrik.

Aber auch auf sich selbst und die seit der Kommunalwahl geänderten Mehrheitsverhältnisse kam der Erste Bürger zu sprechen. „100 Tage Schonfrist zur Einarbeitung weichen heutzutage zehn Minuten”, skizzierte Wolfgang Jungnitsch, „dies ist in unserer schnelllebigen Zeit so - aber auch so in Ordnung”. Definierte Ziele seiner Politik lägen auch in der Veränderung, Verbesserung des Status Quo, „nicht um des Verändernwollens um jeden Preis, sondern weil uns die Notwendigkeit des Ist-Zustandes dies auferlegt”, so der Bürgermeister.

Klare Kennzeichnung

Bei einer Einnahmensituation von 45,3 Millionen Euro, einer ohne Abschreibung um eine Million Euro niedrigeren Ausgabensituation und Schulden von 43,3 Millionen Euro sei der Handlungsspielraum klar gekennzeichnet. „Sinnvolles Einsparen bringt uns Freiheiten zurück”, unterstrich er.

Doch mit Sparen allein sei der Erfolg nicht machbar. Wolfgang Jungnitsch forderte vom Gesetzgeber dringend notwendige Änderungen der Gemeindefinanzierung. Wege zum Besseren fand er zum Beispiel in einer geänderten Energiepolitik der Stadt, die durch den Einsatz moderner Technologien und erneuerbarer Energien - wie auch der Schärfung eines umweltbewussten Verhaltens - greifen könne.

Mittelstandsförderung schrieb er sich und den Bürgern als ganz persönliche Möglichkeit ins Pflichtenheft, um Wachstum in der Stadt Übach-Palenberg zu ermöglichen. Ein mögliches künftiges Fachmarktzentrum am Wasserturm, ein attraktiveres Angebot im Jugend- und Sozialbereich, eine sinnvolle Verkehrsplanung wie auch eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit und mehr Kultur in der Stadt sagte Wolfgang Jungnitsch ebenfalls zu. Im Bereich Tourismus gebe es beispielsweise die Möglichkeit, eine Kajakstrecke auf der Wurm einzurichten.

„Bringen wir Schwung in den Laden, ohne aus der Bahn zu schleudern. Bewahren wir uns die Aufbruchstimmung in unserer Stadt”, rief er den Gästen abschließend zu. Vor dem reichlichen Applaus zum Abschluss seiner Rede forderte der neue Verwaltungschef aber auch Eigenleistung, Projektkontrolle sowie die Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun als seinen „neuen Weg” ein.
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