Geilenkirchen - Betreuer steckt 28.000 Euro vom Konto in eigene Tasche

Betreuer steckt 28.000 Euro vom Konto in eigene Tasche

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten hat das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Schönig einen 50-jährigen Angeklagten aus Übach-Palenberg verurteilt.

„Er hat sich der Untreue im besonders schweren Fall schuldig gemacht”, so der Richter in seiner Urteilsbegründung.

Der Angeklagte habe als Betreuer seiner Stiefmutter in 29 Fällen in deren Konto gegriffen. „Wichtig war, dass Sie nicht vorbelastet waren”, sagte der Richter. Ursache für die Tat seien auf der einen Seite wirtschaftliche Probleme des Angeklagten, aber auch eine gewisse Überforderung gewesen.

„Niemand hat ihn gezwungen, in das Konto seiner Stiefmutter einzugreifen”, erklärte der Richter insbesondere in Richtung Strafverteidiger Manfred Klär, der in seinem Plädoyer eine gewisse Mitschuld des Gerichtes sah, das seinen Mandanten als Betreuer eingesetzt und „trotz erkennbarer Überforderung belassen” hatte.

Der Angeklagte hatte gleich zu Beginn der Verhandlung ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er sei in finanziellen Schwierigkeiten gewesen, weil er arbeitslos wurde. Zunächst habe er „nur zur Überbrückung kurzfristig auf das Konto der Stiefmutter” zurückgegriffen. „Das sollte sofort wieder ausgeglichen werden, aber im Laufe der Zeit ist es halt immer mehr geworden”, ging der 50-Jährige darauf ein, dass vom Konto der Stiefmutter insgesamt fast 28.000 Euro in seine Kasse geflossen war.

Echter Schaden

„Es sind aber auch Überweisungen für die Pflege meiner Stiefmutter in Höhe von über 4400 Euro in diesem Betrag enthalten”, gab er an, so dass noch endgültig geklärt werden muss, wie hoch der entstandene finanzielle Schaden tatsächlich ist.

„Es handelt sich um Untreue im besonders schweren Fall”, begann Staatsanwältin Dr. Julia Göbbels ihr Plädoyer. Der Angeklagte sei geständig, sei mit dem Amt wohl auch überfordert gewesen. Andererseits sei ein relativ hoher Schaden entstanden. „Ich fordere eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten”, sagte die Staatsanwältin, nachdem sie die Einzelstrafen für insgesamt 29 Taten erläutert hatte.

„Mein Mandant ist im Juni 2008 als Betreuer seiner Stiefmutter eingesetzt worden. Er sollte ein Vermögensverzeichnis vorlegen, was zunächst nicht geschehen ist”, sagte Strafverteidiger Manfred Klär. Das Haus der Stiefmutter sei verkauft worden, 42.000 Euro Erlös sollten mündelsicher angelegt werden, was ebenfalls nicht geschehen sei.

„Gewisse Mitschuld”

Schon im April 2009 sei die Entlassung des Betreuers nach Aktenlage offensichtlich gewesen. Geschehen sei dies aber erst im Oktober 2009. „Ich sehe eine gewisse Mitschuld des mit dem Sachverhalt beschäftigten Gerichts”, so der Rechtsanwalt, „und fordere deshalb eine Bewährungsstrafe von unter einem Jahr.”
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