Benefizkonzert für verunglückte Jenny Böken

Von: Rainer Herwartz
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Raiba-Vorstand Klaus-Dieter Kroll (links), Marlis Böken und Stiftungsratsvorsitzender Martin Rademacher freuen sich auf einen tollen Konzertabend. Foto: Herwartz

Heinsberg. Irgendwie scheint Marlis Böken es noch immer nicht so recht glauben zu wollen. Ihre Begeisterung für den Coup, der da gelungen ist, sprudelt geradezu aus ihr heraus. Sie ist die Mutter der im September 2008 vom Segelschulschiff Gorch Fock in die Nordsee gestürzten Matrosin Jenny Böken, die dabei ihr junges Leben verlor. Zwei Jahre später hatte ihre Mutter eine gleichnamige Stiftung ins Leben gerufen (siehe unten).

Und jetzt ist es niemand Geringeres als der bekannte Opernstar, Moderator und Buchautor Gunther Emmerlich, der die Stiftung mit einem Benefizkonzert unterstützen wird. Heitere Lieder, Musicalsongs und Geschichten aus seinem Buch „Zugabe“ wird Emmerlich gemeinsam mit dem Dresden-Swing-Quartett am Donnerstag, 5. September, ab 19.30 Uhr auf die Bühne der Aula des Gymnasiums in Hückelhoven bringen. Tickets hierzu gibt es ab Montag, 8. Juli, an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

„Wir fanden, dass das ein Riesengeschenk war an die Stiftung“, erinnert sich Marlis Böken noch immer begeistert an den ersten Kontakt mit Emmerlich. „Er ist ein Mensch, der sehr viel Herzlichkeit und menschliche Wärme ausstrahlt“, sagt sie. Wie seit 2009 in jedem Jahr, so war die Mutter der verstorbenen Jenny auch 2011 wieder nach Berlin zu den Feierlichkeiten des Volkstrauertages eingeladen worden. Emmerlich habe im Zuge der Gefallenenehrung aus seinem Buch „Zugabe“ im Bundestag vorgelesen. Hierin beschreibt er den Verlust seines Vaters durch den Krieg. Er selbst hatte seinen Vater nie kennenlernen dürfen. Er gehört zu den vielen Verschollenen des Zweiten Weltkrieges.

Der Kontakt sei über den damaligen Wehrbeauftragten zustande gekommen, erinnert sich Böken. Nachdem sie dem Star ihre Geschichte erzählt hatte, meinte dieser nur: „Rufen Sie mich doch mal an, ich möchte Sie da unterstützen.“ Er selbst habe dann später das Benefizkonzert vorgeschlagen. Dass es am 5. September stattfinden wird, ist kein Zufall. Denn das ist der Geburtstag von Jenny.

Ehrensache

Für die Raiffeisenbank Heinsberg sei es beinahe schon Ehrensache gewesen, erläuterte Martin Rademacher das Engagement der Bank. Er ist Vorsitzender des Stiftungsrates der Jenny-Böken-Stiftung und Vermögensbetreuer der Bank. Jenny hatte sich nämlich 2007 als 17-Jährige an einem Wettbewerb der Bank beteiligt, bei dem die Kinder und Jugendlichen ein Bild zu ihrem Traumberuf malen sollten. Jenny sah sich schon damals als Ärztin und Oberleutnant, der im Auslandseinsatz die Menschen medizinisch versorgen würde. Leider machte ihr Tod den Traum zunichte.

„Wir haben nicht nur mit finanziellen Dingen geholfen“, erklärte in diesem Zusammenhang Bank-Vorstand Klaus-Dieter Kroll, „sondern auch mit Manpower. Unser aller Interesse muss sein, dass das Konzert ausverkauft ist, damit ein ganz doller Betrag für die Stiftung bleibt.“ Der Bürgermeister von Hückelhoven trägt übrigens auch sein Scherflein dazu bei, denn die Aula des Gymnasiums wird kostenlos zur Verfügung gestellt.

Dass der Erfolg am Ende gelingen wird, da ist Raiffeisenbank-Pressesprecher Roland Meintz zuversichtlich. „Ich glaube, das ist ein ganz toller Griff“, meint er im Hinblick auf den Stargast des Abends. 750 Konzertbesucher würden in die Hückelhovener Aula hineinpassen. Am besten sollte die Aula bis auf den letzten Platz besetzt sein, wünschen sich die Organisatoren.

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