Benefiz-Konzert mit vielen Zeitsprüngen

Von: jope
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Eine Bereicherung für das Konzertleben der Region: Das KammerMusikEnsemble (KME) bei seinem Benefiz-Auftritt im Schloss Zweibrüggen. Auch eine gute Chance für die Solisten, sich mit ihren Instrumenten vorzustellen. Foto: Joachim Peters
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Herbert Schmerz (l.) überreicht KME-Manager Hanns-Paul Jouck für dessen Einsatz ein Buch und den Misereor-Schutzengel. Foto: Joachim Peters

Übach-Palenberg. Wir leben im Zeitalter der beruflichen und hobbymäßigen „Projekte“. Anstelle langfristiger Bindungen entstehen oft Zweckgemeinschaften, die nach einem punktuellen Ziel wieder auseinandergehen. Anders sieht es seit 1971 beim „KammerMusikEnsemble“ (KME) Übach-Palenberg unter dem Dach des dortigen „Vereins der Kammermusikfreunde“ aus. Dort proben Woche für Woche musikbegeisterte Amateure an langfristigen Konzertprogrammen mit Schwerpunkt „Barock“.

Musikalische Qualität und soziale Kompetenz werden gefördert, ohne die Akteure zu überfordern. Ein sehr schönes Exempel hierfür lieferten die Streicher um Konzertmeister Georg Vorhagen bei ihrem Benefizkonzert für „Malabon und die Dritte Welt“.

Neben ihrer Fähigkeit zum Ensemble-Spiel zeigten die Auftretenden an diesem Abend ihr solistisches Können. So der erst 17-Jährige Cellist Simon Peschen, der – von den Kammermusikfreunden gefördert – an der Seite der erfahrenen Cellistin und KME-Stütze Theresia Ackva mit starker Beherrschung der Lagen und schnellen Läufe in Antonio Vivaldis Concerto g-moll auf sich aufmerksam machte.

Ausgefallene und interessante Musikliteratur hatten sich die beiden Flötisten Burkhart Ollertz und Hermann Basten für ihr Musizieren mit den KME-Kollegen ausgesucht: das Concerto D-Dur opus 3 von Michael Festing und die „Chaconny“ von Henry Purcell, das in seiner Verbindung von spanischer Tanz-Melodie und fortlaufendem Basso continuo (Theresia Ackva und Cenbalistin Ireen Mommertz) sowohl experimentell-modern wie meditativ klang.

In früheren Jahren förderte der „Verein der Kammermusikfreunde“ die früher in Übach-Palenberg lebende und inzwischen examinierte Pianistin Olga Rach-Schmidt. Ihre Rückkehr als Gast gestaltete sich zu einem großen Erfolg: Mit schönem Anschlag, perlend-leicht, interpretierte sie gemeinsam mit dem sensiblen KME als Partner das Klavierkonzert in A-Dur (Köchelverzeichnis 414) von Wolfgang Amadeus Mozart.

Aus den Reihen des KME ist auch ein Blockflöten-Quartett hervorgegangen: Christina Peschen (Sopran-Blockflöte), Ireen Mommerz (Alt), Elisa Peschen (Tenor) und Peter Heinen (der Kontrabassist spielt auch Bass-Flöte). Bei der Sonatina von Gottfried Reiche, dem von polyphoner Schönheit getragenen Ricercare von Girolamo Frescobaldi und der Air aus Händels Wassermusik fühlten sich die aufmerksamen Zuhörer zurückversetzt in vergangene höfische Zeiten.

Quer durch die Zeitalter

Muntere Sprünge durch alle Zeitalter zeichnete das Konzert aus. Erklang eben noch Musik auf dem Barock, so überraschten Burkhart Ollertz (Flöte) und Ireen Mommertz (Cembalo) mit den Capriolen, den Luftsprüngen des modernen französischen Komponisten André Jolivet.

Auch nicht alltäglich ist es, dass ein Orchester ständig mit einer Sängerin zusammenarbeitet. Im Falle des KME hat sich dies aber mit der Sopranistin Susanne Peschen sehr bewährt. Die Interpretin stellte ihre Qualitäten in schönem Gesang und Stimmvolumen bei den Arien „Nulla in mundo pax sincera“ von Antonio Vivaldi und „Hirtin, meine kleine feine“ von Georg Friedrich Händel nachhaltig unter Beweis.

Neben den schon erwähnten Solisten wirkten auf Seiten des KME an diesem schönen Abend noch mit: Daniel Herchenbach, Karl-Heinz Foerster (Violine) Christine Schönleber (Viola) und Karl-Heinz Bechholtz (Cello). Es gab viel Beifall für alle Ausführenden, die sich so zu einer Zugabe angespornt fühlten.

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