Bei den Awacs werden Schülerinnen über Berufe informiert

Von: Georg Schmitz
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Beim „Girls‘ and Boys‘ Day“ auf dem Awacs-Gelände schnupperten viele Schüler Nato-Luft, stellten Fragen und versuchten, einen Einblick der Arbeit der Stabsfeldwebel und Hauptmänner zu erhaschen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. 21 Mädels im Alter von elf bis 16 Jahren warteten gespannt vor dem Haupttor des Nato E-3A-Verbandes, bis man ihnen Einlass gewährte. Die 15 Schüler des Gymnasiums Baesweiler, vier der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen sowie der Realschulen Alsdorf und Ratheim hatten sich schon tagelang auf den Girls‘ Day gefreut.

Der Berufsschnuppertag wurde unlängst in „Girls‘ and Boys‘ Day“ umbenannt, mit der Intention, das Mädchen einmal in Männerdomänen und Jungen in Frauenberufe reinschnuppern können.

Das Berufsvorbereitungsereignis beruht auf freiwilliger Basis von beiden Seiten und erfreut sich bei den Jugendlichen von Jahr zu Jahr immer größerer Beliebtheit. Oberstabsfeldwebel Michael Möller, Stabsfeldwebel Bernd Velling und Hauptmann Mario Di Virgilio empfingen die quirlige Schar und stellten sich während der kurzen Busfahrt zum Sentry Club vor.

„Ich wollte mal hier hin, weil ich den Verband interessant finde“, nennt Maria Wolters den Grund für ihre Teilnahme. Die 15-Jährige aus Alsdorf hatte beim Awacs-Verband angefragt. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass für den Girls‘ Day eine größere Gruppe vorgesehen ist.

Flugs hatte Maria über ein Dutzend Schulkameradinnen für den Flugplatz interessiert. Dazu gehört Annika Vossenkaul, die zuerst in einen Kindergarten reinschnuppern wollte. „Aber da durften nur Jungs mitmachen, weil Kindergärtnerin ein Mädchenberuf ist“, sagt die 14-Jährige.

Im Sentry Club angekommen, wurden die Mädchen vom Dienstältesten Deutschen Offizier, Oberst Werner Nemetschek, begrüßt. „Wir sind hier keine deutsche Einrichtung, sondern ein Nato-Verband. In Geilenkirchen sind 16 Nationen beteiligt“, sagte Nemetschek, der die Öffnung des Verbandes für den Girls‘ Day auch als Werbung für die Bundeswehr sah.

Berndt Velling oblag anschließend die Vorstellung des Nato-Verbandes. Die Jugendlichen erfuhren vieles über Struktur und Einsatzauftrag des luftgestützten Frühwarn- und Kontrollsystems, das mit Gesamtkosten von 3,8 Milliarden US-Dollar im Jahre 1982 in Betrieb gegangen sei.

„Wir sind eine einmalige Einrichtung und der einzige, ständige multinationale Nato-Verband auf der Welt“, vermeldete Velling. Alle anderen Nato-Verbände würden nur für kurze Zeit temporär aufgestellt. „Wie kommt man darauf, einen einzigartigen Verband der Welt nach Geilenkirchen zu verlegen?“, fragte Maria Wolters. Deutschland war als Standort klar gewesen, weil die Bundesrepublik einer der Hauptzahler der Nato sei.

Es sei damals aber auch darauf angekommen, den Verband möglichst weit von den früher feindlich gesinnten Staaten im Osten jenseits des Rheins im Westen zu installieren. Daneben musste die Infrastruktur stimmen, also ein geeigneter Flugplatz vorhanden sein. „Westlicher als hier in Geilenkirchen geht nicht“, so Velling.

Derzeit verfüge der Verband über 1997 militärische und zivile Beschäftigte, ließ Velling die Mädchen wissen. Nach dem Briefing ging es raus auf die Base, zunächst zum obligatorischen Foto mit Flugzeug mit anschließender Besichtigung, dann zum Fire Department.

Vor einem Mittagessen besichtigten die Besucherinnen, begleitet von den Stabsunteroffizieren Sabrine Schäfer und Melanie Brandt, noch den Tower. Nach der Stärkung stand das Medical Center auf dem Programm, bevor sich die Schülerinnen um einige Erfahrungen reicher auf den Heimweg machten.

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