Übach-Palenberg - Begehrte Überraschungen aus einem bunten Schuhkarton

Begehrte Überraschungen aus einem bunten Schuhkarton

Von: Christina Kolodzey
Letzte Aktualisierung:
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Kurt Werner und Marlene Derichs-Werner mit einem Teil der 432 Schuhkartons in ihrem Wohnzimmer Foto: Christina Kolodzey

Übach-Palenberg. Im Wohnzimmer und im Flur der Familie Werner türmen sich die vielen Kartons - teilweise bis zur Decke. Es sieht aus wie in der geschäftigen Hauptzentrale des Weihnachtsmannes. Nur die Rentiere fehlen.

Anlass zum geschäftigen Treiben gibt die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die zum Ziel hat, notleidenden Kindern in fernen Ländern eine kleine Freude zu bereiten.

Die Idee dazu und den Titel fand der britische Geschäftsmann Dave Cooke, der sie 1990 unter dem Namen „Christmas Child“ in die Tat umsetzte. Ab 1993 wurde sie von „Samaritan‘s Purse“ fortgeführt, und seit 1996 gibt es sie in Deutschland, wo die Federführung die christliche Hilfsorganisation „Geschenke der Hoffnung e.V.“ mit Sitz in Berlin innehat.

Mittlerweile ist „Weihnachten im Schuhkarton“ die weltweit größte Geschenk-Aktion für Kinder in 21 Ländern, hauptsächlich in Osteuropa und der Dritten Welt. Die Spender bekleben einen Schuhkarton mit buntem Weihnachtspapier und füllen ihn nach Belieben mit Spiel- und Schulsachen, Kleidung, Kuscheltieren, Süßigkeiten und Hygieneartikeln.

Auch in unserer Region findet diese Aktion regen Zuspruch. Seit drei Jahren gibt es in Übach-Palenberg eine Sammelstelle im Haus von Kurt Werner und seiner Frau Marlene Derichs-Werner. Sie engagieren sich ehrenamtlich, weil sie das Gute, das sie selbst erfahren haben, weitergeben möchten.

In diesem Jahr konnten sie 432 weihnachtlich verschnürte Schuhkartons und 1106 Euro Spendengelder bei den Annahmestellen abholen. Dies waren Apotheken und andere Geschäfte in Übach-Palenberg, Baesweiler und Alsdorf, die sich dazu bereit erklärt hatten.

Ehe der Abtransport beginnen kann, muss jedes einzelne Päckchen geöffnet und – wegen des Zolls – sorgfältig kontrolliert werden. Was nicht verschickt werden darf, wird aussortiert. Zum Beispiel Gummibärchen, Printen, Nüsse oder batteriebetriebene Geräte. Das wird später an die „Tafeln“ weitergegeben. Nichts wird weggeworfen. Die fehlenden Gegenstände in den Schachteln werden durch andere ersetzt.

Danach schicken die fleißigen Helfer die Kartons in großen Umverpackungen sorgfältig beschriftet über Köln zur Zentrale nach Berlin. Von dort aus werden sie in die jeweiligen Bestimmungsländer transportiert. Jedes Jahr wird neu festgelegt, wohin die Päckchen gehen, so dass sich zum Weihnachtsfest Kinder in Georgien, Rumänien, Kasachstan, Kosovo oder Serbien über die liebevoll verpackten Gaben aus unserer Region freuen können.

„Die bunt beklebten Kartons sind später die sorgfältig gehüteten ‚Schatzkisten‘ der Jungen und Mädchen. Sie werden weiter verwendet“, sagt Kurt Werner aus Erfahrung. „Manchmal bekommen die Spender sogar Antwort, wenn sie einen Brief auf Englisch beigefügt hatten“, ergänzt seine Frau Marlene. Für die beiden Ehrenamtler bleibt „Weihnachten im Schuhkarton“ eine einfache Möglichkeit, Hilfe zu leisten, die wirklich ankommt. Und das zu besonders passender Zeit.

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