Geilenkirchen - Barriereabbau beginnt in den Köpfen

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Barriereabbau beginnt in den Köpfen

Von: Georg Schmitz
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Sitz-Zumba für Menschen, die
Sitz-Zumba für Menschen, die ihre Beine nicht bewegen können, wurde am Tag der Begegnung vorgestellt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ein Tag der Begegnung sollte es sein, doch die Teilnehmer und verantwortlichen Organisatoren blieben fast unter sich. „Geilenkirchen - all inclusive” lautete das Motto des Begegnungstages für Menschen mit und ohne Behinderung.

Der seit zwei Jahren benutzte Begriff „Inklusion” schwebte über der vom „Lokalen Teilhabekreis für Menschen mit Behinderung” und dessen Gemeindesozialarbeiterin Nicole Abels-Schell initiierten Veranstaltung. Unterstützt vom Kulturamt der Stadt Geilenkirchen und gefördert durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken” wollten die Initiatoren möglichst viele Menschen im Herzen von Geilenkirchen zusammenbringen.

Doch es waren gerade einmal rund 50 Bürger, die dem bunten Treiben auf dem Rathausvorplatz zuschauten, und am verregneten Nachmittag kann es nicht alleine gelegen haben. „Barriereabbau beginnt in den Köpfen”, machte Abels-Schell in ihrer Rede auf das noch immer nicht selbstverständliche Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen aufmerksam. „Wir beheben Barrieren und Blockaden und setzen uns für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein”, umriss die Gemeindesozialarbeiterin die Aufgaben des Teilhabekreises.

Man möchte einen selbstverständlichen und respektvollen Umgang miteinander ermöglichen und Toleranz und gegenseitiges Verständnis erreichen. Es gehe auch darum, einen Einblick in die jeweilige Lebenswelt des anderen zu bekommen. All dies konnte Bürgermeister Thomas Fiedler nur begrüßen. „Barrieren abbauen ist gut, aber man soll auch keine Barrieren aufbauen”, sagte Fiedler und nannte als Beispiel das Besetzen eines Behindertenparkplatzes durch Nicht-Behinderte.

Auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen, Heinz Pütz, ergriff das Wort und verwies auf eine verpflichtende UN-Behindertenrechtskonvention, der sich im Jahre 2009 auch Deutschland verbindlich angeschlossen habe. Mit Blick auf die Konvention werde der Barrierefreiheit eine zunehmende Bedeutung beigemessen und entsprechende Projekte auch in Geilenkirchen umgesetzt.

Das Tages-Programm beinhaltete Darbietungen und Vorführungen von Jungen und Mädchen des integrativen Kinderzentrums „Triangel” , der Showtanzgruppe „Silberstern” der Lebenshilfe, der Musiker des AHG-Therapiezentrums Loherhof und des Lambertustheaters, wobei letztere mit einem Sketch von Loriot zur Erheiterung beitrugen.

Daneben zeigte „Zumba Geilenkirchen” ein spezielles Sitz-Zumba für Menschen, die ihre Beine nicht bewegen können. Kunst aus Ytong fertigte Bildhauer und Maler Frans Couvée vom AHG-Therapiezen-trum im Zelt des Wohnheimes Mutter Teresa, das sich mit der Aktion Mensch präsentierte.

Besucher hatten auch die Möglichkeit, sich in einem der vom Krankenhaus Geilenkirchen zur Verfügung gestellten Rollstühle fortzubewegen und so am eigenen Leibe zu spüren, was ein Handicap bedeutet. „Das geht gewaltig in die Arme”, erzählt Vera Narizek nach ihrer „Rollstuhlfahrt”. „Für mich ist es interessant, das Ganze aus einer anderen Perspektive zu sehen”, sagt Sebastian Molls.
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