Bad in der Menge: 8000 Besucher beim Badewannenrennen

Von: Georg Schmitz
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Das 14. Badewannenrennen zog rund 8000 Besucher an die Wurm. Foto: Georg Schmitz
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Das 14. Badewannenrennen zog rund 8000 Besucher an die Wurm. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Et Herrjöttche es ene Würmer“, freute sich der Badewannen-Rennen-Erfinder Günter Cüppers einmal mehr über ideale Außenbedingungen beim großen Wildwasserspektakel. Der strahlende Sonnenschein und angenehme Temperaturen trugen enorm zum Gelingen der 14. Ausgabe des Badewannenrennens bei.

In diesem Jahr kann die ausrichtende Karnevalsgesellschaft „Würmer Wenk“ wieder auf viel Zuschauerinteresse verweisen, denn mit mehr als 8000 Menschen säumten mehr „Freunde des Wassersports“ die Wege und Wiesen entlang der 1,5 Kilometer langen Gaudi-Meile zwischen Kleinsiersdorf und Flahstraß als im vergangenen Jahr. Dafür nahmen aber mit 32 Teams weniger aktive Wassersportler als noch 2012 teil.

Was sich da am Samstag vor den Augen der begeisterten Menge in den Wurmauen abspielte, glich wieder einmal einem Volksfest. Selbst Besucher aus dem „Ruhrpott“ und dem Kölner Raum wollten sich die „Badewannen-Vergleichswettkämpfe“ nicht entgehen lassen.

„So toll haben wir uns das nicht vorgestellt“, sagte eine Familie aus Leverkusen; sie hatte im Radio davon gehört. Die Existenz von Badewannen im Wasser der Wurm im Bereich des Einzugsgebietes der traditionsreichen Karnevalsgesellschaft „Würmer Wenk“ war am Samstag nicht von der Hand zu weisen und wird als hiesige Eigenart in die Geschichte eingehen, da sind sich nicht nur die Karnevalisten ganz sicher.

Im Fahrerlager der Wannen-Freaks zeichneten Ruhe und Gelassenheit die Charaktereigenschaften echter „Wurm-Kapitäne“ aus. Die Startnummer 1 trug traditionell das Prominenten-Team. Dahinter steckte 100‘5 das Hitradio mit Moderatorin Ninchen und fünf strammen Männern. Das Team machte von Anfang an mächtig Druck, kam mit ihrer Konstruktion gut über die Stromschnellen, wurde allerdings vor dem Ziel von zwei Mitstreiter-Badewannen überholt.

Eigens aus Australien angereist hatten sich Manuela Littek und Partner Brylan Stewart in die Menge der „Wildwasser-Bezwinger“ eingereiht. Verstärkt wurde das Paar durch Stefanie und Matthias Götte aus Gelsenkirchen. Das Quartett hatte seiner Wanne den Namen „Aussiepott“ gegeben, wobei „Aussie“ für Australien und „pott“ für Ruhrpott stand. Hintergrund ist, dass Manuela Littek aus dem Würmer Umland stammt und vor Jahren nach Sydney übersiedelte.

Dann waren noch die Mouhlenshöher Jonge, eine aus dem Knast entfleuchte „Sträflingsgemeinschaft“ aus Aachen und Eschweiler. Wie berichtet, handelte es sich bei der „Gang“ um Angehörige der Kriminalpolizei, die für diesen Tag einmal die Fronten gewechselt hatten und das in Aachen entspringende Flüsschen als Fluchtweg nutzte.

Der „olympische Gedanke“

Franz Arenz, Stefan Engels, Hotte Gonnemann, Günter Behrend, Robert Savelsberg, Hans Schmitz und Hermann „Jimmy“ Galanski bezwangen die Wogen der Wurm mit Bravour, auch wenn sie zwischendurch mal ihr Gefährt mit dem Funkrufnamen „Robert 93/33“ anschieben mussten.

Alle Befragten stellten den Spaß an der Freud in den Vordergrund. „Bei uns zählt nur der olympische Gedanke“ oder „Wir wollen so lange wie möglich auf der Wurm bleiben – und Letzter werden“ und „Wir wollen nicht das Bad in der Wurm, sondern das Bad in der Menge genießen“, lauteten einige herzhafte Kommentare.

Der innigste Wunsch der Randgemeinde war ein pausenloses Kentern der Wildwasser-Gefährte, und daraus machten sie auch keinen Hehl. Jede gestrandete Badewanne erhielt tosenden Applaus, auch wenn so mancher Zuschauer einige Spritzer Wurmwasser in Kauf nehmen musste. Für den Ernstfall standen die Helfer des Malteser Hilfsdienstes (MHD), des Technischen Hilfswerkes (THW), der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und der Löscheinheit Würm der Freiwilligen Feuerwehr parat. Insgesamt waren rund 100 Hilfskräfte im Einsatz im und ums Gewässer.

Feier in Honsdorf

Kurz vor 17 Uhr war auch die letzte der insgesamt 32 Badewannen in Richtung Flahstraß gestartet, und am Abend wurde beim Burgfest an Haus Honsdorf mit den bis dahin bekanntgegebenen Gewinnern kräftig gefeiert.

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