Awacs-Emissionen: Initiative bleibt weiterhin am Ball

Von: g.s.
Letzte Aktualisierung:
in itiative-bu
Der Vorstand der Geilenkirchener Initiative gegen Awacs-Emissionen: Jürgen Seidler, Michael Reinartz, Elisabeth Solty, Martha Schulenburg und Heiner Molz (v.l.) Foto: Schmitz

Geilenkirchen. Die Initiative gegen Awacs-Emissionen bleibt weiterhin am Ball. „Uns reicht„s” steht auf den Plakaten und Luftballons, die bei der Mitgliederversammlung im Gesellschaftsraum des Hotel Jabusch mitgebracht wurden.

„Wir haben noch immer die gleichen Probleme wie am Anfang”, eröffnete Martha Schulenburg die Sitzung der im Februar 2001 ins Vereinsregister eingetragenen Bürgerinitiative. „Stop Fluglärm, stop Emissionen” hat sich die BI auf die Fahne geschrieben. Unter den Zuhörern waren auch zwei Vertreter der niederländischen Initiative „Stop Awacs Overlast”. Vorsitzender Jürgen Seidler berichtete über die Ergebnisse der 2. Lärmmessstation, die nach langen Diskussionen Anfang des Jahres auf Haus Basten eingerichtet werden durfte.

Die Messwerte seien unter dfld.de von jedermann abzufragen. „Hier sind auch viele Überflüge nachgewiesen, die über 90 DB liegen”, berichtet Seidler. Der Vorsitzende gab zu bedenken, dass die Anlage detailgenau den gesamten Flugverkehr über die Innenstadt messe, auch Linienflüge in großer Höhe. Deshalb könne nicht gesagt werden, wie viele Flüge auf die Nato Airbase zurückgehen. „Es steht aber fest, dass die Flüge mit sehr hoher Dezibelzahl auf das Konto von Awacs gehen”, sagte Seidler.

Elisabeth Solty berichtete über die Tagung der Lärmschutzkommission, die im Dezember 2009 stattgefunden hatte. Während die Vertreter des Nato-Verbandes früher immer nur das Positive von Awacs hervorgehoben hätten, habe der neue Kommandeur, Brigadegeneral Burkhard Pototzki, diesmal den Verband und die Situation sachlich dargestellt. „Da hatten wir erstmals das Gefühl, auch gehört zu werden”, erinnert sich Solty.

Die Bürgerinitiative habe auch gefragt, wie lange der Verband noch in Geilenkirchen bleiben würde. „Von 2010 plus 25 Jahre, irgendwo dazwischen”, sei die Antwort gewesen, so dass sich die Menschen noch auf einen längeren Zeitraum einstellen müssen. Pototzki habe aber klar gesagt, dass es keine neuen Triebwerke geben werde. „Das höchste Verwaltungsgericht in den Niederlanden gab uns recht, der Wald durfte nicht abgeholzt werden”, meldete sich die niederländische Bürgerinitiative zu Wort.

Die Studie von Landrum und Brown besage, dass eine Verlängerung der Start- und Landebahn um 900 Meter Richtung Deutschland weniger Lärm in Holland bringe. „Die Option einer Verlängerung ist bei uns nicht vom Tisch”, sagten die beiden Vertreter. Man wolle dies aber nicht auf Kosten der deutschen Nachbarn. Der niederländische Staatssekretär unternehme Versuche, Flüge nach Polen und Ungarn auszulagern. Es gebe in Den Haag eine Mehrheit dafür, dass - wenn die Nato bis 2012 keine Verminderung der Flüge um 35 Prozent erreicht -Êein Flugverbot von Awacs-Maschinen über den Niederlanden erlassen werden könnte. Heiner Molz stellte Teile der Studie vor, die auch Lösungsansätze biete.

Die Studie von Mai 2009 besage, dass der Dauerschallpegel am Flugplatz Geilenkirchen wesentlich niedriger liege als an großen Verkehrsflughäfen. Bei der Bewertung „Einzelschallereignisse wie bei großen Flugplätzen” warf Seidler ein: „Das ist mit Sicherheit nicht korrekt.” Für die Studie seien auch die Auswirkungen auf die Anzahl der betroffenen Anwohner und Wohneinheiten untersucht worden.

Als eine Lösung schlägt die Studie den Austausch der TCA vor. Dies sei bekanntlich von der Nato beschlossen. Weitere Vorschläge: „Veränderte Routen für Übungsflüge” und „Verzicht auf Anflüge mit drei Triebwerken”. Dazu müsse man wissen, dass etwa 20 Prozent der Flüge mit nur drei Triebwerken vorgenommen würden - aus Trainingsgründen. „Dies führt aber zu einer weitaus lauteren Geräuschentwicklung”, erklärt Jürgen Seidler. Die Studie empfiehlt auch die Reduzierung der Flugbewegungen durch längere Standzeiten der Piloten im Verband.

Seidler erläuterte dies anhand eines Beispiels. Wenn ein Pilot nur drei Jahre Standzeit habe, folgten in kürzerem zeitlichen Abstand neue Soldaten, die an den Flugzeugen ausgebildet werden müssten. Dadurch müsse naturgemäß mehr geübt und geflogen werden, als wenn ein Soldat fünf Jahre beim Verband bleibe. Im Ergebnis zeige die Studie auch auf, dass Deutschland höheren Nutzen vom Verband habe als die Niederlanden, gaben die Vertreter von „Stop Awacs Overlast” zu bedenken. Diese vermeldeten auch, dass es von Bürgern aus dem Großraum Schinveld/Brunssum eine starke Zunahme von Beschwerden über die Awacs-Flüge gegeben habe, und zwar von 5639 (2008) auf 8424 (2009).
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert