Austausch der Triebwerke ist „vom Tisch”

Von: Wilfried Rhein
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So nah - so laut. Die Lärmemission in der Nähe des Nato-Flugplatzes in Teveren ist ständiger Diskussionspunkt. Während Rollbahnverlängerungen offenbar nicht mehr verfolgt werden, geht die Debatte um andere Möglichkeiten weiter. Sind modernere, weil leisere Triebwerke auch kein Stichwort mehr? Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Teveren. Die Debatte über den Lärmschutz rund um den Nato-Flugplatz Teveren ist so alt wie die Stationierung des Awacs-Verbands dort.

Während von der Lärmschutzkommission, die jüngst tagte, zwar Verständnis für die Betroffenen, aber im Wesentlichen keine Veränderung angezeigt ist, mahnen Politiker der Grünen die Festsetzung der neuen lokalen Lärmschutzbereiche an.

Oberst Reinhard Mack, scheidender Kommandeur der Air Base, empfing die Bürgermeister und Repräsentanten aus Geilenkirchen, Gangelt, Übach-Palenberg, die Vertreter des Kreises Heinsberg, die der NRW-Ministerien für Bauen/Verkehr und Umwelt sowie der Initiative gegen Awacs-Emissionen.

„Um 25 Prozent reduziert”

Auf aktuelle Sachverhalte, die teils schon in der öffentlichen Diskussion waren, ging der Kommandeur des Awacs-Verbandes, Brigadegeneral Burkhard Pototzky, ein. Er betonte, dass ihm keine Informationen bezüglich einer vorzeitigen Schließung des Nato-Flugplatzes Geilenkirchen vorlägen. „Aus technischer Sicht ist es nach wie vor möglich und beabsichtigt, die Awacs-Flugzeuge bis zumindest 2035 zu betreiben”, bestätigte ein Sprecher in Teveren. Andere Fristangaben stünden dem nicht unbedingt entgegen, hieß es auf Anfrage, ohne dass die in den Raum gestellte Jahreszahl 2025 erwähnt worden wäre.

Die aktuelle Zahl der in den vergangenen Jahren um 25 Prozent reduzierten Flugbewegungen sei stabil, „tendenziell sogar leicht abnehmend”, informierte Reinhard Mack. Alle Flüge außerhalb der normalen Zeiten, also Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, wären „auf das operationell Notwendige beschränkt”.

Aus dem Umweltministerium informierte Dr. Rolf Seidler über die Novellierungen des Lärmschutzgesetzes. Die für die Umsetzung notwendigen Daten, hieß es, habe der Nato E-3A-Verband an die zuständigen Stellen in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Verteidigung geliefert. Die Problematik militärischer Plätze liege eher bei den so genannten Einzelschallereignissen, die in Geilenkirchen auf ähnlichem Niveau lägen wie bei Verkehrsflugplätzen. Die Dauerschallpegel auf Grund der geringeren Flugbewegungen wären wesentlich niedriger.

Hier setzt unter anderem die Kritik der Grünen an. Infolge einer Anfrage im Landtag nannten die Abgeordneten Dr. Ruth Seidel und Horst Becker es „Hinhaltetaktik des Bundesverteidigungsministeriums”, die Daten zur Neuberechnung des Lärmschutzbereichs erst Ende August 2010 zur Verfügung zu stellen. Damit verstoße man klar gegen das Fluglärmschutzgesetz, das die Berechnung für Ende 2009 verlange, so die Abgeordneten jetzt in Düsseldorf.

Eine von der Nato in Auftrag gegebene Studie habe die Lärmbelastung der Anwohner durch den militärischen Flugbetrieb untersucht und Maßnahmen zur Lärmreduzierung vorgeschlagen, die teils vom Verband schon eingeleitet wurden. Beispielsweise werden lärmreduzierende Anflugverfahren - je nach Wind und Flugwinkel - praktiziert. Durch Cockpit-Modernisierung und Verlagerung von Trainingsflügen in den Flugsimulator könnten weitere Lärmminderung erreicht werden.

Jürgen Benden, Fraktionssprecher der Grünen im Rat der Stadt Geilenkirchen, rügt, dass die Frist bis zum Jahresende 2009 allen Beteiligten seit Oktober 2007 bekannt gewesen sei. Im Übrigen sei die Studie der Öffentlichkeit in deutscher Sprache nicht zugänglich. Zudem vermisst Jürgen Benden vom Bund „konkrete Aussagen, in welchem Umfang und Zeitraum” eine Modernisierung der Awacs-Maschinen geschehen könnte.
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