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Ausbildung beugt Fachkräftemangel vor

Von: disch
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Ausbildung ist für junge Menschen wie für Firmen ein bedeutsames Thema: Dies wurde jüngst wieder bei der Education in Heinsberg unter Beweis gestellt. Kevin Donath (l.) und Dominik Moll von BIS Hima (Oberbruch) stellten bei der Berufsstartermesse ihre Ausbildungsberufe als Mechatroniker und Elektroniker vor. Foto: Jennes

Kreis Heinsberg. Während die Agentur für Arbeit Aachen für den Ausbildungsmarkt in ihrem gesamten Zuständigkeitsbereich vor wenigen Tagen melden konnte, dass sich die Relation zwischen Angebot und Nachfrage umgekehrt habe und die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (3272) nunmehr über der Zahl der Bewerber (2928) liege, sind die Zahlen im Detail für den Kreis Heinsberg nicht so positiv.

Hier wurden von der Agentur für Arbeit 1238 Bewerber und 892 Ausbildungsstellen registriert, berichteten Heike Götting, als Teamleiterin U25 für die Berufsberatung im Kreis Heinsberg zuständig, und Christoph Hagedorn, stellvertretender Teamleiter vom Arbeitgeberservice im Kreis Heinsberg.

Die Zahl der Bewerber, die sich bei der Agentur für Arbeit gemeldet haben, ist im Kreis Heinsberg gegenüber dem Vorjahr um 277 oder 18,3 Prozent zurückgegangen. Dies entspricht in etwa dem Rückgang im gesamten Agenturbezirk, der bei 17,8 Prozent liegt. Neben einem leichten Rückgang bei den Schulabgängerzahlen und einem veränderten Bewerberverhalten macht sich laut Agentur vor allem die Verringerung bei den „Altbewerbern” bemerkbar.

Dies sind Jugendliche, die nicht in diesem Jahr, sondern bereits im vergangenen Jahr oder früher die Schule verlassen haben. Projekte der vertieften Berufsorientierung hätten zu Kontakten mit Arbeitgebern geführt. Von den 1238 Bewerbern für dieses Ausbildungsjahr konnte die Arbeitsagentur 427 versorgen. 809 Bewerber suchen noch.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen - im gesamten Agenturbezirk nur um 3,5 Prozent zurückgegangen - ist im Kreis Heinsberg drastisch gesunken: um 219 oder 19,7 Prozent. Von den 892 gemeldeten Ausbildungsstellen sind aber 532 noch nicht besetzt.

In den letzten Wochen hat der Arbeitgeberservice mit Sorge beobachtet, dass die eine oder andere Entscheidung von Betrieben, ob auch 2009 wieder ausgebildet werden soll, offen blieb. Eine Rücknahme von Ausbildungsankündigungen sei auch angesichts der konjunkturellen Lage festzustellen. Die Bereitschaft, Ausbildung zu leisten, werde kritisch hinterfragt.

Doch Christoph Hagedorn appellierte an die Arbeitgeber, bei der Ausbildung nicht nachzulassen. Auch wenn Betriebe zum Beispiel Kurzarbeit anmelden müssten, so werde das Thema Fachkräftebedarf nach Überwindung der Krise nicht verschwunden sein. Hagedorn ist davon überzeugt: „Die Investition in Ausbildung ist das beste und sicherste Mittel, um dem Fachkräftebedarf der nächsten Jahre zu begegnen.”

Für Bewerber, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, gilt laut Götting und Hagedorn: „Es ist noch was zu machen, wenn auch vielleicht nicht immer gleich im Wunschberuf.” Gefragt sei nicht zuletzt Mobilität. So verzeichne die Stadt Aachen als Oberzentrum für den Ausbildungsmarkt einen deutlichen Überhang an gemeldeten Ausbildungsstellen.

Unter den noch nicht besetzten Ausbildungsstellen im Kreis Heinsberg gebe es Schwerpunkte beispielsweise im Bereich von Hotel und Gastronomie sowie Einzelhandel, so Hagedorn. Und Götting empfahl den Bewerbern, das Gespräch mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur zu suchen.

Ein immer wieder diskutierter Aspekt ist die Qualifikation der Bewerber, sprich die Qualität schulischer Abschlüsse: „Wir hören des Öfteren von Arbeitgebern, dass die Qualifikation zu wünschen übrig lässt”, bestätigte Christoph Hagedorn, aber andererseits, so Heike Götting, „haben wir auch sehr gute Bewerber”.

Dies dürfe man nicht verallgemeinern. Ihr Ratschlag für Jugendliche, die länger weiterführende Schulen besuchen wollen, um ihre Noten zu verbessern: Sie sollten sich gut überlegen, ob dies wirklich sinnvoll sei und zum gewünschten Ziel führen könne. Am Ende solle jedenfalls kein Schulabbruch mit schlechteren Noten stehen.

Service-Rufnummer für ausbildungsplatzsuchende Jugendliche, die bisher noch nicht bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit gemeldet sind: 01801/555111

Service-Rufnummern für Arbeitgeber im Kreis Heinsberg, die noch freie Ausbildungsplätze für 2009 melden möchten: 01801/664466 (bundesweite Arbeitgeber-Hotline der Bundesagentur für Arbeit) oder 02431/8099-143

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