Auch Übach-Palenberg positioniert sich gegen Fracking

Von: mh
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg. Es hatte sich schon bei der konstituierenden Ratssitzung vor einer Woche angedeutet: Im Übach-Palenberger Rat gibt es niemanden, der an der in den Niederlanden geplanten Erdgasgewinnung nach dem Fracking-Verfahren etwas Positives sieht.

So stimmte bei der Ratssitzung am Donnerstag der Rat einstimmig dem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zu, offiziell Einwände gegen die niederländische „Strukturvision Schiefergas“ zu erheben. Den Antrag begründet und ergänzt hatte zuvor Grünen-Sprecher Rainer Rißmayer.

Wesentlicher Grund für die Ablehnung sind demnach die nicht einschätzbaren Risiken für das Grund- und Trinkwasser, denn – so der Antrag – „Grundwasser macht vor Landesgrenzen nicht Halt“. Zu einer Gefährdung führen nach der Aufzählung der Antragsteller der Einsatz unbekannter und zum Teil giftiger Chemikalien ebenso wie mögliche Unfälle oder menschliches Versagen.

Fraglich ist für die besorgten Kommunalpolitiker auch die Langzeitsicherheit der Rohre und Zementabdichtungen für das „Frack-Fluid“, die Flüssigkeit also, die in die Gesteinsschichten gepumpt werden soll, um das Gas herauszupressen.

Gefahren sieht man auch in den unbekannten „hydrogeologischen Wegsamkeiten“. Es ist nicht sicher, so wird befürchtet, dass das Deckgebirge, welches die im Untergrund verbleibende Frackflüssigkeit von den grundwasserführenden Schichten trennt, undurchlässig bleibt. Problematisch ist auch die Entsorgung des „Flowbacks“ wie das an die Oberfläche zurückfließende Gemisch aus Lagerstättenwasser und Frackflüssigkeit heißt.

Dieses Gemisch könnte, wie die Antragsteller erklären, giftige Stoffe wie Arsen oder Quecksilber sowie radioaktive Partikel enthalten. Schließlich wird auch der hohe Wasserverbrauch, der auf Brauchwasserbrunnen oder Trinkwassernetze zurückgreift, angesprochen. Als aktuelle Ergänzung wies Grünen-Sprecher Rainer Rißmayer auf neueste Erkenntnisse der Geologen hin, nach denen für die niederrheinische Bucht ein erhöhtes Erbebenrisiko festgestellt wird.

Höhere Bevölkerungsdichte

Die Sprecher aller Ratsfraktionen stellten sich hinter den Antrag der Grünen, wobei CDU-Sprecher Gerhard Gudduschat anmerkte, die Gefährdung durch Fracking hierzulande sei schon wegen der Bevölkerungsdichte ungleich größer als in den USA, wo die Fracking-Methode herkommt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert