Übach-Palenberg - Auch ohne „Vereine“ gute Arbeit

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Auch ohne „Vereine“ gute Arbeit

Von: Markus Bienwald
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Beim jüngsten Treffen der insgesamt rund zwei Dutzend Leute starken Seniorengruppe für Scherpenseel und Marienberg war die Verwunderung groß, dass die seit 1980 gepflegten Beziehungen jetzt von einem „Verein“ bedient werden sollen. Foto: Markus Bienwald
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Medi Kornetka ist Sprecherin der Seniorengruppe für Scherpenseel und Marienberg. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Mit einiger Verwunderung hat Medi Kornetka die Absicht zur Kenntnis genommen, dass sich ein Seniorenverein für Scherpenseel gründen soll. „So etwas gibt es doch schon lange“, sagt sie auch nach Lesen des Berichts darüber in unserer Zeitung am 10. Februar.

Darin wurde angekündigt, den „ersten Seniorenverein für Scherpenseel“ zu situieren, mit der Begründung, dass es so etwas dort noch nicht gebe. Donnerstagnachmittag soll die Gründungsversammlung eben jenes Vereins stattfinden, der nach Ansicht mancher Menschen im Ortsteil gar nicht nötig wäre, hätten sich die Entscheider für die Vereinsgründung nur ein wenig umgehört.

„Ich bin mir sicher, dass die Leute das wussten“, sagt Medi Kornetka kopfschüttelnd, schließlich sei Hejo Kohnen, der als Mitbegründer des kommenden Seniorenvereins zitiert wurde, ein echter Scherpenseeler Vereinsmensch, der genau wisse, was es im Ort für Angebote gebe. „Zwar sind wir kein Verein, aber unsere Gruppe, die sich speziell an Menschen im Seniorenalter in den Stadtteilen Scherpenseel und Marienberg richtet, gibt es schon seit 1980“, sagt Medi Kornetka.

Gemeinsam hat sie seinerzeit mit dem inzwischen verstorbenen Manfred Derichs die Gruppe aus der Taufe gehoben. Erster Treffpunkt war der Grenzlandhof, eine bekannte Gaststätte in Scherpenseel: „Wir hatten immer volles Haus, auch als wir später aus organisatorischen Gründen in die inzwischen geschlossene Gaststätte ,Zur Harmonie‘ wechselten.“ Erinnerungen an proppenvolle Karnevalsveranstaltungen sind darunter und an den stets regen Zuspruch der Menschen im Ort.

Regelmäßige Treffen

„Im Jahr 2000 wurde die ‚Harmonie‘ geschlossen, damit hatten wir ein Problem“, sagt Medi Kor­netka. So gingen die Köpfe der nicht als Verein eingetragenen dennoch festen Gruppe auf Suche nach einem neuen Treffpunkt für die angesprochenen Menschen in der Dreidörfergemeinschaft Scherpenseel, Windhausen und Siepenbusch.

Dabei rückte auch das Jugendheim an der Scherpenseeler Kirche – nach den Wünschen der kommenden Seniorenvereinsgründer designierte Versammlungsstätte – in den Fokus, doch fündig wurden sie schließlich bei den Nachbarn in Marienberg. Die dortige „Hütte der Begegnung“, noch heute ihre Heimat für die regelmäßigen Treffen, soll das auch nach der Entwidmung als evangelische Kirche – und bis zu einem eventuellen Verkauf – bleiben.

Der kostenlose Treffpunkt ist wichtig für die Gruppenmitglieder, denn schließlich bleibt das Geld, das für die Veranstaltungen verwendet werden kann, knapp und ist meist bis auf den letzten Cent kalkuliert. So wird auch das „Spatzenhaus“ als Bürgertreff von Siepenbusch gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt genutzt, beispielsweise zum Grillen. Gemeinsame Fahrten stehen auch auf dem Programm, und stets am letzten Mittwoch im Monat ist Treff in gemütlicher Runde.

Bei einer jener Runden zeigten sich die rund 25 Dauergäste und kundige Gäste verärgert darüber, dass die beabsichtigte Neugründung mit dem Ziel antritt, „eine Lücke im Angebot für Senioren füllen“ zu wollen. „Ich finde es ja gut, wenn es diesen Verein dann irgendwann einmal gibt, aber die Angebote gibt es schon längst“, betont Medi Kornetka. So kooperiert die Gruppe schon mit anderen Seniorenvereinen oder anderen Organisationen, um bei Gruppenfahrten für volle Busse bei wenig finanziellem Einsatz und trotzdem viel Vergnügen zu sorgen.

Kameradschaft vorn

„Kameradschaft ist bei uns sowieso wichtig“, sagt Medi Kornetka. Und die von den neuen Vereinsgründern beabsichtigten „Informationen für Senioren über Politik, Soziales, Sicherheit“ und Weiteres mehr gebe es bei ihnen auch schon, „seit 1980“, wie Medi Kornetka noch einmal betont. So ganz kann sie es nicht glauben, dass diese lebendige Vereinigung, die kein „echter“ Verein ist, von anderen Menschen ignoriert wird.

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