Geilenkirchen - Appell an die Eltern: Öfter mal laufen

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Appell an die Eltern: Öfter mal laufen

Von: Danielle Schippers
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Das passende Lied: Schüler der KGS Geilenkirchen singen mit vollem Einsatz, um für mehr Umweltbewusstsein bei ihren Eltern zu werben. Während der Aktionswoche haben sie immer wieder an den gesunden Menschenverstand der Erziehungsberechtigten appelliert. Foto: D. Schippers

Geilenkirchen. „Ich kann zu Fuß zur Schule gehen, den Weg dorthin muss ich verstehen. Gefahren kennen lernen, um damit umzugehen“, singen die Grundschüler der KGS Geilenkirchen voller Inbrunst zum Abschluss der Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule“.

Wer in den letzten Tagen eine Gruppe Erstklässler in orangen Sicherheitswesten am Zebrastreifen gesehen hat, konnte einen wichtigen Teil dieser Aktion beobachten, nämlich das Verkehrssicherheitstraining mit Verkehrspolizist Uwe Reither für die neuen Schüler der KGS. Besonders an der KGS, aber auch an den anderen Schulen im Stadtgebiet, herrschen zur ersten Stunde teilweise chaotische Zustände.

Lehrerin Elisabeth Jochims berichtet: „Die Eltern parken rund um das Gelände, in den Nebenstraßen, teils in zweiter und dritter Reihe, manche lassen dabei den Motor laufen.“ Auf der Hand liegt, dass dies unübersichtlich und somit gefährlich für die Kinder ist und außerdem die Umwelt belastet. Dr. Paul Thomas Mohr, Schulleiter der KGS, zählt weitere positive Effekte der Aktionswoche auf: „Uns ist aufgefallen, dass die Kinder aufmerksamer und ruhiger sind, wenn sie vor Unterrichtsbeginn ein paar Schritte zu Fuß gegangen sind. Wenn sie im Auto gefahren werden, schlafen sie noch halb.“

Damit die Kinder auf dem Schulweg auch sicher sind, haben sich die Lehrerinnen der KGS einiges ausgedacht. Gerda Thiel, Hildegard Wallrafen und Elisabeth Jochims haben die Projektwoche „Zu Fuß zur Schule“ organisiert. Speziell für die Erstklässler gab es ein Sicherheitstraining und schicke orange Warnwesten und Reflektoren. Aber auch für die älteren Klassen war es wichtig, die Verkehrsregeln und gefährliche Stellen noch mal durchzugehen. Um das Gelernte zu festigen und auszubauen, wurde die „Verkehrszähmer AG“ gegründet.

Die ganze Woche haben die Lehrerinnen die Kinder animiert, sich nicht jeden Tag von ihren Eltern fahren zu lassen. Die Klasse 1 a und Klassenlehrerin Frau Thiel sitzen zusammen und erzählen von ihren Erlebnissen. Tiffany wohnt im Dichterviertel und hat daher einen relativ weiten Weg zur KGS. Trotzdem fand sie die Woche gut: „Ich habe viele Blumen gesehen, das hat mir gefallen.“ Fabio erzählt: „Als Mama mal krank war, musste ich auch mit meiner großen Schwester zu Fuß zur Schule gehen, das war eigentlich auch schön.“

Für manche Kinder ist es allerdings nicht möglich, den Schulweg zu gehen oder mit dem Roller oder Fahrrad zu fahren, wenn sie etwa aus den umliegenden Dörfern kommen. Aber selbst dafür hat sich die Schule eine Lösung einfallen lassen. Die Eltern werden dann gebeten, nur bis zum Amtsgericht oder bis an den Rand des Musikerviertels zu fahren, damit ihre Kinder zumindest ein kleines Stück laufen können. So wie Fabio, der in Frelenberg wohnt: „Wir haben eine Fahrgemeinschaft. Papa setzt uns unten ab, dann gehen wir den Rest. Und ich mag die frische Luft.“

Ob das Projekt auch bei den Eltern Erfolg zeigt und sie zum Umdenken bringt, soll sich nach den Ferien zeigen. Laut Rektor Mohr wird das Verkehrsproblem jedes Jahr größer und selbst nach Elternbriefen reißt der Erfolg leider schnell wieder ein: „Bis jetzt hat die Woche viel gebracht, die Kinder hatten Spaß und der Verkehr war deutlich entspannter. Es wäre toll, wenn das so bliebe, wenigstens solange das Wetter es zulässt.“

Letztlich entscheiden die Eltern, ob sie Umwelt und ihre Nerven schonen wollen und ihren Kindern damit noch was Gutes tun. Auch dazu haben die Lehrerinnen die Woche genutzt, die Kinder zu motivieren, wiederum ihre Eltern zu überzeugen, dass sie zu Fuß gehen wollen und dafür schon groß genug sind. „Der Polizist Herr Reither hat mit uns geübt, wie man richtig über die Straße geht.“ Zum Abschluss der Aktionswoche singen alle Kinder der KGS das Lied: „Doch auch mit dem Fahrrad ist’s gesund, da bleibt man fit und wird nicht rund. Und Autos, das weiß jedes Kind, ganz schöne Luftverschmutzer sind. Drum kann ein jeder hier verstehen: Viel besser ist’s, zu Fuß zu gehen!“

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