Annemarie Lentzen präsentiert ein Reich voller Fantasie

Von: Georg Schmitz
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Inmitten eines Teils ihrer Kunstwerke aus vielen Jahren Schaffensperiode: Annemarie Lentzen aus Geilenkirchen-Würm. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Würm. Der Gang durch die Räume des Hauses von Annemarie Lentzen in Würm entführt die Besucher in ein Reich aus Fantasie und Kreativität. Der Blick schweift über zahlreiche Bilder, farbenprächtig bemalte Milchkannen hin zu einer Sammlung von Porzellanmalerei.

Die Vielfalt von Kunstgegenständen verschiedener Nuancierungen, größtenteils von Annemarie Lentzen selbst gefertigt, zieht den Betrachter in den Bann. Schon während ihrer Volksschulzeit hat die in Millich als Annemarie Scheiff geborene Hobby-Künstlerin gerne gemalt. Nach ihrer Heirat mit Elektromeister Hans Lentzen im Jahre 1962 zog die damals junge Frau nach Geilenkirchen-Würm.

Für die Malerei konnte die heute 68-Jährige immer etwas Zeit abzwacken. 1985 fand sie Gefallen an der Bauernmalerei und sog alles Wissenswerte darüber innerhalb kurzer Zeit auf. Schnell war Annemarie Lentzen kreativer als ihre Lehrerin und fortan leitete sie selber Kurse in Bauernmalerei.

„Ich habe eigentlich alles bemalt, was mir in die Hände kam”, schmunzelt die Hobby-Künstlerin und verweist auf die vielen bunten Milchkannen, Glasballons, Schränke, Tische, Stühle, Gießkannen und, und... Der VHS-Kurs „Porzellanmalerei” im Jahre 1990 führte Annemarie Lentzen in eine neue Ära. Bei Hans Bauer, einem anerkannten Experten in Porzellanmalerei und im Porzellanmuseum von Hutschenreuther, sowie bei Felix Scheif in Thüringen und der bekannten Malerin Erika Bemme in Remscheid bildete sich die Würmerin weiter.

Mit so viel Erfahrung gut bestückt, machte sich Annemarie Lentzen ans Werk und vermittelte fortan selber ihr Wissen an andere Menschen. Im Laufe der Jahre entstanden tausende Porzellanmalereien aus ihrer Hand, übrigens allesamt Unikate. „Es waren so viele, dass kann ich gar nicht behalten”, sagt Lentzen. Manche Werke habe sie fünfmal gebrannt, bevor diese ihren Ansprüchen gerecht wurden.

„Mit Graffitstift habe ich zunächst die Konturen vorgemalt, dann gebrannt”, erklärt die Hobby-Künstlerin. Der zweite Arbeitsschritt habe in dem Nachzeichnen mit Farbe bestanden und in Folge auch der zweite Brennvorgang. Zum Schluss stand das Nachschattieren auf dem Programm mit einem weiteren Brennvorgang. Wenn mehrere Nachschattierungen notwendig waren, musste auch mehrmals gebrannt werden.

Da habe sie oft mehrere Stunden für die Fertigung von einem Teller gebraucht. Überhaupt sei die Porzellanmalerei ein recht teures Hobby, denn alleine der Brennofen habe sie 2500 Euro gekostet. Bei 850 Grad werden die Motive „eingebrannt”. Da bedarf es einer stundenlangen Aufheizzeit, um diese Temperatur zu erreichen. Der Brennofen braucht später zwölf Stunden zum Abkühlen.

„Ich habe viel experimentiert und mir viel selber angeeignet”, sagt Annemarie Lentzen. Beispielsweise dürfe die Farbe nicht zu dick auf das Porzellan aufgetragen werden - dann platze sie ab. Lentzen bedauert, dass die Porzellanmalerei nachlässt, denn die sei ein schönes, wenn auch teures Hobby. „Das ist nur noch was für Liebhaber”, sagt die Hobby-Künstlerin.

Großer Bekanntheitsgrad

In 2000 folgte die nächste Herausforderung für Annemarie Lentzen. Jochen Jung vom Künstlerforum Übach-Palenberg brachte ihr die Aquarellmalerei näher. Zwischenzeitlich setzt Annemarie Lentzen die verschiedensten Motive in Szene. Landschaften, Blumen, historische Gebäude, Tiere und vieles mehr bannte die Würmerin auf Leinwand. Viele Urkunden und Diplome zeugen von Lentzens Schaffenskraft. Dutzende Ausstellungen im Kreis Heinsberg und darüber hinaus schufen ihr einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Mit dem Erreichten will sich Annemarie Lentzen nicht zufrieden geben. „Ich mache weiter”, schießt es aus der 68-Jährigen heraus. Spachteltechnik und moderne Malerei hat sie sich nun zum Ziel gesetzt, und so werden in den nächsten Jahren viele schöne Dinge von ihrer Hand entstehen.
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