Am Rathausplatz schließt sich die Lücke

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:
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Die Computer-Animation zeigt, wie das viergeschossige Gebäude - mit Front zum Rathausplatz - aussehen wird.

Übach-Palenberg. Die Bagger wühlen sich durch das Erdreich, die Schwerlaster schleppen emsig den Schotter heran. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass es vorangeht. Der Startschusss für die Bauarbeiten der neuen Seniorenwohnanlage, die die hässliche Baulücke am Übacher Rathausvorplatz schließen wird, ist erfolgt.

Endlich, ist man geneigt zu sagen. Denn nach langwieriger, aber ebenso sorgfältiger Suche nach einem geeigneten Investor wurde die Stadt Übach-Palenberg bekanntlich mit der Heinrichs-Gruppe Anfang 2009 fündig - und handelseinig.

Der Gangelter Dienstleister in Sachen Seniorenbetreuung und Altenpflege erwarb das brachliegende Areal von der Stadt. Nun, wo das Projekt Betreutes Wohnen im Herzen Übachs sichtbar Fahrt aufgenommen hat, hat Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll allen Grund zur Freude: „Mit der Heinrichs-Gruppe als Investor haben wir bereits beste Erfahrungen gemacht. Schließlich ist es neben der Pro-8-Einrichtung für demente Menschen in Frelenberg das zweite Objekt, das die Heinrichs-Gruppe in unserer Stadt realisiert.”

Matthias Heinrichs dürfte so viel Lob gefallen, er ist der Bauleiter der Großbaustelle. Zusammen mit Claudia Weber vom Architekturbüro Weber beleuchtete er im Gespräch mit dieser Zeitung die Details des ehrgeizigen Fünf-Millionen-Projektes.

„Wichtig ist uns, dass der zweiteilige Gebäudekomplex städtebaulich ins Gesamtbild passt”, erklärt Claudia Weber. Auf einem umbauten Raum von 21.500 Kubikmetern wird eine Wohnanlage für Damen und Herren ab 55 Jahren entstehen.

„Die 53 Wohnungen und zwei Wohngruppen werden vom Land gefördert. Das heißt, Mietinteressenten müssen einen Wohnberechtigungsschein vorlegen”, betont die Architektin. Die Einzelwohnung (zwei Räume, ein barrierefreies Bad) ist 35 bis 47 Quadratmeter groß, die Wohnung für Paare misst 62 Quadratmeter.

Insgesamt wird die bewohnte Fläche 3100 Quadratmeter umfassen. Die jeweilige Miete lässt sich leicht errechnen: Der Preis beträgt 4,85 Euro pro Quadratmeter.

„Wer will, kann gegen ein entsprechendes Entgelt auch einzelne Dienstleistungen - vom Mittagessen bis zur Pflege - bekommen”, ergänzt Matthias Heinrichs. Den alten Menschen wolle man die Möglichkeit bieten, „möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen”.

Der eine der beiden Baukörper, vorne zum Rathausplatz gelegen und viergeschossig, wird Parterre auf einer Fläche von 590 Quadratmetern Gewerberäume - möglichst mit altersgerechtem Service - beherbergen.

Einziehen werden, das steht bereits fest, die Lebenshilfe mit einem Café und ein ambulanter Pflegedienst. „Der zweite Gebäudeteil hat zwei Geschosse. Das untere, das quasi in den Hang hineingebaut wird, ist ein Parkdeck mit 35 Stellplätzen”, erläutert Claudia Weber, um auf eine andere Besonderheit hinzuweisen: „Die Wohnebene auf dem Parkdeck wird von einem Sinnesgarten umgeben.”

Der grüne Gürtel soll auch, so Heinrichs, der Öffentlichkeit zugänglich sein - aus gutem Grund: „Hier sollen nicht nur die Sinne trainiert werden, hier sollen auch Kommunikation und Integration gepflegt werden.”

Überhaupt spielen letztere im Konzept der Heinrichs-Gruppe eine wesentliche Rolle, wie der Bauleiter betont: „Das Projekt am Rathausplatz ist so reizvoll, weil die Bewohner in das öffentliche Leben in der Stadt eingebunden sind.”

Viele Alten, so seine Erfahrung, leben oft von der Gesellschaft isoliert, weil traditionelle, familiäre Strukturen zusehends wegbrechen. „Diese Leute sollen wieder Gemeinschaft erleben. Ein selbstbestimmtes Leben in einer generationengerechten Wohnung mit einer entsprechenden Infrastruktur ist da eine sehr gute Lösung”, argumentiert Matthias Heinrichs.

In dieses Loblied auf das Betreute Wohnen in Übach City stimmt auch Bürgermeister Schmitz-Kröll ein: „Mit dem Projekt schließen wir eine Angebotslücke für alte Menschen in Übach-Palenberg, die eine kleine und damit kostengünstige Mietwohnung suchen.” Und nicht nur diese Lücke ist bald Vergangenheit: „Endlich verschwindet ein Schandfleck am Rathausvorplatz.”

Für ihn, konstatiert der Bürgermeister, gehe vor Amtsende ein „Riesenwunsch” in Erfüllung. Bis zum Oktober 2010 indes wird es noch dauern, bis die ersten Senioren ihre Wohnung beziehen können.
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