Geilenkirchen - Alterkleiderverwertung: Kommerzielle Angebote nehmen zu

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Alterkleiderverwertung: Kommerzielle Angebote nehmen zu

Von: Verena Müller
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Altkleidercontainer in Übach-Palenberg: Bislang sind die Stationen auf öffentlichem Grund und Boden überwiegend in gemeinnütziger Hand. Aber immer mehr gewerbliche Anbieter drängen auf den Markt. Ihre Angebote an die Kommunen sind zum Teil verlockend. Foto: V.Müller

Geilenkirchen. Immer mehr kommerzielle Altkleiderverwerter drängen auf den Markt, drohen, gemeinnützige Organisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, AWO oder Caritas zu verdrängen. Bislang konnten sie weder in Geilenkirchen noch in Übach-Palenberg oder Gangelt auf kommunalem Boden Fuß fassen, das könnte aber auch nur eine Frage der Zeit sein.

„Wir erhalten immer häufiger Angebote von gewerblichen Altkleiderverwertern“, sagt Björn Beeck, Kämmerer der Stadt Übach-Palenberg, „und als Stärkungspakt-Kommune müssen wir über diese Möglichkeit ernsthaft nachdenken.“ 10.000 bis 15.000 Euro seien der Stadt schon geboten worden, alle paar Monate kämen neue Offerten rein. So wie Übach-Palenberg stehen derzeit viele Kommunen vor einer Entscheidung.

In Übach-Palenberg hat auf öffentlichem Gelände überwiegend die AWO Container aufgestellt, auf privatem Gelände endet die Zuständigkeit der Stadt. Hier hat sie keinen Einfluss auf den Anbieter. Laut Beeck sind auf städtischem Grund von möglichen 45 Stellplätzen 30 durch die AWO bestückt. Daran verdient die Stadt – im Gegensatz beispielsweise zur Stadt Aachen, die für 89 Container jährlich 8000 Euro vom DRK erhält – nichts.

Zusätzliche Einnahmequelle hin oder her – der Kämmerer von Übach-Palenberg ist sich der Konsequenzen bewusst, sollte man sich für einen gewerblichen Verwerter entscheiden oder gar europaweit ausschreiben. Schließlich sind mit der Altkleidersammlung der AWO im Kreis Heinsberg zwei Arbeitsplätze verknüpft und: Von den Einnahmen werden gemeinnützige Projekte bezuschusst. Eine Prognose, wie ein Beschluss aussehen könnte, kann Beeck nicht geben. „Das ist komplett offen.“

Für die Stadt Geilenkirchen stellt sich diese schwierige Entscheidung bislang nicht. Auf städtischem Gebiet sind überhaupt keine Sammelstationen zu finden. Stattdessen sammeln beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz oder die AWO direkt an den Haustüren getragene Kleidung. Eine Grundsatzentscheidung für Geilenkirchen. „Es gibt genügend gemeinnützige Anbieter, und die machen das auch sehr ordentlich, deshalb gibt es für uns keinen Grund, das anders zu handhaben“, sagt der Beigeordnete Herbert Brunen.

Außerdem sehe er bei Containern noch folgendes Problem: Würden sie nicht regelmäßig geleert und Tüten einfach daneben abgestellt, sammelten sich binnen kürzester Zeit auch Unrat und Sperrmüll an den Plätzen. Das verschandele das Stadtbild. Ab und an gebe es zwar Anfragen zum Aufstellen von Containern, so Brunen weiter, von einer Angebotswelle könne aber keine Rede sein. „Es kommt schon mal vor, dass ein gewerblicher Anbieter ohne vorherige Anfrage einen Container aufbaut. Den entfernen wir dann aber sofort.“

Die Gemeinde Gangelt hat laut Kämmerer Gerd Dahlmanns bislang keine lukrativen Angebote in fünfstelliger Höhe erhalten – die Größenordnungen sind schlicht andere. „Auf unseren Grundstücken befinden sich insgesamt fünf oder sechs Container des DRK“, erläutert der Kämmerer. Würde sich die Frage stellen, zöge man generell immer soziale Träger vor, um diese zu fördern. Wogegen sich die Gemeinde aber nicht wehren könne, seien die Sammlungen an den Haustüren. Anfragen dazu kämen über den Kreis. „Es wäre vollkommen sachfremd, diese zu verweigern“, sagt Dahlmanns.

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