Geilenkirchen - Altenheime: Land belohnt die Ausbildungebetriebe

Altenheime: Land belohnt die Ausbildungebetriebe

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Die Auszubildenden Julia Tillm
Die Auszubildenden Julia Tillmanns und Stefan Kulousek mit dem Senior Josef Schulz in der Lesecke von Burg Trips.

Geilenkirchen. Die Geilenkirchener Franziskusheim gGmbH gehört seit Jahren schon zu den größten Ausbildungsbetrieben in der Stadt. „Andere Seniorenheime haben sich einen schlanken Fuß gemacht, und wir hatten immer die Kosten”, hat deren Geschäftsführer Alfons Nickels oftmals beklagt.

„Aber wir hatten immer schon das Ziel, eigene gut ausgebildete qualifizierte Mitarbeiter einstellen zu können. Das war und ist Teil unseres Qualitätsmanagements und der Personalentwicklung.” Diese Entscheidung wird jetzt vom Land NRW belohnt: Weil, so Nickels, das Gesundheitsministerium in der unterschiedlichen Ausbildungsquote eine Verzerrung der Konkurrenz unter den Altenpflegeeinrichtungen gesehen habe, sei vom Landtag eine neue „Altenpflegeausbildungsausgleichsverordnung” beschlossen worden, die am 1. Juli in Kraft trete.

Jede Einrichtung zahlt nun entsprechend der Anzahl der Mitarbeiter in der Pflege in einen Fonds ein. Aus diesem Fonds werden dann die Ausbildungskosten refinanziert. Das bedeutet für die Franziskusheim gGmbH, dass sie pro Jahr für das Franziskusheim 100.000 und für Burg Trips rund 65.000 Euro in den Fonds einzahlt.

„Für unsere 29 Auszubildenden in der Pflege erhalten wir aus dem Fonds nun 435.000 Euro. Mit dieser Differenz können wir nun die Pflegesätze senken”, freut sich Nickels. Auch Mario Ohnesorg, Hausleiter des Franziskusheimes, hatte nach der Mitteilung schnell gerechnet: „Im Franziskusheim werden wir den Pflegesatz pro Bewohner und Tag um 1,85 Euro senken können, in Burg Trips sogar um 2,16 Euro. Im Vergleich dazu gibt es Häuser, die ihre Pflegesätze um bis zu zehn Prozent erhöhen müssen.”

Betroffen von der Senkung des Pflegesatzes sind 206 Senioren im stationären Bereich. „Jetzt profitieren wir und die Bewohner davon, dass wir jungen Leuten eine gute Ausbildung vermittelt haben”, freut sich auch Jennifer Nyhsen-Stenske, Pflegedienstleiterin im Franziskusheim.

14 neue Auszubildende, davon zwölf in der Pflege, hat die Franziskusheim gGmbH in diesem Jahr eingestellt. Insgesamt sind es 37 junge Menschen, die hier ausgebildet werden. „Es besteht immer noch großes Interesse von qualifizierten jungen Leuten, den schwierigen und anspruchsvollen Beruf des Altenpflegers zu lernen”, hat Nickels angesichts einer Flut von Bewerbungen festgestellt. Während der Gesetzgeber eine Mindestexaminiertenquote unter den Pflegern von 50 Prozent vorschreibe, liege der Anteil in der Franziskusheim gGmbH bei 60 Prozent.

„Hohe Qualifikation heißt natürlich auch hohe Qualität in der Pflege”, weiß Jennifer Nyhsen-Stenske, während Mario Ohnesorg versichert: „Wir sind auf dem besten Weg, uns zu steigern. Künftig werden wir noch mehr ausbilden.” Den Grund erklärt Alfons Nickels: „Ich gehe davon aus, dass die Franziskusheim gGmbH sich in den nächsten Jahren weiter entwickeln und mit neuen Angeboten auf den Markt gehen wird.” Als Nickels vor 19 Jahren die Geschäftsführung übernahm, standen ihm 74 Mitarbeiter zur Seite.

Durch die Gründung eines Pflegeheimes in Burg Trips, einer Tagespflege, eines fahrbaren Mittagstisches, einer Demenzberatung und von betreutem Wohnen wuchs die Anzahl der Mitarbeiter auf 245 an. „Und es waren einige Hundert junge Menschen, die wir in dieser Zeit ausgebildet haben”, blickt Nickels zurück.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert