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Altenheim-Komödie: Dä Kaffee schmeckt nach Fisch!

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
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Den Schwank „Im Altenheim geht´s rund“ spielt die Theatergruppe Kreuzrath im Dorfzentrum Kreuzrath vor einem begeisterten Publikum. Die dritte und letzte Veranstaltung am kommenden Samstag ist schon ausverkauft. Foto: Dettmar Fischer

Gangelt-Kreuzrath. „Dä Kaffee schmeckt nach Fisch“, schimpfte Theodora Wuschel, Bewohnerin der Seniorenresidenz „Zur Alten Schule“ in Kreuzrath. Woher kam der Fischgeschmack? Nun - ganz einfach, ihre Zähne hatten vorher im Aquarium gelegen.

Theodora Wuschel, gespielt von der hinreißenden Rita Görgens, ist eigentlich noch top fit. Sie hört zwar weniger, als sie glaubt zu verstehen, was zu einigen lustigen Missverständnissen führt, ist aber für den Alltag in einem Altenheim noch zu lebendig. Wie die urigen Heimbewohner mit Hilfe von Zivi Jochen dem Oberdrachen, Oberschwester Friederike-Brunhilda vom Orden der „Karamalz-Ritterinnen“, schließlich eins auswischen und den Heimalltag reformieren, das war überaus sehens- und hörenswert.

Laienkunst auf hohem Niveau

Im ausverkauften Dorfzentrum Kreuzrath präsentiert sich die Theatergruppe Kreuzrath in Bestform bei der Premiere des Dreiakters „Im Altersheim geht´s rund“. Passend zum Stück liefert in diesem Jahr die „ältere Garde“ der Theatergruppe den Beweis, dass auch in kleineren Orten die Laienspielkunst auf hohem Niveau gepflegt wird. In vorderster Reihe spielen aber zwei jüngere Mitglieder des Ensembles textreiche Hauptrollen. Monique Faßbender als Altenpflegerin Julia und Hendrik Görgens als Zivildienstleistender Jochen, der erst zum zweiten Mal eine Theaterrolle verkörpert, stehen den „alten Hasen“ in Nichts nach.

Theodora Wuschel hat ihren ersten großen Auftritt an diesem Premierenabend im schicken, orangefarbenen Morgenrock mit Haarnetz und Taschentuch in der Hand, unterwegs von der Morgentoilette in Socken und Schlüppchen. Rita Görgens dreht in dieser Rolle gleich voll auf und reißt nicht nur das Publikum mit, sondern auch ihre Mitspieler, die sich im Verlauf des Stückes mehr und mehr in ihre Rollen einspielen.

Die Sache mit Theodora Wuschels Gebiss im Aquarium hat Klothilde Härle, gespielt von Gabi Schmölders, verbockt, als Rache dafür, dass Theodora immer ihre Salzstangen wegfuttert.

Leberecht Schiller – nomen est omen – dichtet, was „Pegasus“ ihm eingibt. Josef Aretz spielt diesen Mitbewohner. Aretz hatte ein wenig pausiert und meldet sich mit dieser grandiosen Rolle wieder auf der Bühne zurück. Michael Faßbender als Fridolin Zängle macht ebenfalls eine gute Figur. Die fünfte im Bunde der Altenheiminsassen, Adelgunde Brummer, dargestellt von Angelika Scheufens, kommt zusammen mit ihren Leidensgenossen so richtig in Fahrt, als Zivi Jochen, unterstützt von seinem als Landstreicher getarnten Onkel (Martin Otto) der gestrengen Herrschaft von Oberschwester Friederike-Brunhilda mit frischem Wind Paroli bietet.

Hoher Aufwand hat sich gelohnt

Im dritten Akt wird aus dem grauen Heimalltag nach einer durchzechten Nacht zur Freude der Besucher eine lebensfrohe Gemeinschaft in Hulla-Hupp-Kostümen. Der Aufwand, den die Theatergruppe Kreuzrath unter der Regie von Hans-Josef Schmölders wieder betrieben hat, hat sich voll und ganz gelohnt. Der begeisterte Schlussapplaus der Besucher ist der Beweis. Dieser Applaus gilt natürlich auch der Requisite (Katja Schmölders), der Maske (Silvia Schaps, Ursula Auer, Vanessa Lindt) und der Souffleuse (Carmen Kubat).

Nach zwei Vorstellungen am vergangenen Wochenende ist die dritte und letzte Aufführung am kommenden Samstag – jedoch leider, leider schon ausverkauft.

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