Übach-Palenberg - Alte Zechenhäuser erhalten neuen Schliff

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Alte Zechenhäuser erhalten neuen Schliff

Von: Franz Windelen
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Freuen sich über den Fortschritt der Sanierungsarbeitenan den Häusern in der Carolus-Magnus-Allee: (v.l.) Die beiden Geschäftsführer der Carolus Magnus GmbH, Dr. Roman Gottlob und Bernhard Gottlob, Wirtschaftsförderer Hans-Peter Gatzen und Architekt Georg Papadelis.

Übach-Palenberg. Die ehemaligen Zechenhäuser im Übach-Palenberger Stadtgebiet sind ein Stück baulicher Ortsgeschichte, aber auch wertvoller Wohnraum. Und schon trieb viele Übach-Palenberger die Sorge um, dass der Eigentümer der Häuser, die Carolus Magnus GmbH, an der Erhaltung selbiger nicht sonderlich interessiert sei.

Hans-Peter Gatzen, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Kultur und Bürgerservice, war nun daran gelegen, „den falschen Eindruck in der Öffentlichkeit richtig zu stellen” - und konstatiert: „Die Realität sieht so aus, dass Carolus Magnus GmbH sehr wohl große Anstrengungen unternimmt, um ihre Wohnungen zu sanieren.” Um jene Realität näher zu beleuchten, hatte Gatzen die Geschäftsführer des Geilenkirchener Grundstücks- und Wohnungsunternehmens, Dr. Roman Gottlob und dessen Sohn Bernhard, sowie Architekt Georg Papadelis zur Informationsrunde in das CMC geladen.

An elf Mietshäusern in der Carolus-Magnus-Allee 42 bis 62 in Palenberg sind derzeit die Sanierungsarbeiten in vollem Gange - drinnen wie draußen.

„Die insgesamt 48 Wohnungen werden auf den neuesten Stand gebracht, vor allem unter energetischen Gesichtspunkten, das heißt: effektive Wärmedämmung, neue Fenster, neue Heizung und so weiter”, erklärt Bernhard Gottlob.

Die einstigen Kohlekeller vor den Häusern müssen weichen, an gleicher Stelle entstehen nagelneue Garagen. Und die maroden Dachstühle werden gleich komplett erneuert.

Das Backstein-Gemäuer, mit seinem zugestandenermaßen schlichten Charme, wird hinter einer dicken Dämmschicht und einer weißen Putzfassade verschwinden. „Anders geht es aus bautechnischen Gründen leider nicht”, bedauert Dr. Roman Gottlob, der sich an die Entstehungsgeschichte der Zechen-Immobilien in Übach-Palenberg sehr gut erinnern kann.

„Der damalige französische Eigentümer der Zeche Carolus Magnus hat 1948/49 in ganz Übach-Palenberg rund 1900 Wohnungen für die Bergleute bauen lassen.” Rund 1000 Wohnungen gebe es heute noch - im Eigentum der Carolus Magnus GmbH.

„Wichtig ist uns, dass der ursprüngliche, nach außen gekehrte Charakter der Gebäude, wenn möglich, erhalten bleibt”, betont Architekt Papadelis. Ende 2009 haben die Arbeiten in der Carolus-Magnus-Allee begonnen. Das erste Haus wird bereits im Oktober dieses Jahres bezugsfertig sein. Die endgültige Fertigstellung aller Häuser wird, so die Einschätzung von Bernhard Gottlob, Ende 2011 realisiert sein.

„Die Wohnungen sollen wieder vermietet werden”, sagt er. Vorrangies Ziel sei es, den Bestand im GmbH-Eigentum zu halten. „Die 48 Wohneinheiten haben eine Größe zwischen 34 und 64 Quadratmetern, die Grundmiete wird zwischen 220 und 420 Euro liegen.” Die bauliche Modernisierung des gesamten Projektes schlägt unterm Strich mit 3,7 Millionen Euro zu Buche. „Die Wohnungen sollen schließlich auch langfristig den Ansprüchen genügen”, argumentiert Bernhard Gottlob.

Die Immobiliengesellschaft hat auch in der jüngsten Vergangenheit viel für die Verbesserung ihres Bestandes getan: „In den letzten sechs bis acht Jahren haben wir zusätzlich rund sieben Millionen Euro in die Sanierung von 36 Wohnungen in Marienberg, von 40 in Frelenberg und von 55 in der Paul-Keller-Straße/Gerhard-Hauptmann-Weg in Palenberg investiert.”

Zum Wohnungsbestand der Carolus Magnus GmbH in Übach-Palenberg gehören Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser. „Leerstand haben wir in etwa 100 Wohnungen”, bilanziert Geschäftsführer Bernhard Gottlob.

Die Nachfrage nach Wohnraum könnte sich, so hofft Hans-Peter Gatzen, der oberste Wirtschaftsförderer der Stadt Übach-Palenberg, flugs nach oben schnellen: „...wenn die 350 Schlafhorst-Oerlikon-Mitarbeiter von Mönchengladbach nach Übach-Palenberg wechseln und wenn Mitarbeiter vom RWTH-Campus Melatten die Nähe zu Aachen entdecken.”
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